Bauen

Blick vom Burj Khalifa. (Foto: Wiegand)

02.05.2014

Zwischen Wolkenkratzern und stillen Gassen

In Dubai wird ständig gebaut

Kaum in Dubai angekommen, stehen die Wolkenkratzer Spalier, eine ansehnliche Garde in faszinierenden Farben und Formen. Doch wirken sie bescheiden im Vergleich zum 828 Meter hohen Burj Khalifa. Wie ein Himmelsbohrer ragt dieser schlanke Weltrekordhalter, geplant von Skidmore, Owings & Merrill Architects (Chicago), empor. Für seinen aufrechten Stand sorgen 850 Betonpfähle, die unter der Meeresoberfläche bis zu 70 Meter tief in den Boden gerammt wurden.
Durch die Dubai Mall, bestückt mit Läden und einem Aquarium, gelangt man zum Hochgeschwindigkeitsaufzug. In einer Minute saust er zur 452 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform. Weitere Hochhaus-Ensembles, Märklin-kleine Siedlungen und einige künstliche Inseln rücken ins Blickfeld. Landgewinnung aus dem Meer wird in Dubai großgeschrieben. Den Anfang machte die „Palm Jumeirah“, auf der sich seit Ende 1999 Dubais Wahrzeichen erhebt, der 321 Meter hohe segelförmige Burj al Arab (Turm der Araber), konzipiert von Tom Wright. Ein Wegweiser in die Moderne, der das gleichnamige 7-Sterne-Hotel umschließt. Zum Jumeirah Imperium gehören auch die Emirates Towers (von Hazel W. S. Wong) und die Emirates Shopping Mall. Der Clou drinnen ist die Skihalle, komplett mit Sessellift und Alpen-Ambiente. Downhill in Dubai.
Anderes ist für 427 Quadratkilometer große „Palm Deira“ geplant. Auf dieser neuen Insel soll – außer Hotels, Yachthafen, Riesenaquarium und Nachtmarkt –  ein Amphitheater für 30 000 Besucher gebaut werden. Denn Dubai setzt nach Überwindung der Finanzkrise von 2008/2009 noch stärker als früher auf die Abkehr vom Öl und stattdessen auf Handel und Tourismus. Immerhin erwartet der Golfstaat bis 2020 eine Verdoppelung der Gästezahlen auf 20 Millionen. Dieses Ziel scheint erreichbar zu sein, hat doch Dubai gerade die Ausschreibung für die Expo 2020 gewonnen.
Das aber erfordert den weiteren Ausbau der Infrastruktur und dafür sind die Weichen bereits gestellt. Ein neuer, noch größerer Airport ist im Bau, geeignet für Riesenjets, denn Dubai will zum weltgrößten Luftdrehkreuz werden. Außerdem soll der Kreuzfahrthafen um 270 Quadratkilometer vergrößert und der Stadtverkehr durch weitere Metrolinien „ent-staut“ werden.
Ein neuer Kanal soll den Dubai Creek, einen Arm des Arabischen Golfs, ergänzen und für flüssiges Vorankommen mit preiswerten Wassertaxis sorgen. Andererseits wird die „Business Bay“, das Bürogebiet am Creek, deutlich vergrößert und erhält mit Zaha Hadids „Tanzenden Türmen“ ein besonderes Highlight. Wasser ist in Dubai ohnehin ein Top-Thema, auch für die Besucher. Diese lieben Pools und Hotels mit Meeresblick wie das 2012 erbaute „Ocean View Hotel“ an der Flaniermeile The Walk. Nahebei entsteht gerade ein kleinteiliges Shopping Areal und aus dem Hotelfenster fällt der Blick auf eine weitere neue Insel namens „Bluewater Island“. Dort soll sich irgendwann das „Dubai Eye“ drehen, das weltgrößte Riesenrad mit superber Aussicht.

Mit Türmen bewehrt


Wo soviel gebaut und gearbeitet wird, sind auch Tradition und Romantik gefragt. Die finden sich in der gut restaurierten Altstadt Bastakiya, wo sich stille Gassen durch gelbliche Häuserreihen mit sonderbar bewehrten Türmen schlängeln. Noch romantischer wird es nach Einbruch der Dunkelheit zu Füßen des stolzen Burj Khalifa. Jeden Abend tanzen dort zu beschwingter Musik die angestrahlten Fontänen. In der Nähe entsteht demnächst ein Kulturviertel mit einer Oper, einem modernen Kunstmuseum und Galerien, um auch diese Klientel anzulocken.
Romantik anderer Art bietet schließlich das vor 32 Jahren gegründete „JA Jebel Ali Golf Resort“, damals ein Trendsetter, um Dubai als Urlaubsziel zu etablieren. Die beiden Luxushotels in der grünen Enklave am Arabischen Golf zeigen sich als unkompliziert geradlinige Bauten im zukunftsorientierten Stil von Dubai, geeignet für eine ebenso umkomplizierte Erholung vom weltweiten Bauboom.  (Ursula Wiegand)

(Der Burj al Arab, die Spitze des 828 Meter hohen Burj Khalifa und eine ruhige Gasse in der Altstadt - Fotos: Wiegand)

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