Reisen

Basilikakonzert am 22. Juli 2018 mit der Hofkapelle Stuttgart und dem Kammerchor Stuttgart. (Foto: BSZ)

11.04.2018

Liebe geht durch die Ohren

In Ottobeuren sorgen drei hochkarätige Basilika-Konzerte mit Klassik-Stars aus aller Welt für große Gefühle

„Das Ohr ist der Weg zum Herzen“, wusste die französische Schriftstellerin Madeleine de Scudéry schon vor über 300 Jahren. Wie recht sie auch heute noch damit hat, erleben Besucher in Ottobeuren am eigenen Leib: Seit nunmehr sechs Jahrzehnten trifft die musikalische Welt-Elite bei den Basilika-Konzerten in der prächtigen Klosterkirche im Unterallgäu Klassik-Liebhaber direkt ins Herz. Stars wie Leonard Bernstein, Kent Nagano und Herbert von Karajan haben hier schon dirigiert, weltberühmte Orchester und Chöre vor atemberaubender Kulisse für Gänsehaut gesorgt. Und auch in diesem Sommer vereinen sich musikalische Brillanz und barocke Pracht wieder zu einem Kulturgenuss der Extraklasse.

Den Auftakt macht am 24. Juni 2018 die „Symphonie Nr. 4“ in Es-Dur, neben der Siebten die wohl beliebteste Sinfonie von Anton Bruckner. Ihr Beiname „Die Romantische“ geht auf zahlreiche prägnante Hornpartien zurück, Bruckner selbst erklärte Freunden auch: „Im zweiten Satz will ein verliebter Bursche fensterln gehen, wird aber nicht eingelassen.“ Glücklicherweise müssen die Besucher in Ottobeuren eine solche Schmach nicht fürchten: Die Sinfonie, 1881 uraufgeführt, erklang bereits dreimal in der majestätischen Basilika, in der kommenden Saison wird sie von der Philharmonia Zürich unter der Leitung von Fabio Luisi zum Besten gegeben. Der Italiener, auch Chefdirigent des Danish National Symphony Orchestra und designierter Musikdirektor des Maggio Musicale Fiorentino, steht dem stilsicheren und engagierten Orchester des Opernhauses Zürich seit 2012 als Generalmusikdirektor vor.

Am 22. Juli 2018 geht es in der Konzertreihe weiter mit dem „Intende voci“ (Vertonung der Verse 2 und 3 - Psalm 5) und der „Messe Nr. 6“, beides Auftragswerke aus Franz Schuberts letztem Lebensjahr 1828. Schubert hat darin die barocken und klassischen Vorbilder, die seine früheren religiösen Werke prägten, hinter sich gelassen und seinen eigenen stimmungsvollen Kirchenmusikstil gefunden. Für seine Vielseitigkeit bekannt ist auch Dirigent und Bundesverdienstkreuzträger Frieder Bernius, der mit der Hofkapelle Stuttgart und dem Kammerchor Stuttgart zum Gastspiel nach Ottobeuren kommt. Während sich die Hofkapelle als führender Vertreter auf historischen Instrumenten mit einer eigenen Stimmtonhöhe unter seiner Leitung vorwiegend der klassischen und frühromantischen Musikepoche widmet, reicht das Repertoire seines Kammerchores – längst eine von Publikum und Presse gefeierte Ausnahmeerscheinung – vom 17. bis zum 21. Jahrhundert.

Den Abschluss des hochkarätigen Ottobeurer Musiksommers bildet am 30. September 2018 Felix Mendelssohn Bartholdy mit seinem ersten Oratorium „Paulus“, das er ab 1832/33 unter dem Eindruck der von ihm geleiteten Wiederaufführung der Matthäuspassion von J. S. Bach komponierte. Obwohl seine Zeitgenossen die integrierten Choralsätze als Stilbruch empfanden, wurde „Paulus“ zu Mendelssohns beliebtestem Werk, ja zu einem „Juwel der Gegenwart“, wie es der Kritiker Robert Schumann formulierte. In der Ottobeurer Basilika wird das prächtige Oratorium nach 1970 und 2005 nun zum dritten Mal aufgeführt. Für eine außergewöhnliche Darbietung stehen das Symphonieorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks zusammen mit dem japanischen Dirigenten Masaaki Suzuki – allesamt namhafte Protagonisten, die sich unter anderem schon über Grammy Awards und ECHO Klassik-Auszeichnungen freuen durften.

Im prächtigen Kaisersaal der Benediktinerabtei reicht der Ohrenschmaus – beginnend am 10. Mai bis 29. September – von Celtic/Traditional bis Songwriter/Blues aus der irischen und schottischen Musikszene über Werke weltberühmter Komponisten bis zu beliebten Walzer- und Operettenklängen. Die Basilika und die Erlöserkirche sind außerdem Schauplatz der Ottobeurer Orgelkonzerte, die an ausgewählten Samstagen in andere Sphären entführen. (BSZ)

(Die Basilika in Ottobeuren und der Chor des Bayerischen Rundfunks - Fotos: www.luftbild-bertram.de / Astrid Ackermann)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Webinar
Weiterbildung

In Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Fachverlagen veranstalten wir regelmäßig Webinare.

Referenten aus verschiedenen Bereichen vermitteln Ihr Expertenwissen in Bild und Ton Live über das Internet.

Weitere Informationen finden Sie hier
Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 16 (2018)

Umfrage Bild
Abstimmen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. April 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:


Martin Stümpfig
, energie- und klimaschutzpolitischer Sprecher der Landtags-Grünen

(JA)

Marcel Huber (CSU), bayerischer Umweltminister

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2017

Ausgabe vom
24. November 2017

Weitere Infos unter Tel. 089/290142-65 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 18 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.