Bauen

Als geschlossene Schallschutzbebauung entwickelt. (Foto: AWO München)

03.08.2012

Variantenreiches Farbenspiel

Das AWO Zentrum Haidpark im Münchner Norden

Am Rand der neuen Siedlung am Haidpark im Münchner Norden gelegen wurde im Zuge eines Wettbewerbsverfahrens 2009 eine geschlossene Schallschutzbebauung entlang der Bahngleise sowie der Fröttmaninger Haide entwickelt. Die westlich angrenzenden Nachbarbebauungen bilden den Bezugsmaßstab für das neue Gebäude, sie geben die „städtebauliche Körnung“ vor. Über differenzierte Höhenentwicklungen und Gebäudeeinschnitte werden innerhalb der Gesamtfigur vier Hauseinheiten nach außen ablesbar abgezeichnet, Licht dringt tief ins Gebäudeinnere und es sind schöne Ausblicke in die Haidelandschaft sowie in das neue Quartier am Haidpark möglich. Entlang der Bahngleise bilden zwei „turmartige“ siebengeschossige Häuser den Quartierseingang ins neue Quartier.
Im Erdgeschoss werden über einen teils zweigeschossigen öffentlichen Durchgang die beiden neu gestalteten Plätze miteinander verbunden und bilden die fußläufige Verbindung von der U-Bahnstation Fröttmaning über das neue Gebäude ins Quartier am Haidpark.
An den Quartiersplätzen im Erdgeschoss wurde ein Einkaufsmarkt mit angegliedertem Cafe und Freisitz geplant. Südlich der öffentlichen Durchwegung sind ein Copyshop der AWO „Projekt Print“ sowie ein Mehrzweckraum für die Studierenden mit Freisitz auf dem Platz situiert. Die Hausmeisterwohnung, der Eingangsbereich des betreuten Wohnens mit Gemeinschaftsraum und angegliederter Verwaltung folgen in westlicher Verlängerung. Die Verwaltung kann sowohl für die Studierenden, als auch für die Bewohner des betreuten Wohnens kreuzungsfrei besucht werden.

Großartige Blickbeziehung


In den Obergeschossen werden von Westen das betreute Wohnen mit 24 Apartments über vier Etagen sowie östlich anschließend 203 Wohnplätze für Studierende untergebracht. Die Gliederung der Gesamtfigur ermöglicht vielfältige Aufenthaltsbereiche auf den Terrassen in den Obergeschossen 1, 4 und 5. Im 5. und 6. Obergeschoss wurde an der Nordseite ein zweigeschossiger Gemeinschaftsraum für die Studierenden eingeplant mit fantastischen Blickbeziehungen in die Haidelandschaft und zur Architektur der U-Bahn und Allianz Arena. Der Baukörper orientiert sich, der besonderen Lage am Rand der Haide und des Quartierseingangs entsprechend, mit vier hofartigen Gebäudeeinschnitten hin zu den Freiräumen. Belichtete Treppenräume schaffen dabei spannende Außenbeziehungen.
Jeweils an den Kopfenden der Gebäudeeinschnitte sind Wohngruppen mit teils zweigeschossigen Gemeinschafts- beziehungsweise Gruppenräumen situiert, welche ebenfalls ein besonderes Mass an Außenbezug für alle Bewohner bieten. Es wird ein Mix aus Einzelapartments und Wohngruppen organisiert. Über interne Maisonettetreppen werden die Ebenen der zweigeschossigen Wohngruppen verbunden, kleine Lufträume schaffen innerhalb der Gruppen spannende Raumbeziehungen über die Geschosse hinweg. Jede Wohngruppe hat eine gemeinsame Küche, die Einzelapartments sind mit einer eigenen kleinen Küchenzeile ausgestattet.
Für die Wohnungseingangstüren der Apartments des studentischen und betreuten Wohnens wurde zusammen mit der Künstlerin Katherina Mair aus Wien ein Farbkonzept entwickelt, welches mit Farbtönen der Haidelandschaft ein variantenreiches Farbspiel in den Fluren erzeugt. Jeweils fünf Farbtöne in Flieder- und Grüntönen sind mit Farbverläufen versehen auf die verschiedenen Eingangstüren verteilt.
Die Wohnplätze entlang der Bahn werden mittels vorgelagerter Schallschutzverglasungen in Form von Kastenfenstern geschützt. Eine natürliche Lüftung ist somit trotz der vorhandenen Schallbelastungen möglich. Alle weiteren Apartments erhalten eine mechanische Wohnraumlüftung über Fassadenlüfter.
Die beiden neuen Platzflächen bilden die zentralen öffentlichen Freibereiche des AWO Zentrums. Zur U-Bahn hin wird der vorhandene Höhenunterschied des Geländes mittels Rampen und Treppenstufen vermittelnd ausgebildet, es ergeben sich schöne informelle Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Über die fußläufige öffentliche Durchwegung verbunden, nimmt die innere Platzfläche die Erschließung der erdgeschossigen gewerblichen Nutzung sowie der Eingangsbereiche des studentischen und betreuten Wohnens auf.
Die Erschließung des südlich angrenzenden Kindergartens erfolgt ebenfalls über diese Platzfläche. Über eingestreute Pflanzinseln aus Waldkiefern und rötlich violett eingefärbte Sitzmöbel erhalten die Platzflächen eine besondere, südlich anmutende Atmosphäre. Über eine weitere kleine Wegeverbindung gelangt man vom Platz aus direkt in die nördlich angrenzende Haide.
Mit der Planung des AWO Zentrums Haidpark betraut waren Blauwerk Architekten Partnerschaft Kern+Repper, München. Für die Landschaftsplanung verantwortlich zeichnen Grabner+Huber Landschaftsarchitekten, Freising.  (Tom Repper

(Blick auf die U-Bahnstation Fröttmaning und die Allianz Arena - Foto: AWO München)

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