Bauen

Das Areal an der Welfenstraße. (Visualisierung: Formstadt Architekten)

14.07.2017

Quartiersentwicklung am Nockherberg

Grundsteinlegung für den Welfengarten in München

Auf dem rund 18 900 Quadratmeter großen Teilareal an der Welfenstraße in München enstehen um einen begrünten Innenhof 390 freifinanzierte und geförderte Mietwohn- einheiten, darunter 30 Werkswohnungen. Ergänzt wird die Bebauung durch eine Kindertagesstätte sowie Laden- und Gastronomieflächen. Die Fertigstellung des Welfengartens ist für Anfang 2020 geplant.
Im Beisein von Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk sowie Alexandra Schörghuber, Vorsitzende des Stiftungsrats der Schörghuber Unternehmensgruppe, setzte die Bayerische Hausbau vor Kurzem den Grundstein für den Welfengarten. Die geplante Bebauung ist Teil der Quartiersentwicklung am Nockherberg auf insgesamt drei Arealen. Das an der Welfenstraße gelegene Grundstück diente bis zum Umzug der Paulaner Brauerei nach Langwied als Lagerfläche und Aufmarschfläche für die Lkws.
Die Bayerische Hausbau errichtet auf dem Areal bis Anfang 2020 390 Mietwohneinheiten, davon 70 geförderte Wohnungen und 30 Werkswohnungen für Mitarbeiter. Die Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohneinheiten mit Flächen von rund 30 bis rund 150 Quadratmetern gruppieren sich um einen bepflanzten, ruhigen Innenhof. Ergänzt wird die insgesamt rund 41 100 Quadratmeter Geschossfläche umfassende Bebauung durch eine Kindertagesstätte, eine Parkgarage mit rund 400 Stellplätzen sowie zur Welfenstraße gelegene Laden- und Gastronomieeinheiten.

„Die Grundsteinlegung steht für den Start der Entwicklung eines Stadtquartiers, mit dem wir Wohnraum für bis zu 3500 Menschen schaffen werden. Mit Kindertagesstätten, groß angelegten Grünflächen und Parks, neuen Wegeverbindungen sowie Läden und Gastronomie wird das Quartier eine Bereicherung für die ganze Au sein“, betonte Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau. Im rahmen der Planung konnten alle Bürger ihre Ideen im Zuge einer umfangreichen Beteiligung einbringen. „So haben wir gemeinsam ein Quartier entwickelt, das sich harmonisch in die Umgebung einfügt“, erklärte Büllesbach.

Vielfältige und
differenzierte Gestaltung

Im Rahmen des Beteiligungsprozesses wurde auf Wunsch der Bürger unter anderem festgelegt, dass mehrere Architekten an den Entwürfen für die Quartiersentwicklung weiterarbeiten sollen, um eine vielfältig differenzierte Gestaltung der Gebäude zu ermöglichen. Der Entwurf des Welfengartens stammt vom Londoner Architekturbüro Caruso St John, der in Zusammenarbeit mit Steidle Architekten aus München weiterentwickelt wurde.

Das Ensemble zeichnet sich insbesondere durch über die gesamte Hausbreite gewölbte, vorspringende Regelgeschosse aus. Abgesetzte Erker im Obergeschoss sorgen zudem für eine lebhafte Dachlandschaft. Auch in punkto Farbwahl wird der Neubau, wie durch das eigens einberufene Gestaltunggremium im September 2016 beschlossen, Akzente setzen. Er versteht sich als Antwort auf den gegenüberliegenden historischen Weilerblock: Die Fassade an der Welfenstraße wird größtenteils in Grün gehalten sein. Gauben und Gebäudesockel sind auberginefarben. Die straßenabgewandte Gebäuderückseite wird eine rote Farbgebung mit abgesetzten weißen Fensterumrahmungen erhalten. Der ruhig gelegene Innenhof des Welfengartens dient den Bewohnern als Rückzugsmöglichkeit und wird nach dem landschaftsplanerischen Entwurf von Vogt Landschaftsarchitekten bepflanzt.

