Bauen

Der neue Wärmespeicher der N-Ergie in Nürnberg-Sandreuth. (Foto: N-Ergie)

20.02.2015

Sichtbares Zeichen der Energiewende

Der neue Wärmespeicher der N-Ergie in Nürnberg-Sandreuth

Nachdem die Arbeiten an der Fassade des Wärmespeichers auf dem Kraftwerksgelände der N-ergie in Nürnberg-Sandreuth sind abgeschlossen waren, stand der Inbetriebnahme dieses innovativen Energieprojekts nichts mehr im Weg. Beginn für die rund eineinhalb Jahre dauernden Bauarbeiten war Anfang August 2013. Da das Heizkraftwerk nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, war bislang die Stromerzeugung von der Wärmeerzeugung abhängig. Mit dem Wärmespeicher können die Erzeugungsprozesse nun zeitlich entkoppelt werden.
Durch den Wärmespeicher kann die Strom- von der Wärmeerzeugung zeitlich entkoppelt werden, was den Einsatz des Heizkraftwerks noch flexibler macht. Wenn mehr Strom erzeugt werden muss, weil beispielsweise wenig Strom aus erneuerbaren Energien verfügbar ist, fährt das Kraftwerk die Leistung hoch und die dabei entstehende überschüssige Wärme wird in den Speicher geladen – umso mehr, je geringer der aktuelle Bedarf im Fernwärmenetz ist. Wird dagegen viel Ökostrom in das Netz eingespeist, wird die Leistung des Kraftwerks gedrosselt und die notwendige Fernwärmeversorgung kann anschließend über die Entladung des Wärmespeichers erfolgen.
Der Stahlbehälter des Wärmespeichers fasst rund 33 000 Kubikmeter Wasser. „Ich bin stolz, dass auch unser Wärmespeicher, den wir derzeit auf unserem Kraftwerksgelände in Nürnberg-Sandreuth bauen, zu den Gestaltern der Energiewende in Bayern gehört“, sagte Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie AG. „Unser Wärmespeicher ist deutschlandweit ein Vorreiterprojekt und mit seinen 70 Metern Höhe und seinen 26 Metern Durchmessern bereits zum neuen Nürnberger Wahrzeichen der Energiewende geworden. Er ist ein Symbol dafür, dass wir die Energiewende in der Region aktiv umsetzen.“
Der Nürnberger Wärmespeicher ist mit seinen 70 Metern Höhe und einem Durchmesser von 26 Metern ein sichtbares Zeichen für die Umsetzung der Energiewende in der Region. Er nimmt deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein und gehört derzeit zu den höchsten in Europa. Als erster Heißwasserspeicher in Deutschland arbeitet er mit einer Zwei-Zonen-Technik. Gegenüber gängiger Ein-Zonen-Technik mit maximal rund 98 Grad, sind hier Speichertemperaturen von über 100 Grad und damit die Einspeicherung einer größeren Wärmemenge möglich. In Nürnberg-Sandreuth sind dies künftig rund 1500 Megawattstunden.

Eine 50 Zentimeter dicke Isolierschicht


Verkleidet ist der Speicher mit einer silbernen Außenhaut. Darunter wurde eine 50 Zentimeter dicke Isolierschicht zur Wärmedämmung montiert. Bei den Arbeiten kamen spezielle Hebebühnen, so genannte Mastkletterbühnen, zum Einsatz, die an der 70 Meter hohen Wand auf- und abfuhren. Die letzten Elemente der Verkleidung wurden Ende November angebracht.
Die Außenseite besteht hauptsächlich aus Trapezblech. Durch horizontale Fassadenrücksprünge und vertikal laufende Verblendungen, so genannte Lisenen, entsteht eine Optik, die an die früheren Gasbehälter auf dem Areal erinnert. Die Gestaltungsplanung ist in enger Abstimmung mit dem Architekten sowie dem Stadtplanungsamt entstanden und berücksichtigt die Anregungen des Baukunstbeirats. Der Wärmespeicher hatte im Juni 2014 seine endgültige Höhe erreicht. Danach wurde er rund 50 Tage lang mit 33 Millionen Litern speziell aufbereiteten Wasser gefüllt. Ende November ging der Wärmespeicher in den Probebetrieb. Anfang 2015 lief er dann im Normalbetrieb. > BSZ

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Kommentare (1)

  1. duerschinger architekten am 24.02.2015
    Es war technisch und gestalterisch ein langer Weg zu einer letztendlich selbstverständlichen Fassadengestaltung dieses neuen Stadtbausteins. Wir hätten zumindest eine Namensnennung für unsere engagierte Mitwirkung bei diesem bedeutenden Wahrzeichen der Energiewende verdient.

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