Kommunales

Ehrenbürger der Stadt: "Erster Bürgermeister Hans Dippold" steht auf der Stele auf dem Friedhof in Pottenstein. (Foto: dpa)

16.12.2015

Ehrung für einstigen NSDAP-Funktionär

Die Stadt Pottenstein errichtete Stele für SA-Mann

Die Stadt Pottenstein hat sich dafür verteidigt, einen ehemaligen NSDAP- und SA-Funktionär auf einer Stele auf dem Friedhof zu würdigen. Hans Dippold war während der Nazi-Zeit, aber auch von 1953 bis 1972 Bürgermeister des oberfränkischen Städtchens. Nach dem Ende seiner Amtszeit wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Ihm und anderen Ehrenbürgern ist eine erst kürzlich errichtete Stele gewidmet, wie der "Nordbayerische Kurier" zuerst berichtet hatte.

Die Kommune hat sich nun für die Stele gerechtfertigt. Die Spruchkammer zur Entnazifizierung habe Dippold als "Mitläufer" eingestuft, teilte der heutige Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer (Freie Wähler) mit.

Die Spruchkammer hatte Hans Dippold als "Mitläufer" eingestuft

1972 habe ihn der damalige Stadtrat zum Ehrenbürger gemacht. "Solange nichts Gegenteiliges bekannt ist, müssen wir davon ausgehen, dass der Stadtrat im Jahr 1972 die Voraussetzungen gewissenhaft geprüft hat, zumal noch zahlreiche Zeitzeugen, darunter ehemalige Häftlinge des KZ-Außenlagers von Flossenbürg, in Pottenstein lebten", sagte Frühbeißer. Pottenstein war ein Außenlager von Flossenbürg gewesen.

Die Aberkennung einer Ehrenbürgerwürde sei nicht einfach so möglich. Es liege keine rechtliche Grundlage vor, um die Ehrenbürgerwürde für Hans Dippold infrage zu stellen, sagte Frühbeißer. "Allein die Mitgliedschaft in der NSDAP und das gleichzeitige damalige Amt als Bürgermeister reichen aus rechtsstaatlicher Sicht nicht aus, ihm aus heutiger Sicht das im Jahr 1972 verliehene Ehrenbürgerrecht zu versagen." Die Stele auf dem Friedhof sei im November errichtet worden, da die Stadt verpflichtet sei, Ehrenbürgern eine "würdige Grabstelle dauerhaft zu unterhalten". (dpa)

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