Bauen

DEHOGA Bayern und BFW Bayern nehem Brandschutz sehr ernst. Allerdings ist man gegen völlig überzogene Auflagen. (Foto: Bilderbox)

07.07.2014

Weniger ist oftmals mehr

DEHOGA Bayern und BFW Bayern arbeiten beim Brandschutz, Statik und Energetische Sanierung zusammen

"Wir stehen zu Vorschriften, die die Sicherheit hinsichtlich Brandschutz und Statik wirksam erhöhen, kämpfen aber gegen völlig überzogene Auflagen, die nichts bringen, außer, dass sie den Mittelstand zerstören", erklärte Ulrich N. Brandl, Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern. In die gleiche Kerbe schlägt auch Andreas Eisele, Präsident des Landesverbands Bayern des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, BFW Landesverband Bayern. Beide mittelständischen Verbände werden künftig bei der inhaltlichen Besetzung der Themen Brandschutz, Statik sowie Energetische Sanierung eng zusammenarbeiten.
Durch überzogene Auflagen beim Brandschutz und der Statik werden laut Brandl häufig wichtige Investitionen zum Beispiel Renovierungen und Sanierungen verhindert. Er forderte daher, diejenigen Leute bei der Ausarbeitung von Brandschutzvorschriften ins Boot zu holen, die auch mit dem Thema befasst sind, allen voran die Feuerwehren. Gleiches gelte für Statikanforderungen. Brandl mahnte in diesem Zusammenhang Maß und Ziel sowie Praktikabilität an.

Unverhältnismäßige Auflagen

Brandschutz habe sowohl in den Gastronomie-  als auch bei Beherbungsbetrieben oberste Priorität. Allerdings gebe es oftmals Fälle von unverhältnismäßigen Auflagen, die eine Kostenexplosion verursachen und damit auch zu Schließungen von Betrieben führen können, sage Brandl. Darüber hinaus gebe es immer wieder Rufe nach neuen, strengeren Gesetzen und Bestimmungen, obwohl Deutschland bereits über einen sehr hohen Sicherheitsstandard verfügt. BFW und DEHOGA Bayern fordern daher, das sehr Thema Brandschutz mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand anzugehen. Auch sollte man Ermessensspielräume nutzen. Ebenso sollte dem Bestandsschutz wieder ein größerer Stellenwert verliehen werden. Ein Anbau oder eine Erweiterung müsse möglich sein, ohne gleich den Bestandsschutz für das gesamte Gebäude zu verlieren. Auch gelte es, die Eigenverantwortung der Betriebe zu stärken.

Steuerliche Anreize schaffen

Hinsichtlich der energetischen Sanierung von Gebäuden unterstützt der BFW Bayern den Weg der geplanten Energiewende, ebenso der DEHOGA Bayern. "Die Umwelt ist als Basis unseres Lebens absolut schützenswert. Zu hohe Anforderungen bei der energetischen Sanierung bewirken jedoch genau das Gegenteil von dem, wofür sie geschaffen wurden", so Eisele. "Dringende energieeinsparende Sanierungen werden nicht in Angriff genommen, da die Auflagen für viele unerfüllbar sind."
Um jedoch den Erfolg der Energiewende zu gewährleiten sieht Eisele die Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizenz zu gewährleisten, Förder- und steuerrechtliche Anreize zu erhöhen sowie auf Maßnahmen zu verzichten, die die Baukosten steigern und Rechtsunsicherheit mit sich bringen. Da auf die Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgebots bei neuen gesetzlichen Vorgaben und Modellvorhaben des Bauens strikt zu achten ist, dürfe die Energieeinsparverordnung nicht weiter verschärft werden. Zwangsmaßnahmen lehne der BFW Bayern grundsätzlich ab. Bei Bestandssanierungen müssten Anreize durch Krediterleichterungen und attraktive Abschreibungsmöglichkeiten geschaffen werden. (Friedrich H. Hettler)

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