Bürgerinformation
von Anfang an

Von Beginn der Planungen an waren der Bayerischen Hausbau zusammen mit der Landeshauptstadt eine frühzeitige Bürgerinformation und Beteiligung über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehend ein wichtiges Anliegen. Bereits im Oktober 2012, noch vor der Auslobung des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs, veranstaltete die Bayerische Hausbau eine öffentliche Informationsveranstaltung. Der anschließende Wettbewerb wurde zweistufig konzipiert, sodass die Bürger nach einer ersten Auswahl von Preisgruppen die Möglichkeit hatten, sich im Rahmen einer Bürgerwerkstatt und einer Erörterungsveranstaltung der Landeshauptstadt intensiv mit den Arbeiten auseinanderzusetzen und ihre Anregungen, ihre Kritik und ihre Wünsche einzubringen. Diese wurden an die Architekturbüros für die Überarbeitung ihrer Entwürfe weitergegeben. Flankiert wurden diese Maßnahmen von zwei Ausstellungen der Architekturentwürfe, öffentlichen Begehungen des Areals und Informationsabenden.

Nach der finalen Entscheidung des Preisgerichts stellte die Bayerische Hausbau zusammen mit der Landeshauptstadt der Öffentlichkeit die Siegerentwürfe für jedes Teilgebiet vor. Unter der Federführung der erstplatzierten Preisträger startete im Anschluss das Bebauungsplanverfahren. Im Sinne einer transparenten Planung erläuterte die Bayerische Hausbau zusammen mit Vertretern der Landeshauptstadt auch 2014, 2015 sowie 2016 in nicht gesetzlich vorgeschriebenen Informationsveranstaltungen interessierten Bürgern den aktuellen Stand der Planung. Auch für Herbst 2017 ist wieder eine Bürgerinformationsveranstaltung geplant.

Auf den insgesamt rund neun Hektar großen Arealen an der Welfen-, der Falken- und der Regerstraße plant die Bayerische Hausbau in der Münchner Au rund 1500 Wohnungen für Familien, Paare und Singles. Bis zu 3500 Menschen werden auf insgesamt rund 148 800 Quadratmetern Geschossfläche ein neues Zuhause finden. Dabei werden die Vorgaben der sozialgerechten Bodennutzung eingehalten: 30 Prozent der Wohnfläche sind für geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Mit ergänzenden Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen – darunter vier Kindertagesstätten – wird eine Infrastruktur geschaffen, die nicht nur für das neue Quartier, sondern auch für die direkte Umgebung einen Mehrwert bietet.

Darüber hinaus plant die Bayerische Hausbau auf den bisher ausschließlich industriell genutzten und vollständig versiegelten Arealen auf mehr als 14 000 Quadratmetern weitläufige Grünflächen mit Spielanlagen für Kinder. Ein Fuß- und Radwegenetz wird bestehende Wege sinnvoll fortsetzen und zudem neue Wegebeziehungen ermöglichen.

Begonnen haben die Abbrucharbeiten der Bestandsgebäude an der Falkenstraße Ende 2016. Mit den Bauarbeiten startet die Bayerische Hausbau in der Welfenstraße im Frühjahr 2017 und in der Falkenstraße im Frühjahr 2018. Die ersten Bewohner können dann voraussichtlich Ende 2019 in die Gebäude an der Falkenstraße und Anfang 2020 in die Gebäude an der Welfenstraße einziehen. Ein Teil der Gebäude in der Regerstraße – auf diesem Areal ist ebenfalls im Frühjahr 2018 Baubeginn – wird 2020 bezugsfertig sein. Insgesamt sollen die Arbeiten bis 2023 abgeschlossen werden.
(Friedrich H. Hettler)

(Bei der Grundsteinlegung (v.l.): Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau, Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München, und Hermann Brandstetter, Geschäftsführer Bayerische Hausbau - Foto: Bayerische Hausbau)

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