Reisen

Einst nur offene Holzkisten – die fast schon historischen Bähnlis sind Teil der neuen „Buiräbähnli-Safari“ bei Engelberg in der Zentralschweiz. (Foto: Engelberg-Titlis)

19.06.2017

Safari mit Gletscherblick

Neuer Rundwanderweg in Engelberg/Zentralschweiz

Wanderfreunde Erleben in Engelberg eine ganz besondere Mehrtages-Rundtour, die „Buiräbähnli-Safari“. Diese Rundtour führt mit insgesamt 46 Kilometern Länge durchs weitläufige Hochtal der Zentralschweizer Region. Die in den 1920er- bis 1940er-Jahren erbauten Bergbahnen waren ursprünglich zur Arbeitserleichterung für die Engelberger Almbauern („Buirä“) bestimmt, zunächst nur als offene Holzkisten. Einige davon sind inzwischen für den Personentransport umgerüstet worden – und versprechen nun schwindelfreien Fahrgästen ein kleines Abenteuer.

Die „Buiräbähnli-Safari“ eignet sich für geübte Wanderer, die das Engelberger Tal zu Fuß erkunden wollen. Je nachdem, wie flott man unterwegs ist, dauert die Tour zwei oder drei Tage. Ausgangs- und Endpunkt der insgesamt rund 20-stündigen Wanderung ist der Bahnhof Engelberg, übernachtet wird in einer der urigen Berghütten auf dem Weg. Das „Buiräbähnli-Safari“-Ticket kostet 28 Schweizer Franken. Grundsätzlich kann die Strecke auch in einzelnen Etappen erwandert werden.

Die einstigen Materialbahnen sind in die neue Rundtour sowohl für Berg- als auch Talfahrten integriert. Zum Beispiel die Bahn zur Rugisbalm, wo man den Töngis einen Besuch abstatten kann – eine von zwölf Familien der Region, die in Aufrüstung und Instandhaltung der urtümlichen Gondeln investiert haben. Doch bevor die Fahrt losgehen kann, heißt es an der Station den Hörer abnehmen, an der Kurbel drehen und klar und deutlich ins Telefon sprechen. Erst dann setzt jemand von den Töngis die Seilbahn in Gang, meist ist es die Großmutter.

Die Brüder Toni und Paul, die auf der Weide vor der Rugisbalm bis zu 300 Kühe betreuen, beobachten immer wieder schmunzelnd ihre Fahrgäste: Die einen steigen voller Ehrfurcht aus, die anderen wollen den abenteuerlichen Spaß am liebsten gleich nochmal erleben. Es ist eben keine gewöhnliche Fahrt: Die Gondeln hängen nicht mittig unterm Stahlseil, sondern sind vorne und hinten aufgehängt, neigen sich also entsprechend zur Steigung oder zum Gefälle. Die Töngis hat das noch nie beunruhigt – ihre Kinder fahren damit allein zur Schule oder nutzen sie im Winter zum Skifahren. Für Toni Töngi ist ganz klar, dass er immer auf der Rugisbalm bleiben wird. Sein Urgroßvater hatte das Stück Land 1898 erworben und beim Blick aufs weite Engelberger Tal weiß er: „Das laaht eim nimme los.“ (BSZ)

(Auf der neuen Mehrtages-Rundtour „Buiräbähnli-Safari“ erfährt man von den Einheimischen so einiges über Engelberg und die Zentralschweiz - Foto: Engelberg-Titlis)

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