Kommunales

Hochwasser richtet große wirtschaftliche Schäden an. (Foto: DAPD)

15.04.2011

Besserer Hochwasserschutz

Die Regierung von Unterfranken erstellt neue Strategien für gefährdete Kommunen

HoPla“ ist für Joachim Bieber (CSU) schon seit geraumer Zeit ein Begriff. Doch so richtig intensiv auseinandergesetzt hat sich der Bürgermeister der Stadt Miltenberg erst kürzlich mit dem „Hochwasserrisiko-Management-plan“ für das bayerische Main-Einzugsgebiet. Beim Hochwasserforum der Regierung von Unterfranken wurde Bieber und seinen Bürgermeisterkollegen jetzt demonstriert, was HoPla so alles drauf hat.
Großer Dank war ihm sicher, erzählt Joachim Bieber, als zehn Jahre nach dem 1993 begonnenen Bau des Hochwasserschutzes in Miltenberg die Fluten kamen und „seine“ Mauer hielt: „Alle klopften mir auf die Schultern.“ Doch es gäbe keine Sicherheit, dass die Mauer immer hält. „Darum weise ich bei jeder Bürgerversammlung erneut auf das Hochwasserrisiko bei uns hin.“
Auch für Regierungspräsident Paul Beinhofer, der Unterfrankens Bürgermeister zum Forum einberufen hatte, ist permanente Aufklärung der Bevölkerung nötig. Denn dem Vorteil, ein Grundstück in vermeintlich sicherer, idyllischer Lage am Gewässer zu nutzen, werde von vielen Menschen ein höherer Stellenwert beigemessen als den Nachteilen im Falle einer Überflutung.
Wie bitter sich Fahrlässigkeiten in puncto Hochwasser rächen, erklärte Risikomanager Christian Brauner den Bürgermeistern. Laut Brauner hält kein anderes Schadensereignis eine kommunale Verwaltung so sehr auf Trab wie ein Hochwasser. Ob Personalamt, Kämmerei, Jugend- oder Umweltamt, Tiefbauamt oder kommunale Bibliothek: Anders als etwa bei einem Brandereignis kommt bei einer gravierenden Überflutung keine Behörde an dem Unglück vorbei. Straßen müssen gesperrt, Menschen evakuiert, Veranstaltungen abgesagt, Medien aus der Bücherei in Sicherheit gebracht und die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt werden.
Dass der bisherige Hochwasserschutz in Unterfranken nicht verkehrt gewesen sein konnte, bewies das jüngste Hochwasser im Januar. Wie der Kreis Bad Kissingen zurückmeldete, hatten sich dabei die in den vergangenen Jahren erstellten Alarm- und Meldepläne bestens bewährt.
Wegen des hervorragend funktionierenden Meldesystems wird in Kitzingen die Entscheidung, einen Hochwasserschutz für die Altstadt zu bauen, auch nach dem Forum noch hinausgeschoben. „Das wäre enorm teuer“, so Oberbürgermeister Siegfried Müller (USW). Auf 30 Millionen Euro ist das Projekt veranschlagt. Nachdem die Stadt am Main kein Hochrisikogebiet ist, konzentriert sich das Stadtoberhaupt lieber auf andere Strategien: „Die Alarmierungspläne müssen zum Beispiel ständig überprüft werden.“
Ebenso wie Kitzingen kann auch Stadtprozelten bei Miltenberg jederzeit von Hochwasser überrascht werden. Erst im Januar wurde die Hauptstraße wegen zwei Flutwellen gesperrt. Froh ist Ordnungsamtsleiter Christian Schlegel über den neuen Hochwassermanagement-Plan der unterfränkischen Regierung, den er beim Hochwasserforum kennen lernte: „Nun können wir noch besser einschätzen, wann uns wohl eine Hochwasserwelle erreicht.“
Obwohl die Stadt am Main zu den Risikogebieten gehört, wurde bisher noch kein Hochwasserschutz konstruiert. Auch hier fehlte das Geld. Die Kombination mit dem Bau einer neuen Umgehungsstraße entlang der Bahnlinie macht es laut Schlegel nun endlich möglich, zwischen Main und dem Bahndamm entlang des Flusses eine Schutzmauer hochzuziehen. (Pat Christ)

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