Bauen

06.07.2015

Wiederverwertbarer und energieeffizienter Bau- und Werkstoff

Bayerische Klimaschutzwoche: Warum es eine gute Idee ist ein Holzhaus zu bauen

Nachhaltigkeit und Klimaschutz entwickeln sich zu Schlüsselkriterien für ein zukunftsfähiges Wirtschaften. Das hat der G7 Gipfel im Juni 2015 auf Schloss Elmau und das dortige Bekenntnis der westlichen Industriestaaten zum Klimaschutz, angesichts der weltweit hohen Emission von Kohlendioxid (CO2), einmal mehr bewiesen. Mit Blick auf die angestrebten Klimaschutzziele spielt Holz in mehrfacher Hinsicht eine wesentliche Rolle: als nachwachsende Rohstoffquelle, wirksamer Kohlenstoffspeicher und als wiederverwertbarer und energieeffizienter Bau- und Werkstoff. Die Klimaschutzwoche von 17. bis 26. Juli 2015 ist daher für die gesamt Wertschöpfungskette Wald-Forst-Holz eine gute Gelegenheit, eine wichtige Botschaft zu verbreiten: nachhaltige Forstwirtschaft, die Nutzung sowie das Bauen und Heizen mit Holz sind aktiver Klimaschutz. „Wer Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet, hinterlässt keine Schulden bei der Natur. Im Gegenteil: derjenige leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Das beginnt bereits im Alltag im Kleinen, z.B. beim Kochlöffel aus Kirschholz und reicht bis zum Holzhaus aus Fichte“, erklärt Johann Koch, Vorsitzender von proHolz Bayern. Somit könne jeder Bürger auf einfache Weise seinen persönlichen Beitrag leisten.

Von der Politik erwartet Koch, dass sie die Klimaschutzleistungen des Cluster Forst und Holz umfassend anerkennt, sich zur nachhaltigen Forstwirtschaft der Waldbesitzer bekennt und endlich durch politische Weichenstellungen die Holzverwendung viel stärker voran bringt. Wenn Deutschland die national gesetzten hohen Klimaschutzziele erreichen und in den nächsten Jahrzehnten auf Öl, Gas und Kohle verzichten möchte, führt an Holz kein Weg vorbei. Durch seine Fähigkeit Kohlendioxid (CO2) aufzunehmen und als Kohlenstoff zu speichern ist Holz der klimafreundlichste Baustoff: Ein Kubikmeter Holz bindet rund eine Tonne des klimaschädlichen Gases CO2 als Kohlenstoff. Die verstärkte Nutzung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft kann daher einen wichtigen Beitrag leisten, den Ausstoß von Treibhausgasen, die zur Erderwärmung und Klimaveränderungen führen, bis 2050 zu senken. Dass nachhaltige Forstwirtschaft und Holzverwendung aktiver Klimaschutz ist, ist der breiten Bevölkerung so meist nicht bewusst.
Der Klimaschutzeffekt der Forst- und Holzwirtschaft in Bayern liegt nach aktuellsten Berechnungen jährlich bei 23,5 Millionen Tonnen CO2 in Bayern. Gleichzeitig werden pro Jahr von bayerischen Bürgern rund 78 Millionen Tonnen CO2, das sind 6,5 Tonnen pro Einwohner emittiert. Wer ein Holzhaus baut, gleicht diese persönliche CO2 -Bilanz auf acht Jahre aus. 1,7 Kubikmeter Holz binden ungefähr so viel Kohlendioxid, wie pro Person durch einen Flug von München nach New York und zurück freigesetzt wird – respektive den Ausstoß, der durch ein Jahr autofahren durchschnittlich entsteht. Dazu muss der Wald und sein Holz aber auch genutzt werden. So entsteht Platz für neue Bäume und durch die Nutzung des Holzes ein „zweiter Wald“ in unseren Städten und Dörfern. Der Ausstoß von Treibhausgasen wird so erheblich gesenkt. Nicht genutzte Wälder hingegen haben eine ausgeglichene CO2-Bilanz und geben das CO2 wieder an die Atmosphäre ab. Wichtig ist die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung der Wälder, die etwa mit dem PEFC-Siegel zertifiziert wird. Nur derart bewirtschaftete Wälder können eine langfristige Rohstoffversorgung verbunden mit positiven Klimaeffekten garantieren. Zudem stellen sie ein Rückzugs- und Naherholungsgebiet für Tier und Mensch dar, verhindern Bodenerosion, sichern das Trinkwasserreservoir, schützen vor Lärm und Immission und vieles mehr.

Die Verwendung von Holz ist zudem weniger energieaufwendig als die von anderen Baustoffen: Holz ist leichter herzustellen, zu transportieren und zu bearbeiten. Außerdem entstehen am Lebensende keine Probleme beim Rückbau und der Entsorgung. Im Gegenteil: durch die energetische Verwertung wird sogar die im Material gespeicherte Sonnenenergie zurückgewonnen. Zur Substitutionswirkung, also der Kohlendioxid-Einsparung durch die Vermeidung anderer Baustoffe, kommt die Einsparung von Heizkosten durch die hervorragenden Dämmeffekte von Holzwerkstoffen. Damit ist Holz auch eine gute Entscheidung, wenn es um Sanierung geht. Rund drei Viertel aller Wohneinheiten in Deutschland müssen in den nächsten Jahren saniert werden. Neben der Eignung als Dämmmaterial kann Holz hervorragend zur Aufstockung und zum Anbau verwendet werden. Die Montage vorgefertigter Holzelemente nimmt kaum Zeit in Anspruch und ist so gerade in der Sanierung von Gebäuden in Innenstädten die günstigste Wahl.
Wohlüberlegte Holzverwendung im privaten und kommunalen Sektor beweist Verantwortungsbewusstsein für die nächste Generation. Heute getroffene Beschlüsse prägen Stadt- oder Ortsbilder ebenso wie die lokale Klimabilanz auf Jahrzehnte. Vorbildlich ist deshalb der CO2-Bonus der Stadt München: pro Kilogramm verbautem CO2 gewährt die Stadt 30 Cent Zuschuss. Jeder kann durch das Bauen, Dämmen und Sanieren mit Holz einen Beitrag dazu leisten, dass Bayern in absehbarer Zeit klimaneutral wird. Bleibt als Fazit: Nachhaltige Forstwirtschaft und intelligente Holzverwendung sind aktiver Klimaschutz, echt nachhaltig. (BSZ)

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