Bauen

Bevor die Bagger rollen, muss unbedingt ein Baugrundgutachten erstellt werden, das wichtige Informationen zur Tragfähigkeit des Bodens gibt. Ansonsten sind Folgeschäden nicht auszuschließen. (Foto: Max Müller/ Pixelio)

21.07.2015

Schäden vorbeugen

Vor dem Bau eines Eigenheims ein Baugrundgutchten erstellen lassen

Hausbau ist Vertrauenssache. Nicht ohne Grund bieten zahlreiche Baufirmen ihren Kunden mittlerweile umfassende Sicherheitspakete, die das Abenteuer Hausbau kalkulierbarer machen. Absicherung bei Arbeitslosigkeit, ausgeklügelte Versicherungspakete, begleitende Qualitätskontrollen sind nur einige Beispiele. Oftmals übersehen Bauherren in spe jedoch Risiken, die an ganz anderer Stelle lauern. „Denn wer im wahrsten Sinne des Wortes auf Sand baut, braucht sich über schleichende Folgeschäden am Haus nicht zu wundern“, sagt Udo Schumacher-Ritz vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. Der Sachverständige erlebt in seinem Alltag immer wieder, dass Häuser absacken, weil der Baugrund im Laufe der Jahre nachgibt. Bis hin zu Totalschäden an der Immobilie sind laut Schumacher-Ritz zahlreiche Schäden denkbar. Leichte Risse in den Wänden sind oftmals Indizien für instabile Bodenverhältnisse. Schumacher-Ritz gibt folgende Ratschläge, um Schäden durch schwierige Bodenverhältnisse zu verhindern.

Die VQC-Checkliste:
• Bereits vor dem Grundstückskauf im Umfeld genau hinschauen, ob es Anzeichen für Absenkungen gibt. Wenn möglich, Anwohner befragen.
• Im Zweifelsfall auch bei der zuständigen Kommune nachfragen, ob es Vorkommnisse dieser Art/ Bodenabsenkungen bereits gegeben hat.
• Im Zweifelsfall auf Nummer sicher gehen und ein Bodengutachten erstellen lassen. Hier wird die Tragfähigkeit des Baugrunds getestet. So erfährt der Bauherr zum Beispiel, ob ein Streifenfundament ausreicht oder ob eine Gründung auf Pfählen notwendig ist. Dies bringt Klarheit und Planungssicherheit. Das Bodengutachten gibt detailliert Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens, seine Tragfähigkeit und seine Wasserleitfähigkeit.
• Nicht nur auf die Tragfähigkeit des Baugrunds kommt es an. Auch für eventuelle Altlasten durch Umweltschäden muss der Besitzer aufkommen – unabhängig davon, wer die Schäden verursacht hat. Das kann schnell den finanziellen Ruin bedeuten.
• Darüber hinaus können durch ein Bodengutachten wichtige Erkenntnisse für die notwendigen Abdichtungsmaßnahmen des Kellers gewonnen werden.
• Ein Bodengutachten gibt außerdem Auskunft darüber, ob auf dem Grundstück eventuell massive Felsen versteckt sein könnten. Auch diese könnten im Falle eines Kellerbaus massiv für Mehrkosten – beispielsweise bei einer notwendig gewordenen Sprengung – verursachen.

Demzufolge können die Kosten von rund 1000 Euro für ein qualifiziertes Bodengutachten eine sehr gute Investition in eine sorgenfreie Zukunft mit dem Eigenheim sein. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hausbau-Unternehmen, die ein Baugrundgutachten im Kaufpreis inkludiert haben. „Auch dies muss beim Hauskauf und beim Preisvergleich berücksichtigt werden“, so Schumacher-Ritz. Im Zweifelsfall vermittelt die Münchener Verbraucherschutzorganisation „Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V.“ kostengünstig qualifizierte Sachverständige. Fazit: Wer sein neues Eigenheim bauen lässt, ohne ein Baugrundgutachten erstellt zu haben, handelt grob fahrlässig. 1000 Euro für ein Gutachten sind viel Geld, spielen aber in der Gesamtinvestition nur eine untergeordnete Rolle. Viele Bauunternehmen haben ein Baugrundgutachten allerdings bereits im Kaufpreis eingeschlossen. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 50 (2017)

Soll das Handyverbot an Bayerns Schulen gelockert werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 15. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV)

(JA)

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes 1987 bis 2017

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.