Bauen

Außenansicht der Volksschule Burgebrach. (Foto: Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach)

20.04.2012

Vorbildliches Energieeinsparpotenzial

Generalsanierung der Volksschule Burgebrach

Bei dem Schulzentrum Burg-ebrach handelt es sich um ein über Jahrzehnte gewachsenes Bildungszentrum nahe dem Stadtzentrum. Ausgangspunkt für die Entwicklung bildet das alte Schulhaus aus den 1930er-Jahren, das zusammen mit dem Kernbau der Kulturhalle das älteste Gebäude des Ensembles darstellt. In unmittelbarer Nähe hierzu entstand eine neue Dreifachsporthalle.
Das Architekturbüro Werner Haase aus Karlstadt hat im ersten Halbjahr 2007 eine energetische Bestandsaufnahme sowie eine energetische und bauphysikalische Analyse mit Vorkonzept durchgeführt. Ergebnis war ein langfristiges ganzheitliches Sanierungskonzept mit Prioritätenliste unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Reduzierung der Unterhaltskosten und die bestmögliche Einbeziehung erneuerbarer Energien zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Hierbei wurden alle Gebäudeteile des Schulkomplexes in die Betrachtungen einbezogen.

Die Klassen
kamen in Container


Ergebnis der energetischen Beratung war, dass das Burgebracher Mittelschulgebäude aus dem Jahr 1970 den größten Sanierungsbedarf und das größte Energieeinsparpotenzial aufwies. Deshalb wurde im ersten Bauabschnitt die Generalsanierung des Mittelschulgebäudes (Bauteil BT B) durchgeführt. Im Untergeschoss (Teilunterkellerung) befindet sich die Heizzentrale für alle Gebäude auf dem Schulgrundstück. Für das Gebäude BT B wurden die entsprechenden Berechnungen und Nachweise nach DIN 18599 erstellt.
Die Generalsanierung der Volksschule in Burgebrach wurde im August 2009 mit der Sanierung des Bauteils B (Mittelschule) begonnen. Die Klassen mussten für diese Zeit in Schulcontainer auf dem Schulgelände ausgelagert werden. Mit Schuljahresbeginn 2010/2011 wurde die Schulnutzung im BT B wieder aufgenommen. Der 2. Bauabschnitt (Abbruch umgenutzte ehemalige Turnhalle und Errichtung eines Ersatzneubaus für die Ganztagesbetreuung BT C) hat im August 2010 begonnen und wurde im August 2011 abgeschlossen.
Ziel des Vorhabens war eine Gesamtsanierung des Schulzentrums mit einer kompletten Erneuerung des Energiesystems bei weitestgehendem Einsatz erneuerbarer Energien. Hierbei wurde im 1. Bauabschnitt das sanierungsbedürftigste Gebäude, die Mittelschule (B), so saniert, dass sie nahezu Passivhaus-Standard erreicht und im Wesentlichen mit einer modulierenden Wärmepumpe über Erdsonden versorgt werden kann. Gleichzeitig wurde die zentrale Heiztechnik, die alle Gebäudeteile versorgt, erneuert durch Einbau einer Solarthermieanlage und einem Blockheizkraftwerk sowie Umstellung des Spitzlastkessels auf Holzpellets. Gleichzeitig wurden die Synergien der einzelnen Gebäudenutzungen berücksichtigt.
Die Sanierung der zu Schulzwecken umgenutzten Turnhalle hätte einen erheblichen Teil vergleichbarer Neubaukosten verursacht und stellte lediglich eine Kompromisslösung dar. Deshalb wurde im 2. Bauabschnitt ein Abbruch mit Ersatzbau notwendig, um angepasste Raumzuschnitte mit minimiertem Wärmebedarf zu erreichen. Der Ersatzbau wird künftig zur Ganztagesbetreuung mit Speisesaal sowie für den Werkunterricht genutzt. Auf dem Ersatzbau wird eine Solarkollektoranlage (80 Quadratmeter) mit optimierter Ausrichtung errichtet.
Die thermischen Sonnenkollektoren decken zeitweise den Warmwasserbedarf des Hallenbads ab; zeitweise den Niedertemperaturbedarf der Deckenheizflächen im Hauptschulgebäude und können zeitweise im Winter durch Wärmepumpe zusätzlich entwärmt werden. Das heißt, das gesamte Energiekonzept ist so aufgebaut, dass solare Wärme weitgehend genutzt wird; entweder direkt oder über die Wärmepumpe. Ein Klein-Blockheizkraftwerk (36 kW thermisch/18 kW elektrisch) arbeitet wärmegeführt für die Eigenstromverwendung. Es ist nicht vorgesehen, Strom in das Netz zu verkaufen, sondern Strom aus dem Netz zu ersetzen und die Abwärme entweder für Warmwasser im Hallenbad oder zu Heizzwecken zu verwenden. Als Spitzenbedarfskessel sowie zur Wärmebedarfsabdeckung für das Grundschulgebäude und das noch nicht sanierte Hallenbad wurde eine Pelletkesselanlage (Kaskade) eingebaut.

Dauerhaft und
umfassend saniert


Das Gebäude der Mittelschule BT B der Volksschule Burgebrach wurde dauerhaft und umfassend saniert, so dass möglichst für 30-40 Jahre kein Generalsanierungsaufwand notwendig ist. Eine qualitätsvolle, ganzheitliche Sanierung bedeutet die Ersparnis von einigen kleinen Instandsetzungen beziehungsweise verschiedenen Reparaturkosten in den nächsten 30 Jahren. Der 1. Bauabschnitt ist somit Ausgangspunkt für die weiteren Sanierungsmaßnahmen an den restlichen Schulgebäuden, sowie für den Ersatzneubau. Die Energieverbrauchskosten wurden größtmöglich reduziert bei gleichzeitiger Komfortsteigerung. Bereits heute werden durch die energetischen Maßnahmen die von der Bundesregierung gesteckten Ziele zur CO2-Reduktion erfüllt und damit keine Nachrüstverpflichtungen in den nächsten 20 Jahren notwendig. Das Projekt leistet somit eine Vorreiterrolle im energieeffizienten Bauen bei kommunalen Gebäuden.
Die Schule weist nun eine hohe Gebäudequalität auf, wodurch auch in Zukunft die schulischen Bedürfnisse und damit verbunden der sommerliche Wärmeschutz beziehungsweise angenehmes Raumklima, abgedeckt sind. (BSZ)

(Ein von Schülern in der Aula gestaltetes Mosaik - Foto: Verwaltungsgemeinschaft Burgebrach)

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