Bauen

Die beiden Spielfelder der Zweifach-Halle. (Foto: KuchenreutherArchitekten)

27.07.2012

Schwebender Baukörper

Neubau einer Zweifach-Sporthalle und einer Mensa an der Dr. Franz Bogner-Schule in Selb

Mit dem Neubau der Turnhalle und Mensa an der Dr. Franz Bogner-Schule erreichte das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Kuchenreuther Architekten/Stadtplaner, Marktredwitz, Transparenz: „Öffentlichkeit durch Architektur, vorrangig erreicht durch räumliche und nicht vordergründig materielle Transparenz“, betont Architekt Peter Kuchenreuther bei der Eröffnung am 28. Oktober 2011.
Die Anforderungen, die an das Marktredwitzer Architekturbüro gestellt wurden, waren die Elemente einer Zweifachsporthalle und einer Mensa mit Aufenthaltsräumen. Nun könne man das als einfaches Raumprogramm ansehen, das es zu erfüllen gilt, so Kuchenreuther. Wenn man sich jedoch intensiver mit der Aufgabe beschäftigt und in den Schriften von Bernhard Bueb liest, dem ehemaligen Rektor des Elitegymnasiums in Salem, wie er in seinen beiden Büchern, Lob der Disziplin und Von der Pflicht zu führen, eindrucksvoll schildert, dass es auch neben dem Lernen innerhalb der Klassenzimmer noch viele weitere Komponenten in der Erziehung gibt, um einen charaktervollen Menschen auszubilden.

Die Decke
als prägendes Element


So zum Beispiel die geänderten Gesellschaftsformen von heute mit den doppelt berufstätigen Eltern, die auf eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder angewiesen sind. Oder die Wichtigkeit des Sports als körperlichen Ausgleich und vor allem das Spiel im Sport, welches die Teamfähigkeit in hohem Maße schult. Gerade diese Teamfähigkeit anstatt überzogener Individualismus ist es, der immer wieder von Unternehmen gefordert wird, betonte der Planer.
Als übergeordnetes Strukturelement hat das Büro Kuchenreuther den Bestand des Altbaus mit der wunderschönen Bogenform der Haupterschließung aufgenommen und als „roten Faden“ weitergeführt. Der Flur erschließt vom Altbau kommend die Aufenthaltsräume zur linken und die Mensa zur rechten Seite. Weiter, den zweiten Zugang von der Parkplatzseite durchschreitend, gelangt man letztendlich in den Hallenbereich. Hier hat man im Gegensatz zum ursprünglichen Bestand nun eine Offenheit, eine Transparenz des Sportunterrichts, mit dem großen Überblick von der Galerieebene.

Der Raum
entwickelt sich nach unten


Dieser Einblick in die Halle von der Ebene der Haupterschließung aus war dem Planungsbüro wichtig. Die Decke läuft als prägendes Element durch, der Raum entwickelt sich nach unten, der Sportunterricht wird im ganzen Haus präsent, wie auch die Aufenthaltsräume und die Mensa, so Kuchenreuther über das architektonische Konzept.
Gegenüber dem historischen Bestand hat sich das Planungsbüro mit der Neukonzeption untergeordnet. In der Höhe habe man die bestehende Schule respektiert, das Volumen der Halle wurde somit eingegraben, erklärte der Planer. Es zeichnen sich die drei funktionalen Baukörper ab. Halle und Mensa sind in einem zurückhaltenden Anthrazit-Ton gehalten, die Aufenthaltsräume wirken als roter schwebender Baukörper.
Im Inneren sind die Materialien zurückhaltend eingesetzt worden, neben den massiven Wänden und Decken, die in weiß gehalten sind, ist lediglich ein Farbspiel aus rot und blau, den Selber Stadtfarben zum Einsatz gekommen. (FHH)

(Die neue Sporthalle am Abend und das Farbensoiel aus rot und blau, den Selber Stadtfarben - Fotos: Kuchenreuther Architekten)

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