Kommunales

Beim Anschneiden der Geburtstagstorte: (von links) Pflegedirektor Georg Baur (BKH Günzburg), Professor Peter Falkai (LMU München), Vorstandsvorsitzender Thomas Düll (Bezirkskliniken Schwaben), Regionalleiter Gerhard Kramer (BKH Günzburg), Gesundheitsministerin Melanie Huml, Professor Thomas Becker (Leitender Ärztlicher Direktor BKH Günzburg), Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (zugleich Verwaltungsratsvorsitzender Bezirkskliniken Schwaben), und Personalratsvorsitzender Franz Hörmann (BKH Günzburg). (Foto: Schalk)

18.12.2015

Eine Klinik wird 100 Jahre

BKH Günzburg feiert mit politischem Festakt den Abschluss eines erfolgreichen Jubiläumsjahres

Mit einem Festakt hat das Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen abgerundet. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte, die Klinik nehme eine herausragende Rolle bei der Versorgung psychisch kranker Menschen ein. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, unterstrich die innovative, professionelle Arbeit der 1500 Beschäftigten des BKH zum Wohle der Menschen in der Region.


Das BKH Günzburg ist das größte Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Schwaben. Es hat insgesamt 442 Betten und vereint alle neurowissenschaftlichen Disziplinen auf einem Gelände. Die Klinik für Neurochirurgie mit ihren 52 Betten gehört zu den größten neurochirurgischen Kliniken in Bayern. Jährlich werden dort etwa 2000 Patienten operiert. „Von diesem hervorragenden Versorgungsangebot profitieren auch Patienten in anderen Krankenhäusern“, so Ministerin Huml. Ähnliches gelte für Schlaganfall-Patienten.


In der neurologischen Fachklinik des BKH besteht ein überregionales Schlaganfallzentrum mit eigener Frührehabilitation. Diese Spezialstation, eine zertifizierte Stroke Unit, ist Teil eines Netzes von 20 derartigen Einrichtungen in Bayern. Das BKH Günzburg ist daneben mit dem Klinikum Großhadern und dem Klinikum Ingolstadt eines der drei Zentren des telemedizinischen Schlaganfallnetzwerkes NEVAS, das für die Region Südwestbayerns errichtet wurde. Huml: „Durch die telemedizinische Vernetzung ist auch in dieser Region an derzeit 14 Kliniken eine flächendeckende, hochqualifizierte Schlaganfallversorgung auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand möglich geworden.“


Der Freistaat habe dem Bezirk Schwaben und seinen Bezirkskliniken seit 1980 insgesamt 270 Millionen Euro für Bauvorhaben bereitgestellt. „Und wir machen gerne weiter“, sagte Ministerin Huml vor dem Hintergrund des geplanten Neubaus der Psychiatrie und Psychosomatik plus Radiologiezentrum am BKH Günzburg.
Bezirkstagspräsident Reichert ist froh über den Startschuss für den Neubau der Psychiatrie am Standort. Menschen würden auch 100 Jahre alt, seien aber oft nicht mehr so fit. „Die Klinik in Günzburg ist total fit“, meinte Reichert. Sie sei gut ausgestattet, ins Gesellschaftssystem eingebettet und erfolgreich in der medizinischen und ökonomischen Qualität. „Der Bürger ist hier gut aufgehoben.“

Länderübergreifender Staatsvertrag


Der länderübergreifende Staatsvertrag zwischen der Uni Ulm (Baden-Württemberg) und dem BKH Günzburg (Bayern), der 1977 geschlossen wurde, habe den Weg bereitet, dass im Raum Günzburg eine „optimale Versorgungsstruktur mit exzellenter Medizin auf dem Lande“ entstanden sei, sagte Reichert.
Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, zitierte aus Zeitungsberichten aus dem Gründungsjahr und verdeutlichte damit, wie schwer die Anfangszeit gewesen ist. „Damals herrschte Krieg“, so Düll. Seither gebe es eine stetige Fortentwicklung hin zu einem modernen, humanen Grundsätzen verpflichteten Bezirkskrankenhaus mit allen neuro-wissenschaftlichen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachdisziplinen sowie vielen weiteren Funktionsbereichen. „Unser Gesundheitsunternehmen weist ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland auf: Jede unserer psychiatrischen Kliniken befindet sich inzwischen innerhalb im oder in direkter Nachbarschaft zu einem Allgemeinkrankenhaus“, sagte Düll.


Mit dieser integrativen Psychiatrie seien somatische und psychiatrische Medizin zusammengerückt, was viele Vorteile für Patienten, Angehörige und Behandler aller Kliniken habe. Damit leiste der Krankenhausträger einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen in der Gesellschaft. Leitender Ärztlicher Direktor Professor Thomas Becker blickte auf die Geschichte des BKH Günzburg zurück. Sie begann am 2. September 1915 als Heil- und Pflegeanstalt mit zwölf Patienten. Während der Zeit des Nationalsozialismus seien hier 350 psychisch kranke Menschen zwangssterilisiert sowie 394 Menschen aus Günzburg in Tötungsanstalten verlegt und ermordet worden – das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Klinik, das im Festjahr würdevoll in Erinnerung gebracht wurde.


Heute, so Becker, konzentriert sich das BKH als einziges Fachkrankenhaus Deutschlands ausschließlich und in vollem Umfang auf Diagnostik, Behandlung und Integration von Patienten mit sämtlichen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems. „Diese besondere Konzentration auf Seele und Gehirn an diesem Standort wird gestärkt durch die universitäre Ausrichtung des Krankenhauses“, betonte der Ärztliche Direktor.
(Georg Schalk)

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