Kommunales

Noch stellen die Radler in bayerischen Innenstädten die Minderheit. Das soll sich ändern. (Foto: DDP)

30.04.2010

Auf dem Weg zum Radler-Paradies

Nürnberg will mehr Menschen zum Verzicht auf das Auto bewegen

Bayerns Städte wollen ein Paradies für Radler werden. Der Umweltausschuss des Städtetags hat das mit der Gründung einer AG Fahrradfreundlicher Kommunen auch offiziell besiegelt. Die offizielle Geschäftsführung verantwortet zwar Erlangen, aber die innovativsten Schritte in dieser Richtung unternimmt derzeit Nürnberg.
Unter dem Motto „Nürnberg steigt auf“ – die Assoziation zum Traditionsfußballverein 1. FC Nürnberg ist gewollt – krempelt die Frankenmetropole ihren Innenstadtverkehr um: Bei der Fachtagung für Radverkehrsplanung und -förderung, einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in Ingolstadt, stellte der Leiter des Nürnberger Verkehrsplanungsamtes, Frank Jülich, die Pläne seiner Kommune erstmals offiziell vor. Sollte diese Vision tatsächlich wahr werden, wird Bayern in wenigen Jahren radltechnisch nicht mehr wiederzuerkennen sein.
„Wir dürfen den Radverkehr nicht in die Umweltnische abdrängen“, forderte Jülich, „er muss fester Bestandteil der städtischen Mobilitätsstrategie sein“, folgerichtig ist er in Nürnberg auch Teil des Verkehrsplanungsamtes. Andere deutsche Städte, beispielsweise Freiburg und Münster, hätten das längst erkannt, in Bayern bestünde dagegen noch Entwicklungsbedarf. Das Potenzial sei vorhanden, schließlich besitzt statistisch fast jeder erwachsene Bayer ein eigenes Fahrrad, außerdem bestehe bei angeblich zwei Dritteln aller Autofahrten kein Sachzwang und fast 60 Prozent der Autofahrten dauern kürzer als 5 Kilometer – sprich, man hätte diese Touren auch bequem per Pedes unternehmen können.
Mietfahrräder sind schon in vielen Städten Realität, werden von Einwohnern und Touristen aber noch viel zu zögerlich angenommen. Frank Jülich meint, den Grund zu kennen: „Die Registrierung mit Handy und PIN ist für viele Leute zu kompliziert.“ Ein weiteres Hindernis: überfüllte Abstellplätze, wer es eilig hat, gerät hier schnell in Stress, weil er das Radl nicht los wird. Außerdem mangele es an transparenten Tarifen. Künftig müsse es Vergünstigungen für Dauerkunden geben, ebenso für Abonnenten des ÖPNV – beispielsweise mit einer 30-minütigen Freifahrt. Überhaupt solle man das Radfahren noch viel stärker mit dem Bus- und Bahnfahren verknüpfen, damit der ÖPNV hier nicht länger eine Konkurrenz wittert.

(André Paul)

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