Bauen

Der südliche Trassenabschnitt im Waldgebiet. (Foto: Luftbild Hajo Dietz)

06.02.2015

Verkehrssicherheit und -qualität erhöht

Neubau einer zweibahnigen Bundesstraße mit Talquerung

Die Bundesstraße 2 (B 2) von Augsburg nach Nürnberg ist eine wichtige überregionale Straßenverbindung dieser beiden Wirtschaftsräume sowie ein wichtiger Verkehrszubringer des Landkreises Roth, des südlich angrenzenden Raums Weißenburg und Pleinfeld sowie weiter Teile des Fränkischen Seenlands an den Ballungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen und zur Bundesautobahn A 6. Im Bereich der Baumaßahme ist sie mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von rund 15 000 Kfz bei einem Schwerverkehrsanteil von etwa 20 Prozent stark belastet, sodass sich täglich lange Fahrzeugkolonnen bilden, die insbesondere in den Morgen- und Abendspitzen den Verkehrsfluss erheblich beeinträchtigen.
Die hohe Verkehrsbelastung führt in der rund 500 Meter langen Ortsdurchfahrt von Untersteinbach nicht nur zu erheblichen Belästigungen der Anwohner durch Lärm und Schadstoffe, sondern erschwert auch die Querung der B 2 für Fußgänger. Auf der bestehenden zweistreifigen Trasse wurden aufgrund von zu nahem Auffahren beziehungsweise riskanten Überholmanövern etliche Unfälle in der Vergangenheit registriert.
Durch den nun verwirklichten zweibahnigen, vierstreifigen Ausbau wird die Überholmöglichkeit, insbesondere des sehr starken Güter- beziehungsweise Schwerverkehrs, wesentlich verbessert und damit die Verkehrssicherheit und -qualität entscheidend erhöht. Zudem wird Untersteinbach von den Lärm- und Abgasimmissionen entlastet. Für den Streckenabschnitt der B 2 wird in Zukunft ein Verkehrsaufkommen von etwa 19 500 Kfz prognostiziert. Der Ausbau der B 2 im Bereich von Untersteinbach ist im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2004 im „vordringlichen Bedarf“ enthalten.

Zeitgleiche Arbeiten
an den drei Bauwerken


Der Neubau der Ortsumgehung schließt direkt südlich an den im Jahr 2009 fertiggestellten, vierstreifigen Ausbau zwischen Roth und der Anschlussstelle Kiliansdorf an. Nach etwa 1,3 Kilometern überquert sie mit einer neuen Talbrücke das Steinbachtal, unterquert im Anschluss die Gemeindeverbindungsstraße (GVS) von Untersteinbach zur Kreisstraße RH 6 und schwenkt nach einer Gesamtbaulänge von etwa 3,6 Kilometern auf die Bestandstrasse zurück. Neben dem Bundesstraßenneubau wird die eben erwähnte GVS auf einer Länge von rund 700 Metern ausgebaut und ein parallel verlaufender Geh- und Radweg neu angelegt, die alte Trasse der B 2 zur Gemeindeverbindungsstraße rückgebaut und ein Kreisverkehr zum Anschluss der nahe gelegenen Otto-Lilienthal-Kaserne errichtet.
Beim Bau der Ortsumgehung von Untersteinbach waren drei neue Ingenieurbauwerke vorgesehen: das Brückenbauwerk für die Überführung der Gemeindeverbindungsstraße Untersteinbach – RH 6, die Talbrücke über den Steinbach sowie ein zweites Bauwerk (neben dem Bestehenden) zur Unterführung der St 2409 an der Anschlussstelle Kiliansdorf für die zweite Fahrbahn.
Das Überführungsbauwerk der GVS wurde als semiintegrales Bauwerk ausgeführt. Es hat eine Stützweite von rund 50 Metern, eine Breite zwischen den Geländern von 12,3 Metern und wurde so ausgebildet, dass es jetzt auch dem neuen Geh- und Radweg entlang der Gemeindeverbindungsstraße Platz bietet. Das Bauwerk über das Steinbachtal ist eine dreifeldrige Brücke mit einer Gesamtstützweite von etwa 74 Metern. Die getrennten Überbauten (für jede Fahrtrichtung einer) wurden als Vollplatte ausgebildet. Das Bauwerk hat eine lichte Höhe von rund 8,5 Metern über dem Tal.
Die Brücke an der Anschlussstelle Kiliansdorf stammt aus dem Jahr 1974. Da ihre Breite nur den alten zweistreifigen Querschnitt aufnehmen konnte, wurde ein zusätzliches Bauwerk direkt nebenan errichtet. Da die alte Brücke bereits erhebliche Schäden zeigte, erwies es sich als wirtschaftlicher, nach Errichtung der neuen Brücke und der anschließenden Verkehrsumlegung ebenfalls einen Neubau vorzunehmen. Die neuen Brücken haben eine Stützweite von rund 45 Metern. Als Konstruktionsart wurde ein zweistegiger Plattenbalken gewählt.
Die Baumaßnahme begann mit einem feierlichen Spatenstich im Oktober 2012. An den drei Bauwerken wurde größtenteils zeitgleich gearbeitet, da besonders die Arbeiten am Anschlussstellenbauwerk in Kiliansdorf „auf dem kritischen Weg“ liegen. Der Streckenbau begann im April 2013, die Verkehrsfreigabe erfolgte Mitte 2014. Restarbeiten wie der Rückbau der alten B 2 und der Bau des Kreisverkehrs werden heuer getätigt. Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro.
Die Arbeiten an der Ortsumgehung von Untersteinbach stellten die ausführende Firma vor eine besondere Herausforderung. Aufgrund eines8 deutlichen Einschnittsverlaufs der Trasse im mittleren Bereich wurde Grundwasser mit einer Mächtigkeit von bis zu drei Metern angetroffen. Zur schadlosen Abführung dieses Wassers war es erforderlich, Tiefenentwässerungsleitungen, Stützscheiben und Böschungssickerschichten herzustellen.
Ebenso gestaltete sich der Erdbau äußerst aufwendig. Die heterogenen, witterungsempfindlichen Böden mussten vor dem Wiedereinbau mit einem Mischbindemittel verbessert werden. Insgesamt wurden 300 000 Kubikmeter Erdmassen bewegt. 150 000 Kubikmeter Überschussmassen konnten in trassennahen Deponien und in einem Sichtschutzwall eingebaut werden. Das Straßenoberflächenwasser wird in drei Rückhaltebecken mit vorgeschalteten Absetzbecken und einem Gesamtstauvolumen von 1900 Kubikmetern gesammelt und gedrosselt dem Steinbach zugeführt.
Nach Fertigstellung der Ortsumgehung Untersteinbach fehlt als Lückenschluss zur bereits bestehenden dreistreifigen Ortsumgehung Röttenbach im Süden noch die Ortsumgehung von Wernsbach. Diese ist ebenfalls im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2004 im „vordringlichen Bedarf“ als vierstreifiger Neubau enthalten. Das Staatliche Bauamt Nürnberg hat hierzu bereits die Planfeststellungsunterlagen vorgelegt. Die zeitliche Realisierung bleibt vom weiteren Verlauf des Verfahrens sowie von den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln abhängig. (Christoph Eichler)

(Die neue Gemeindeverbindungsstraßenbrücke; Abbruch der alten Brücke an der Anschlussstelle Kiliansdorf - Fotos: Staatliches Bauamt Nürnberg)

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