Kommunales

Lang schafften es die Eltern nicht, das Rathaus zu besetzen - dann wurden sie vom Sicherheitsdienst rausgeworfen. (Foto: dpa)

21.05.2015

Eltern stürmen Rathaus

Aus Wut über den Kita-Streik blockieren Mütter und Väter eine Sitzung des Mainzer Stadtrats

In Mainz haben Eltern die Nase voll vom Kita-Streik - und stürmten samt ihrer Kinder und Kinderwägen das Rathaus der rheinland-pfälzischen Landeshaupstadt. Dort blockierten die zirka 200 Mütter und Väter dann eine Sitzung des Stadtrats und forderten eine Rückerstattung ihrer Gebühren. Aufgerufen zu der Aktion hatten die Elternbeiräte mehrerer kommunaler Einrichtungen. Das berichtet der SWR. Den Volksvertretern gefiel das aber gar nicht und sie ließen die Eltern von einem Sicherheitsdienst hinauswerfen. Auch in Lübeck zogen etwa 75 Eltern mit Kind und Kegel vor das Rathaus, um ihrem Unmut Luft zu machen, gelangten aber nicht erst hinein.
Viel gebracht haben dürfte es nicht, denn im bundesweiten Kita-Streik ist auch nach fast zwei Wochen kein schnelles Ende in Sicht. "Dieser Streik wird fortgesetzt, unbefristet, bis ein annehmbares Ergebnis vorliegt", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske in Fulda nach einer Konferenz von  Streikdelegierten aus ganz Deutschland. Dabei waren nach Gewerkschaftsangaben rund 330 Teilnehmer, die einstimmig für weitere Streiks stimmten. 

Vorerst keine Einigung zwischen Verdi und VKU in Sicht


Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite sind zurzeit nicht verabredet. Bsirske sagte: "Wir haben es mit Arbeitgebern zu tun, die toter Mann spielen und im Moment jede Bewegung ablehnen."
Die Erzieher und Sozialarbeiter an kommunalen Betreuungseinrichtungen sind seit mehr als einer Woche bundesweit und unbefristet im Ausstand. Sie fordern eine um mehrere Stufen erhöhte Tarif-Eingruppierung. Dies hält die Arbeitgeberseite für die bundesweit rund 240 000 Beschäftigten für nicht finanzierbar. Deswegen legten laut Verdi auch am Mittwoch 40 000 Beschäftigte die Arbeit nieder. In der Vorwoche seien es allerdings noch 150 000 Mitarbeiter gewesen.
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) will sich am 28. Mai zu einer Sitzung treffen. Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann sagte: "Die Gewerkschaften sollten die Dauerbelastung für Kinder und Eltern schnellstmöglich einstellen und endlich Tarifverhandlungen führen." Die Gewerkschaften seien jedoch in keinem Punkt von ihren Maximalforderungen abgewichen. Laut VKA fordern die Gewerkschaften Einkommensverbesserungen um bis zu 21 Prozent. 
Verdi kommt hingegen zu einer anderen Rechnung. Dass die Gewerkschaftsforderungen unbezahlbar seien, sei nicht nachvollziehbar. "Wir reden über eine Anhebung der Entgelte um zehn Prozent durch bessere Eingruppierung für zehn Prozent der Beschäftigten in den Kommunen. Unterm Strich sprechen wir über eine Personalkostensteigerung von einem Prozent." (apl/dpa)

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Kommentare (2)

  1. Roland am 21.05.2015
    Das Verhalten der Arbeitgeber zeigt, der Streik besteht
    zu Recht!!!
  2. Roland am 21.05.2015
    Wen die Eltern wohl bei den nächsten Kommunalwahlen wählen?

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