Kommunales

Bürgermeister Metzner und seine jungen Schützlinge beim gemeinsamen Zoo-Besuch. (Foto: Grodel)

28.10.2015

Bamberg: Flüchtlingskinder lernen Deutsch mit dem Bürgermeister

SPD-Politiker Wolfgang Metzner nutzt sein Knowhow als Deutschlehrer

Deutschlernen einmal anders – mit noch mehr Spaß und an der frischen Luft: Wolfgang Metzner (SPD), ehrenamtlicher Dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg und im Hauptberuf Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, ist mit 16 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in den Nürnberger Zoo gefahren. Affe, Löwe, Tiger, Giraffe, Eisbär, Pinguin – ganz spielerisch speichern die 10- bis 17-Jährigen den neuen Wortschatz ab. Der Ausflug in den Tiergarten ist Metzners persönliches Abschiedsgeschenk für das vorbildliche Vokabel- und Grammatikbüffeln seiner Schüler.

Seit Beginn der Sommerferien hat Wolfgang Metzer ehrenamtlich von Montag bis Freitag bis zu zehn Kinder und Jugendliche unterrichtet, die in den beiden Wohngruppen des Don Bosco Jugendwerks Bamberg untergebracht und betreut werden. Er folgte damit einer Bitte von Oberbürgermeister Andreas Starke an Lehrerinnen und Lehrer kurz vor Schuljahresende, jungen Asylbewerbern zu helfen. Sein Fazit nach gut vier Wochen Unterricht: „Es ist einfach bereichernd, wie dankbar die jungen Leute für die Ablenkung sind und mit welchem Feuereifer sie lernen und alles aufsaugen.“

Als „Arbeit“ habe er die wochentägliche Deutschstunde nie gesehen. „Ich habe unheimlich viel zurückbekommen.“ Die eigenen vermeintlichen Probleme verblassen schnell, wenn man von den Umständen erfährt, vor denen die Jugendlichen geflohen sind: Krieg, Hunger, systematische Verfolgung und auch sexuelle Gewalt haben die Jungen aus Eritrea, Syrien, Afghanistan, Sierra Leone, Gambia und Benin erlebt, bevor sie geflohen sind. Aktuell trägt das Jugendamt für 80 unbegleitete junge Menschen die Verantwortung.

Patenschaft für einen kleinen Afghanen

Insgesamt 39 Bürger hatten sich auf den Aufruf von OB Andreas Starke (SPD) beim Jugendamt gemeldet, darunter 25 Pädagogen. Davon waren acht Frauen und Männer konkret bei den Trägern im Einsatz, haben Deutschunterricht gegeben, Jugendliche zum Arzt begleitet, sich in der Gruppe engagiert oder mit den Jugendlichen gekocht. „Wir möchten uns noch einmal herzlich für den Aufruf bedanken, da sich wirklich sehr viele freiwillige Helfer gemeldet haben und alles super geklappt hat“, betont Lukas Parzych, Leiter der Don-Bosco-Wohngruppe „Moglia“. Auch Gudrun Brunold, Leiterin der stationären Wohngruppe der AWO betont: „Die erhaltene Unterstützung war sehr wertvoll.“ Und sie ergänzt: „Auch außerhalb der Ferien haben wir nach wie vor großen Bedarf und freuen uns, wenn sich Ehrenamtliche weiter bei uns melden.“

  Metzner wird auch künftig, wenn die Jugendlichen den regulären Deutschkurs bei der VHS absolvieren, weiter ehrenamtlich aktiv bleiben: „Ich will für Khaled, einen zehnjährigen afghanischen Jungen, die Patenschaft übernehmen.“ Hausaufgabenbetreuung, Freizeitunternehmungen, Zeitnehmen für Fragen und Probleme – „uns wird es bestimmt nicht langweilig werden“, ist sich Bürgermeister Metzner sicher. Er hofft, dass auch in Zukunft viele Bamberger offen auf die jungen Flüchtlinge zugehen und vielleicht ebenfalls eine Patenschaft übernehmen werden. „Uns in Bamberg geht es doch im Vergleich wirklich gut, da können wir doch ein bisschen Zeit an jene zurückgeben, denen das Schicksal so übel mitgespielt hat.“ (BSZ)

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