Bauen

Sinkende Bau- und Grundstückskosten sind der Schlüssel für preiswerten Wohnraum. (Foto: Bilderbox)

01.10.2014

Sinkende Bau- und Grundstückskosten

Die bayerische Wohnungswirtschaft zeigt sich verhalten optimistisch

Das Thema bezahlbares Wohnen ist angesichts der angespannten Lage in den bayerischen Ballungszentren so aktuell wie selten zuvor. Die bayerische Wohnungswirtschaft blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. „Das Wohnen ist endlich in der Politik angekommen“, sagte Xaver Kroner, Vorstand des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) in Nürnberg. Nun müsse es gelingen, die Bau- und Grundstückskosten zu senken, denn sie sind die Stellschraube für preiswerten Wohnraum.

So viel Aufmerksamkeit, wie schon lange nicht mehr

Auf Bundesebene hat sich im Juli unter der Federführung des Bundesbauministeriums ein Bündnis für „bezahlbares Wohnen und Bauen“ gegründet. In Bayern erklärte Bauminister Joachim Herrmann 2014 zum Jahr des Wohnungsbaus. „So viel Aufmerksamkeit für die Herausforderungen unserer Branche gab es schon lange nicht mehr“, stellt Kroner fest. Auch die bayerischen Baufertigstellungen gehen im zweiten Jahr in Folge wieder nach oben. „Doch im Geschosswohnungsbau entstehen überwiegend Eigentums- oder hochpreisige Mietwohnungen“, so der Verbandsdirektor. Von der Politik erhofft er sich neue Impulse, um auch den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen wieder attraktiver zu machen. Schließlich ist das Zinsniveau nach wie vor historisch niedrig. „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, für unsere Bevölkerung erschwinglichen Wohnraum zu bauen, dann wird es nie gelingen“, prophezeit Kroner.

Alles auf den Prüfstand

Deshalb müsse alles, was Grundstückskosten, Baukosten und Baunebenkosten beeinflusst auf den Prüfstand. Von der vom Bundesbauministerium geplanten Baukostensenkungskommission erwartet sich Kroner ein Ende der Preisspirale. Denn die Baukosten seien inzwischen so hoch, dass sich Neubau unter zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter nicht mehr rechnet. An die Kommunen appelliert der Verbandsvorstand, städtische Grundstücke grundsätzlich nach Konzeptqualität und nicht im Höchstpreisverfahren zu vergeben. Auch eine Reduzierung des Stellplatzschlüssels für Pkw würde die Baukosten senken, wenn dadurch auf den Bau von Tiefgaragen verzichtet werden könnte. Den frei-finanzierten Mietwohnungsbau könne der Staat durch verbesserte Abschreibungsbedingungen wieder attraktiver für Investoren machen. Und der Freistaat Bayern sollte die Vergaberegeln im geförderten Wohnungsbau modifizieren.
Im VdW Bayern sind 458 sozialorientierte bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen – darunter 333 Wohnungsgenossenschaften und 88 kommunale Wohnungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen verwalten rund 520 000 Wohnungen. (BSZ)

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