Bauen

DAs neue Haus 14 des Bezirkskrankenhauses Wöllershof. (Foto: MEDBO)

29.06.2012

Vier Stationen auf zwei Stockwerken

Neubau von Haus 14 am Bezirkskrankenhaus Wöllershof

Abgerissen wurde das alte Haus 14 der Klinik für Psychiatrie, Psychtherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus (BKH) Wöllershof im Herbst 2007. Baubeginn für den Neubau war im Juni 2009. Der Einzug der ersten Patienten erfolgte am 15. März 2012. Der Neubau ersetzt nicht nur das alte Haus 14, sondern nimmt auch die Psychiatrische Ambulanz und große Teile der Klinikverwaltung auf. Obwohl die Jugendstilbauten des Ensembles Wöllershof sehr ansprechend sind, entsprachen die Gegebenheiten nicht mehr den Standards moderner psychiatrischer Unterbringung. Das Bezirkskrankenhaus Wöllershof gehört zu den Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, vertreten durch die medBO GmbH.
Der Neubau bietet auf zwei Stockwerken Platz für vier Stationen. Jede Station verfügt über rund 1400 Quadratmeter Nettogrundfläche. Die Baukosten in Höhe von 18 Millionen Euro Euro tragen der Bezirk Oberpfalz und die medbo GmbH allein. Der Freistaat bestand ursprünglich auf dem Standort Weiden – der Bezirk Oberpfalz hingegen bekannte sich 100 Prozent zu Wöllershof und seiner klinischen Tradition.
Das Gelände des Bezirkskrankenhauses Wöllershof liegt in einem parkähnlichen Waldstück in topographisch exponierter Lage. Das zur Bebauung vorgesehene Areal befindet sich im östlichen Bereich des Klinikgeländes, zentral am malerischen Verwaltungs- und Logistikbereich und jetzt nahe den Besucherparkplätzen östlich des BKH-Areals. Die Baumaßnahme umfasst ein dreigeschossiges Gebäude; der Fassadenaufbau spiegelt die innere Gliederung wieder. Über der Sockelzone erhebt sich der zweigeschossige Pflegebereich. In den angrenzenden Gebäudeteilen befinden sich weitere Pflege- und Funktionseinheiten des Krankenhauses.
Zur Umsetzung des Raumprogramms, geprägt durch die Anforderungen aus der Pflege, wurde ein kompakter „kreisförmiger“ Baukörper gewählt. Er zeichnet sich durch einen viergeschossigen Mittelbau (Untergeschoss bis 2. Obergeschoss) ab, in dem die zentralen Funktionen untergebracht sind. Daran angeschlossen sind zu jeder Seite ein Baukörper (Erdgeschoss bis 2. Obergeschoss), der sich um einen Innenhof als Riegel abzeichnet. Somit erhalten größtenteils alle Räumlichkeiten Tageslicht.
Mit dem Neubau entstand ein zentrales Ensemble, dessen Bauteile und Stationen von der integrierten, zentralen Aufnahme und Ambulanz aus hervorragend und schnell zu erreichen sind. Die kurzen Wege führen zu einer erheblichen logistischen Zeitersparnis.
 Die 4 x 2 Stationen des neuen Klinikgebäudes sind den Themen Allgemein-Psychiatrie I (affektive Störungen), Gerontopsychiatrie, Suchtpsychiatrie und Allgemein-Psychiatrie II (Psychosen) zugeordnet. Die Stationen 1A und 1B gehören zum Bereich Allgemeinpsychiatrie II, zuständig für affektive Störungen mit Schwerpunkt Angst und Depression. Zielgruppen dieser Stationen sind Patienten in einer psychosozialen Krisensituation, insbesondere bei uni-/bipolarer Depression und/oder Angsterkrankungen.
Der Therapieansatz von Wöllershof umfasst spezielle Kriseninterventionstechniken zur schnellen Stabilisierung, den Aufbau einer längerfristigen Therapieplanung, ein Bezugspflegesystem (Primäre Pflege), um Sicherheit und Orientierung zu vermitteln sowie die Integration von stationärer und/oder teilstationärer Behandlung, im Einzelfall einschließlich überbrückender ambulanter Weiterbehandlung. Die Therapieinhalte werden an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtet.

Kompakter
kreisförmiger Baukörper


Die Stationen 1C und 1D (Haus 14) gehören zum Bereich Gerontopsychiatrie mit Schwerpunkt körperlich verursachte psychische Erkrankungen. Zielgruppen dieser Stationen sind Patienten mit psychischen Erkrankungen im Alter (zum Beispiel Demenzerkrankungen, delirante organisch verursachte Zustandsbilder, organisch bedingte affektive sowie wahnhafte Störungen) und anderen organisch psychischen Erkrankungen aller Altersgruppen
Der Therapieansatz zielt auf die Behandlung der körperlichen Ursachen der Krankheitsbeschwerden, insbesondere die Mitbehandlung von neurologischen und internistischen Begleiterkrankungen, eingebettet in ein intensives pflegerisches Grundprogramm. Auf dieser Basis werden die begleitenden psychischen Krankheitsbilder abgeklärt und die Weiterbehandlung in den Familien oder Heimen eingeleitet
Die Stationen 2A und 2B (Haus 14) gehören zum Bereich Suchtpsychiatrie. Zielgruppen dieser Stationen sind Patienten in einer psychosozialen Krisensituation im Rahmen einer Abhängigkeitserkrankung von Alkohol- und/oder Medikamenten sowie die Intensivbehandlung von Patienten mit einer Drogenabhängigkeit. Im Einzelfall werden auch Patienten mit Verhaltenssüchten wie Spielsucht oder pathologischen Mediengebrauchs aufgenommen.
Der Therapieansatz umfasst spezielle Kriseninterventionstechniken zur schnellen Stabilisierung und den Aufbau einer längerfristigen Therapieplanung. Es werden alle Stadien einer Abhängigkeitserkrankung einschließlich der Komplikationen wie Entzugs- und Intoxikationssyndrome sowie von Folgeschäden und psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen behandelt. Ferner werden weiterführende Behandlungen wie eine Entwöhnungstherapie vorbereitet und Kontakte zu Selbsthilfegruppen geknüpft.
Die Stationen 2C und 2D (Haus 14) gehören zum Bereich Allgemeinpsychiatrie I mit Schwerpunkt Psychosen. Zielgruppen dieser Stationen sind Patienten in einer psychosozialen Krisensituation, insbesondere bei psychotischen Erkrankungen, beispielsweise aus dem schizophrenen Formenkreis und schizo-affektive Störungen sowie Persönlichkeitsstörungen (zum Beispiel Borderline-Persönlichkeit).
Der Therapieansatz umfasst spezielle Kriseninterventionstechniken zur schnellen Stabilisierung, den Aufbau einer längerfristigen Therapieplanung, ein Bezugspflegesystem (Primäre Pflege), um Sicherheit und Orientierung zu vermitteln sowie die Integration von stationärer und/oder teilstationärer Behandlung, im Einzelfall einschließlich überbrückender ambulanter Weiterbehandlung. Die Therapieinhalte werden an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtet. (BSZ)

(Der Infodesk im Foyer - Foto: MEDBO)

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