Bauen

04.07.2014

Über 50 Trassenvarianten

Interessante Ausstellung über "80 Jahre Autobahnring München"

„Mitten hindurch oder außen herum?“, das ist hier die Frage und zugleich der Titel des akribisch dokumentierten Katalogs zur langen Planungsgeschichte des Autobahnrings München. Die Autoren Roland Gabriel und Wolfgang Wirth recherchierten in Sachen Autobahnring München, wie und wann er eigentlich entstand. Sie verfassten eine umfassende Chronik, die Pläne, Karten, Skizzen, Illustrationen, und Fotos enthält. An seiner Entwicklungsgeschichte, die bis ins Jahr 1889 zurückreicht, zeigt sich auch ein Stück Münchner Verkehrs- und Stadtgeschichte.

Wechselvolle Planungsgeschichte


Die Ausstellung „80 Jahre Autobahnring München“, zu sehen im Plan Treff an der Blumenstraße 31, beleuchtet anhand von Kurzchroniken einen Überblick der wechselvollen Planungsgeschichte des aufwendigen Projekts in seinen verschiedenen Phasen. Dokumentiert und kommentiert werden die bedeutendsten Ringprojekte anhand der Frühgeschichte, den verschiedenen Bauperioden und Diskussionsphasen bis hin zur Ausführung ab 1967 und zur Vollendung des Dreiviertelrings im Jahr 2006.
Der Startschuss für die so genannte Ringstraße fiel schon sehr früh. Im Jahr 1889 entstand ein Plan für eine „Äußere Ringstraße“. Da es jedoch kaum motorisierte Gefährte gab, standen autogerechte Straßen kaum zur Debatte. Im Dritten Reich, als aus Berlin erste Ideen für Reichsautobahnen bekannt wurden, machte man sich auch in München an die Planung eines Autobahnrings. Damals rechnete man mit rund 4000, heute sind es etwa 160 000 Fahrzeuge, für die geplant werden muss(te).
Zwischendurch wollte man anstelle einer Umfahrung der Stadt, dass die Autobahn bis in die Stadtmitte führt, „um Touristen und Geschäftsleute mit offenen Armen zu empfangen“, wie es im Staffelwunschplan hieß. Fritz Todd, der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, griff aber die älteren Pläne wieder auf und man machte sich daran, den 59 Kilometer langen Münchner Reichsautobahnring zu erstellen.
Nach einer kriegsbedingten Pause wurde dieses Projekt von Stadtbaurat Karl Meitinger 1946 fortgeführt. Ab 1950 gab es eine erneute Abänderung des „Inneren Autobahnrings“. Um den Durchgangsverkehr umzuleiten, sollte er eine Doppelfunktion übernehmen und zugleich auch den städtischen Verkehr entlasten. Anlässlich der Olympischen Spiele entstand so der Mittlere Ring.
1962 wurde nach und nach der „Äußere Fernstraßenring“ geschlossen. Heute sind sieben der acht Autobahnen im Münchner Umland angeschlossen. Die Formenvielfalt der Autobahnführung, mal als Ringe, Sterne, Kreuze, Tangenten oder „Schale mit Kern“ tauchten auf, wurden verwendet oder verworfen.

Blick in die Vergangenheit, um Fehler zu vermeiden


„Wenn man Zukunft gestalten will, lohnt ein Blick in die Vergangenheit – um Fehler nicht zu wiederholen oder auch, um an gute Einfälle anzuknüpfen“, schreibt Johanna Rumschöttel, die frühere Landrätin des Landkreises München, als Grußwort in den präzise erstellten Katalog zur Planungsgeschichte des Autobahnrings München. (Eva-Maria Mayring)


Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Juli 2014 im Plan Treff, Blumenstraße 31 zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag jeweils von 8.00 bis 18.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

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