Bauen

Das neue Haus der Generationen. (Foto: MMS Stahl und Anlagenbau GmbH)

14.09.2012

Rahmen aus Ortbeton

Das Haus der Generationen in Mallersdorf-Pfaffenberg

Das ehemalige und nun aufgelassene Industrieareal eines Elektrounternehmens soll zu einer so genannten Neuen Mitte im von Gewerbeflächen geprägten Areal zwischen den Ortsteilen Mallersdorf und Pfaffenberg in Niederbayern umgewidmet und für gemeinschaftliche Nutzungen wie Feste und Veranstaltungen aktiviert werden. Dazu soll das „Haus der Generationen“, der Umbau einer ehemaligen Produktionshalle zu einer Mehrzweckhalle und einem Mehrgenerationenbereich, der erste Baustein sein.
Das Haus der Generationen gruppiert sich mit weiteren, zukünftig zu erstellenden Baukörpern, wie zum Beispiel einem neuem Rathaus, locker um den zentralen neuen Platz, der sich senkrecht zur Hauptstraße erstreckt und den leichten Höhensprung im Gelände mit einer Freitreppe aufnimmt. Um diesem zweigeteilten Platz die städtebaulich notwendige Kraft auch ohne die weiteren, zukünftigen Bauabschnitte zu verleihen, hat er einen Rahmen aus Ortbeton erhalten, der sich von einer flächenbündigen Einfassung der Platzfläche bis zu einer Sitzbank und damit einer räumlich wirksamen Begrenzung erhebt. Die notwendigen Parkplätze werden in zwei kleineren Einheiten untergebracht, die um die „Neue Mitte“ herum in die grüne Wiesenlandschaft eingestreut sind.
Da es aus Gründen der Förderung zwingende Vorgabe war, die zweigeschossige Industriehalle mit seinem Betonskelett im Untergeschoss und einer Stahlrahmenkonstruktion im Erdgeschoss in ihren wesentlichen Bestandteilen zu erhalten, stellte der Umgang mit dem Bestand die besondere Herausforderung dieses Projekts dar. Der vom Münchner Architekturbüro Neumann & Heinsdorff geplante bauliche Eingriff sah in einem ersten Schritt den Rückbau bis auf die Haupttragkonstruktion vor. In einem zweiten Schritt wurden die bestehenden Stahlrahmen zur Aufnahme der neuen Ausbaulasten für haustechnische Installationen mit einem Fachwerkträger aufgestockt, durch Herausschneiden eines großen Felds in der Betondecke ein zweigeschossiges, lichtdurchflutetes Foyer mit Eingängen zu den beiden Ortsteilen, Pfaffenberg und Mallersdorf, geschaffen und ein Anbau zur Aufnahme des Mehrgenerationenbereichs erstellt. So konnte das stützenfreie, obere Geschoss von Einbauten weitestgehend freigehalten werden: ein eingestellter Kubus für die Bühne und ihre Nebenflächen sowie zwei weitere Boxen, die die großen, raumteilenden Schiebetore aufnehmen, sind die einzige Einbauten und die wesentliche Qualität der Halle, ihre Weitläufigkeit konnte erhalten bleiben.
Die verschiedenen Nutzungen des Gebäudes als Bürgersaal mit 300 bis 800 Personen, als freie Messehalle für die örtlichen Gewerbeschauen oder als Tagungsbereich lassen sich hier durch unterschiedliche Positionen der Trennwände und Schiebetore leicht realisieren. Etwas separiert und mit einem eigenen Eingang nimmt das untere Geschoss den Mehrgenerationenbereich auf, der sich um das zentrale Foyer anordnet.
Die Materialwahl führt die örtlichen Gegebenheiten weiter: So wurden in der Halle der Industriefußboden erneuert und im Untergeschoss alte und neue Bauteile über einen egalisierenden, weißen Anstrich zu einer Einheit verwoben. Die Stahlkonstruktion und die zahlreichen technischen Einbauten der Halle wurden mit einem dunklen Anstrich versehen. Große, eigens hergestellte Lichttrichter leiten das Tages- und Kunstlicht durch die Installationsebene und bilden eine großflächige, horizontale Lichtdecke.
Die möbelartigen, hölzeren Einbauten für Bühne, Türen und Tore und Theken stellen einen Kontrast dar, so Neumann & Heinsdorff. Ein geschosshoher Sockel aus Mauerwerk wird zur Basis des neuen Gebäudes und eine hinterlüftete Holzfassade mit einer Tragkonstruktion aus Massivholzplatten bildet die Außenhaut des oberen Stockwerks. Mit dem umlaufendenden Fensterband öffnet sich die vormals introvertierte Industriehalle zur Umgebung, so dass der Besucher in der Halle ebenso wie von der großen Terrasse den Blick ins schöne Tal der kleinen Laber geniessen kann. Die Metalllamellen vor den Fenstern schützen vor allzu neugierigen Blicken und verbinden das Haus der Generationen zu einer gestalterischen Einheit. (BSZ)

(Blick ins Innere des Neubaus - Fotos: MMS Stahl und Anlagenbau GmbH)

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