Bauen

Josef Poxleitjner, Leiter der Obertsen Baubehörde. (Foto: OBB)

16.08.2013

"Sorgfältig aufeinander abgestimmt"

OBB-Kolumne: Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde, über Baustellenmanagement

In diesem Jahr wird rund eine Milliarde Euro in das Bestandsnetz der bayerischen Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen investiert. Diese hohe Investitionssumme schlägt sich in einer Vielzahl von Baustellen bei laufendem Verkehr nieder. So führt die Bayerische Straßenbauverwaltung im Jahr 2013 auf den Autobahnen über 100 Baumaßnahmen längerer Dauer durch, auf den Bundesstraßen etwa 400 und auf den Staatsstraßen rund 500. Hinzu kommen alleine auf den Autobahnen 40 000 Verkehrseingriffe durch Arbeiten, die innerhalb eines Tages beendet sind.
Dabei sollen möglichst keine Verkehrsbeeinträchtigungen spürbar sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Baustellen sorgfältig aufeinander abgestimmt und jede für sich verkehrlich optimiert. So wird versucht, die Bauarbeiten in die verkehrsschwächeren Zeiträume der witterungsbedingt möglichen Bausaison zu legen. Die verkehrsschwächeren Zeiträume werden auf Grundlage der jeweils vorhandenen Verkehrsbelastung bestimmt und können von Strecke zu Strecke variieren. Starre Ausschlusszeiten für Baumaßnahmen sind deshalb nicht zielführend. Strecken mit einem hohen Anteil an großräumigem Reiseverkehr werden nach Möglichkeit in den Ferienzeiten von Baustellen frei gehalten. Bei Strecken mit einem ausgeprägten Anteil an Berufspendlern kann es hingegen sinnvoll sein, die Arbeiten bewusst in die Ferienzeiten zu legen.
Die Baumaßnahmen werden untereinander so koordiniert, dass sie sich gegenseitig möglichst nicht negativ beeinflussen und die Verkehrsbeeinträchtigungen insgesamt minimiert werden. Die Koordination der Maßnahmen erfolgt bayernweit in einem mehrstufigen Abstimmungsprozess zwischen Autobahndirektionen und Staatlichen Bauämtern. Dabei sollen eine Ballung von Baustellen auf einzelnen Streckenzügen und parallele Arbeiten auf möglichen Ausweichrouten vermieden werden. Berücksichtigt werden auch angrenzende Maßnahmen in den Nachbarländern sowie kommunale Straßenbaumaßnahmen.
Auf den Autobahnen wirken sich Verkehrsbeeinträchtigungen wegen der hohen Verkehrsmengen besonders negativ aus. Dort unterstützen eigens bestellte Baustellenkoordinatoren bei der verkehrlichen Bewertung und der Koordination der Baustellen. Um den Verkehrsfluss trotz Baustelle möglichst wenig einzuschränken, ist die Anzahl der Fahrstreifen in diesem Jahr an zwei Dritteln aller Autobahnbaustellen gegenüber dem Normalzustand nicht verringert worden. Zur Beschränkung der Baustellendauer auf das unbedingt Nötige werden die Mindestbauzeiten sorgfältig ermittelt und vertraglich bindend vorgegeben. Die Firmen werden mindestens zur Ausnutzung des Tageslichts und zur Samstagsarbeit verpflichtet. Wenn erhebliche Verkehrsstörungen zu erwarten sind, wird geprüft, ob eine Ausweitung der Arbeitszeit auf 24 Stunden/Tag an sieben Tagen die Woche sinnvoll ist. Im diesem Jahr wird an jeder fünften Autobahnbaustelle rund um die Uhr gearbeitet.

Mindestbauzeit vertraglich bindend vorgegeben


Besondere verkehrliche Brennpunkte erfordern besondere Maßnahmen. Auf der A 9 muss dieses Jahr zwischen den Autobahnkreuzen Neufahrn und München-Nord in drei Abschnitten der offenporige Asphalt erneuert werden. Da dieser Belag in einem Stück auf gesamter Breite eingebaut werden muss, kann während der Arbeiten jeweils nur eine Richtungsfahrbahn für den Verkehr frei gehalten werden. Von acht Fahrstreifen stehen maximal noch fünf zur Verfügung.
Bei einem durchschnittlichen Verkehr von 135 000 Fahrzeugen pro Tag wären besonders im Berufsverkehr Stauungen nicht zu vermeiden. Gearbeitet wird deshalb an insgesamt sechs Wochenenden jeweils ab Freitagabend rund um die Uhr, damit Montag früh vor Einsetzen des Berufsverkehrs wieder alle acht Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Im Sommer wurden die Wochenenden gewählt, an denen mit dem geringsten Urlaubsverkehr gerechnet wird.

(Erneuerung des offenporigen Asphalts auf der A9 - Foto: OBB)

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