Kommunales

Für Ältere ist Einkaufen nicht immer ein Vergnügen. (Foto: Bilderbox)

16.03.2012

Bequemere Supermärkte

Freie Wähler und Handelsverband starten Projekt „generationenfreundliches Einkaufen“

ür viele Senioren in Bayern ist der Wocheneinkauf eine ambivalente Angelegenheit: Zum einen ist da die Vorfreude, mal wieder unter Menschen zu kommen – und zum anderen die Angst vor den Mühen in den Geschäften: hohe Treppenabsätze, die mit Rollatoren kaum zu bewältigen sind, Rolltreppen, die sich zu schnell drehen, Regale, bei denen die obersten Waren nicht mehr erreichbar sind, Gänge, die zu eng für . Ähnlich unangenehm erleben dies aber auch Mütter, die mit Kinderwägen oder kleinen Kindern an der Hand unterwegs sind. Zudem fehlen oft Toiletten oder Sitzbänke zum Ausruhen. Oft werden Einkaufscenter auf diese Weise zu Gefahrenplätzen und Orten des Missvergnügens.
Doch jetzt naht Hilfe – auf Initiative der Landtagsfraktion der Freien Wähler und des Handelsverbands Deutschland (HDE). Das Ganze nennt sich „generationenfreundliches Einkaufen“. Man sei davon überzeugt, so der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Fahn, dass dies „ein Win-Win-Projekt ist. Am Ende profitieren alle davon – nicht nur der Bürger selbst, sondern auch der Einzelhandel und die betroffenen Kommunen, die damit ihr Marketing verbessern können“. Deshalb wollen die Freien Wähler auch ihre Mandatsträger in den Rathäusern für das Thema sensibilisieren. Entsprechende Infoveranstaltungen auf den Marktplätzen sind bereits geplant.
Mit gutem Beispiel voran geht die Stadt Neuburg an der Donau: Nach verschiedenen Kriterien – unter anderem die Eindeutigkeit der Beschilderung beim Parkplatz, die Freundlichkeit sowie Kompetenz der Mitarbeiter, die Lesbarkeit der Produkte, das Vorhandensein von Kinderspielecken, Schließfächern und Getränkeautomaten oder die Möglichkeit, Waren auch nach Hause liefern zu lassen, können die Bürger alle Geschäfte selbst auf ihre Generationenfreundlichkeit prüfen. „Das wollen wir bayernweit ausbauen“, verspricht Fahn.
Nach Angaben von Alexander Spickenreuther, dem Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, haben sich inzwischen landesweit über 600 Unternehmen zertifizieren lassen. Allein im Januar kamen 25 weitere dazu, die meisten übrigens in Unterfranken. In allen Bezirkshauptstädten haben Büros eröffnet, die das weitere Projekt koordinieren.
Doch generationenfreundliches Einkaufen soll nach dem Willen von Landtagsfraktion und Einzelhandelsverband noch nicht mit bequemeren Geschäften enden. Auch die Verlagerung von Geschäften aus den Innenstädten – mit allen Folgen wie der Verödung der Zentren – auf die „grüne Wiese“ soll gestoppt werden. „Damit tun sich die Kommunen langfristig keinen Gefallen“, meint der Politiker, „denn durch den demographischen Wandel sind die Menschen künftig weniger mobil“. Das Projekt wird von der Nürnberger Professorin Doris Rosenkranz wissenschaftlich begleitet. (André Paul)

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Kommentare (1)

  1. Dorothee M. am 01.04.2012
    Ein sehr guter Ansatz! Rücksicht auf den demokratischen Wandel muss allerdings nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Bereichen mehr berücksichtigt werden damit die ältere Generation so lange wie möglich ohne fremde Hilfe auskommen kann. Das Beispiel Supermarkt weist allerdings nicht nur für Senioren starke Defizite im Bereich Kundenfreundlichkeit auf. Ein Anfang wäre hier erstmal seine Einkäufe in Ruhe einpacken zu können, ohne dass man von seinem Hintermann verdrängt wird - im interesse aller Generationen!

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