Bauen

Das neue ORC der US-Army in Grafenwöhr. (Foto: Edwin Kunz)

26.09.2014

Schicke Freizeitanlage für US-Soldaten

Das Outdoor Recreation Center der US-Army in Grafenwöhr setzt auf Holz- und Schindelarchitektur

Das Outdoor Recreation Center (ORC) der US-Garnison Bavaria in Grafenwöhr ist eine in ihrer Form und Konzeption europaweit einzigartige Freizeit- und Erholungsanlage für Soldaten und deren Angehörige. Statt einfach „Beton-Bunker“ in die Landschaft zu stellen, hat sich die US-Armee, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach mit dem Leiter im Bereich Hochbau Peter Thumann, für die Variante des Architekten Karlheinz Beer – Büro für Architektur und Stadtplanung aus Weiden entschieden. Diese nimmt besondere Rücksicht auf die topographischen und landschaftlichen Merkmale des Orts und bindet das Erlebnis der Natur in ihr pädagogisches Konzept mit ein.
Beer und sein Team unter Projektleiter Alexander Würner verwendeten eine Holz- und Schindelarchitektur, die für diese Region typisch ist und auf eine lange Tradition in der Oberpfalz zurückblickt. So konnten die Gebäudeeinheiten harmonisch in den Naturraum eingefügt und eine helle, freundliche Anlage geschaffen werden, deren Architektur sich mit der Landschaft zu einem kraftvollen, besonderen Ort verwebt.
Das Hauptgebäude, der Kletterturm und das Lagergebäude bilden ein bauliches Ensemble, das mit den Zufahrtswegen, dem Naturerlebnispfad und den Outdoor-Freizeitanlagen optimal vernetzt ist. Ursprünglich als ein großer Komplex geplant, wurden aus gestalterischen und funktionalen Gründen der Kletterturm und das Lagergebäude aus der Fläche des Hauptgebäudes herausgenommen und zu eigenständigen Gebäuden entwickelt. Alle Haupt- und Nebennutzflächen sind ebenerdig und barrierefrei zugänglich und der Kletterturm autark nutzbar. Der gemeinsame Vorplatz schafft Blickbezüge in die Landschaftsräume und vermittelt über Stufen und Rampen den topographischen Höhenunterschied.

Sanitärgebäude wurde
als Betonbau errichtet


Die zentrale Aula mit verglastem Eingangsbereich empfängt den Besucher offenherzig und dient als Verteiler in alle Funktionsbereiche. Der Bürotrakt bietet hervorragende Übersicht über das Gelände und die Zufahrt, gleichzeitig sind die einzelnen Büros in ihrer Einsehbarkeit von außen geschützt. Die Einbettung in den Naturraum geschieht über Holzverkleidungen und die extensive Dachbegrünung. Nach Westen öffnet sich das Gebäude verstärkt mit Glasflächen in den Landschaftsraum.
Der Multifunktionsraum und das Café mit Terrasse sowie Biergarten sind mit herrlichem Blick auf den Dickhäuter-See angeordnet. Das Café und die Küche können auch außerhalb der Betriebszeiten des Hauptgebäudes eigenständig bewirtschaftet werden.
Ebenfalls mit Blick auf den See, aber gemütlich und geschützt im Waldbereich, liegen die Doppelhäuser mit den Ferienwohnungen, das Sanitärgebäude und der Zeltplatz. Um den Eindruck einer für die Region typischen Siedlung zu schaffen, wurden die Gebäude mit Satteldächern statt mit Flachdächern gestaltet. Die städtebauliche Konzeption lässt eine Erweiterung zu.
Die familienfreundlichen Ferienwohnungen sind barrierefrei zugänglich und in ihrer inneren Orientierung jeweils verschiedenen Himmelsrichtungen zugeordnet, wodurch die Privatsphäre der Bewohner optimal geschützt wird. Konstruiert wurden die Doppelhäuser in Holzbauweise, das höhere Raumvolumen der Satteldachvariante konnte für ein zusätzliches Hochbett je Ferienwohnung genutzt werden. Innen sorgt die sichtbare rustikale Echtholzoptik im Bereich der Böden, Decken und Wände für eine wohnliche Atmos-phäre. Außen sind Wände und Dächer mit Holzschindeln verkleidet, was zum dörflichen Charme und einem einheitlichen Erscheinungsbild beiträgt.
Den Zeltplätzen zugewandt liegt der Zugang zum Sanitärgebäude, das sich im Schnittpunkt der Fußwege des Areals befindet. Wegen den hohen Anforderungen der Feuchte im Innern wurde es in Betonbauweise errichtet und besitzt eine hinterlüftete Dachkonstruktion. Außen ist es ebenfalls mit Holzschindeln verkleidet und gewährleistet mit vorgestellten Dächern einen regengeschützten Bereich an den Türen.
Mit dem Kletterturm als Solitär hat Architekt Beer ein Wahrzeichen für das gesamte Areal geschaffen. Das in Stahlbeton erstellte und mit Holzschindeln bekleidete Gebäude dient als zentraler Treffpunkt, markiert den Zugang zum Hauptgebäude und ist Anfangs- und Endpunkt für den Naturerlebnispfad.
Im Laufe der Planung wurde der Kletterturm des Outdoor Recreation Centers aus dem Hauptgebäude herausgelöst. Dadurch ist es jetzt autark und barrierefrei nutzbar sowie sehr gut mit dem Freigelände vernetzt. Im Innern sorgt das Oberlicht für reichlich Tageslicht und lässt die Kletterer „gen Himmel streben“. Damit bietet die Kletterhalle ein beindruckendes sportliches Erlebnis und wird mit ihren Wänden bis 14 Metern Höhe und den Boulderflächen verschiedensten Anforderungen gerecht. (Friedrich H. Hettler)

(Der Eingangsbereich; der Multifunktionsraum; der Empfangsbereich und der Kletterturm - Fotos: Edwin Kunz)

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