Bauen

Das renovierte Hofmarkschloss in Mauern. (Foto: Verwaltungsgemeinschaft Mauern)

17.06.2011

Zum Rathaus umgemodelt

Renovierung des Hofmarkschlosses Mauern

Das ehemalige Hofmarkschloss in Mauern ist ein rechteckiger Baukörper, der im Wesentlichen 1689 in der jetzigen Grundrissabmessung erbaut wurde. Das Gebäude hat eine Länge von 25,3 Metern und eine Tiefe von 15,1 Metern. Auf den ersten Blick präsentiert sich der Bau noch so, wie er nach Umbauten um 1800 ausgesehen haben muss, ein zweigeschossiger Baukörper mit kräftigem Traufgesims, darauf ein abgewalmtes Mansarddach, durchbrochen von stehenden Dachgauben mit geschweiften Giebeln.
Mit der Umgestaltung des 1. Dachgeschosses wurde ein zusätzliches Vollgeschoss gewonnen. Ferner wurde die Raumstruktur des Erdgeschosses verändert und zur Gänze überwölbt. Seit dem Umbau entspricht das Gebäude ganz der vom Klassizismus geprägten Bautradition an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Geräumt
und entrümpelt


Dank der rationellen Raum- und Erschließungsstruktur kann es vielfältigen Nutzungen zugeführt werden. Dies wurde bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich, als man es zum Wirtshaus umnutzte und im Laufe verschiedener Baumaßnahmen den sich wandelnden Bedürfnissen des Gastbetriebs anpasste. Bereits um 1880 erfolgten große Eingriffe in die historische Konstruktion: Es wurden Wände abgebrochen und zahlreiche neue eingesetzt. 1973 ereignete sich mit dem Abbruch von Flurwänden und des Deckengewölbes im Ostteil des Gebäudes der letzte größere Bestandsverlust.
Ziel der Restaurierung war eine Wiederherstellung des einstigen Bau- und Raumgefüges; jedoch weniger in der Absicht, einen historischen Zustand zu rekonstruieren, sondern vielmehr das durch zahlreiche unsachgemäße Eingriffe instabile Baugefüge wieder zu festigen. Mit der Planung beauftragt war das Obertraublinger Architekturbüro Arnulf Magerl.
Vor den eigentlichen Instandsetzungsarbeiten waren zunächst im Juni 2005 die Räumung und Entrümpelung des Schlosses, vorgezogene Abbrüche und Sicherungen nötig. In diesem Zusammenhang hat man mehrere bislang verborgene bauzeitliche Bestände aufgedeckt, beispielsweise den etwa 30 Zentimeter unter dem jüngsten Laufhorizont im gesamten Erdgeschoss diagonal verlegten historischen Ziegelboden aus 30 x 30 Zentimeter großen Platten.
Ab September 2005 wurden zur statischen Sicherung die Außenwände unterfangen und während der Wintermonate eine archäologische Grabung im Inneren des Gebäudes durchgeführt.
Im Juni 2006 setzten die restauratorischen Baumeisterarbeiten ein: Wände wurden ergänzt und verpresst, in besonders schadhaften Fällen wieder aufgeführt, vormals entfernte Gewölbe erneuert, modern ausgebrochene Türen und Fensteröffnungen beigemauert sowie der Dachstuhl mit passgenauen, gehobelten Hölzern wiederhergestellt und ertüchtigt.
Die Montage der neuen Haustechnik startete im Januar 2007. Im Juni dieses Jahres wurde das Dach neu gedeckt und die Dachgauben restauratorisch überarbeitet. Zu dieser Zeit wurden auch die Deckenbalken über dem Erd- und Obergeschoss in Stand gesetzt beziehungsweise ihre Tragfähigkeit verbessert. Der Putz der Decken, der Gewölbe und der Innenwände konnte mit Ausnahme von geschädigten Flächen im Erdgeschoss restauriert und erhalten werden.
Wesentlich zur Instandsetzung der Fassaden trugen der Einbau neuer Fenster aus Eichenholz und die Neuverputzung mit mineralischem Anstrich bei.

Die Treppenanlage
wurde wiederhergestellt


Ab Juni 2008 konnten im Erdgeschoss nach den Vorgaben des historischen Befunds die Ziegelplatten und im Obergschoss der Dielenbelag aus Eiche eingebaut werden. Anschließend wurden die neuen Innentüren gesetzt und die erhaltenen historischen restauriert und überarbeitet.
Mit der Wiederherstellung der Treppenanlage mit aufgesattelten Trittstufen und des Eingangsportals fand die Maßnahme ihren Abschluss, sodass das Gebäude bereits Ende Januar 2009 bezogen werden konnte.
Das heruntergekommene Schloss war von der Gemeinde Mauern übernommen und nach denkmalpflegerischen Grundsätzen vorbildlich instandgesetzt worden. Heute ist im ehemaligen Hofmarkschloss Mauern das Rathaus der Gemeinde untergebracht. (Arnulf Magerl)

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Kommentare (1)

  1. Geschichtsforum, am 10.05.2016
    Eines der schönsten Rathäuser im Landkreis Freising.

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