Kommunales

Über Herausforderungen der Inklusion sprachen (von rechts): Bayerns Behindertenbeauftragte Irmgard Badura, Bezirketagspräsident Josef Mederer, BR-Moderatorin Anouschka Horn, Politikprofessor Heiner Bielefeldt von der Uni Würzburg, Michael Ebl, Direktor der katholischen Jugendfürsorge in Regensburg und Pädagogikprofessor Reinhard Lelgemann von der Uni Würzburg. (Foto: Spiller)

14.07.2017

Diskussionsrunde zur Inklusion

Experten kommen bei der Verbandsversammlung des Bayerischen Bezirketags in Würzburg miteinander ins Gespräch

Kann es eine inklusive Gesellschaft geben? Wie weit sind wir davon entfernt? Moderatorin Anouschka Horn lud Bezirketagspräsident Josef Mederer, Irmgard Badura (Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung), Michael Eibl (Direktor der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg), Professor Reinhard Lelgemann (Lehrstuhl Sonderpädagogik und Körperbehindertenpädagogik in Würzburg) und Professor Heiner Bielefeldt (Lehrstuhl Menschenrechte und Menschenrechtspolitik in Erlangen) im Anschluss an die Fachreferate zur Diskussion. „Utopie ist die inklusive Gesellschaft nicht, wir leben sie täglich“, eröffnete Irmgard Badura die Debatte.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass aber noch ein weiter Weg zu gehen sei, um eine inklusive Gesellschaft auch wirklich zu erreichen. Dazu gehöre, dass man etwa die Chancen der leichten Sprache nutze. „Ein einfaches Beispiel wäre, das Formular bestimmter Steuerbescheide in leichte Sprache zu übersetzen. Dies würde vielen Menschen helfen“, erläuterte Eibl. Ausdrücklich sprach er sich aber dagegen aus, alle Texte in leichte Sprache zu übersetzen. Dies würde nicht weiterhelfen.

Elterninitiativen sind oft der Motor an den Schulen


Lelgemann wies darauf hin, dass oftmals Elterninitiativen der Motor der Inklusion an Schulen seien. Notwendig sei dann aber auch die Unterstützung durch die verantwortlichen Schulämter. Hier gebe es manchmal noch Nachholbedarf. „Sozialpolitik ist immer teuer, Geld fehlt immer“, formulierte Badura und wies zugleich darauf hin, das bereits heute viele Menschen sich an der Herkulesaufgabe „Inklusion, beispielsweise durch ein Ehrenamt beteiligen. Die Gesellschaft brauche den Mut, einfach loszugehen und mitzumachen.

Auch Professor Bielefeldt warb um das Engagement aller Beteiligten, die inklusive Gesellschaft zu schaffen. „Manchmal müssen wir dafür kämpfen, manchmal auch juristisch“, so der Erlanger Wissenschaftler. Auf die finanziellen Aspekte ging Präsident Josef Mederer ein und stellte klar: „Inklusion gibt es definitiv nicht zum Nulltarif. Wir müssen in der Gesellschaft dafür werben, die notwendigen Mittel zu bekommen“, so Mederer.
Rückblickend sei es daher auch ein besonderes Verdienst der Bezirke, dass sich die Gesellschaft heute intensiver mit der Inklusion auseinandersetze. Denn die Bezirke hätten wichtige Impulse gesetzt.

Aktiv nutzten Teilnehmer der Verbandsversammlung dann die Möglichkeit zur Aussprache. Can Sipahi, 1. Vorsitzender des Gehörlosenverbandes München und Umland, möchte gerne prüfen lassen, wie nicht behinderte Menschen Inklusion erleben. Moderatorin Horn fasste in ihrem Schlusswort die Diskussion zusammen und wies darauf hin, dass die Bezirke in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet und viele gute Projekte umgesetzt hätten, um eine inklusive Gesellschaft voranzubringen.  (Henner Lüttecke)


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