Kommunales

Bis vor kurzem galt das Schengen-Abkommen auch in Haidmühle. Jetzt nicht mehr. (Foto: Denk)

15.10.2013

Haidmühle macht dicht

Ein Bürgermeister im Bayerischen Wald lässt an der ehemaligen Grenze zu Tschechien wieder einen Schlagbaum aufstellen.

Im ganzen Schengenraum sind die Binnengrenzen zwischen den Staaten gefallen. Im ganzen Schengenraum? Nein! In der Gemeinde Haidmühle im Landkreis Freyung-Grafenau leistet Bürgermeister Fritz Gribis (CSU) jetzt Wiederstand, hat den Schlagbaum an der Grenze zu Tschechien wieder aufstellen lassen.
Der Bürgermeister von Haidmühle hat den Schlagbaum zu Tschechien wieder aufgestellt. Er sei einem Wunsch der Bürger nach mehr Sicherheit nachgekommen, sagt er. Die Aufregung der Nachbarn versteht der 71-jährige CSU-Politiker Fritz Gibis nicht. Im Sommer hatte es doch eine Einbruchserie gegeben, die Bürgerschaft klagte, die Obrigkeit musste handeln. Die kleine Landstraße in das böhmische Nachbardorf Tusset, so die Vermutung mancher Bürger, könnte der Schleichweg der Gauner sein.
Mittlerweile haben die Ermittlungen ergeben, dass die Diebe aus der Ukraine oder Polen stammten. Dass die natürlich auch auf anderen Wegen nach Bayern gelangen können oder vielleicht auch so tollkühn wären, rechts oder links am Schlagbaum vorbeizulaufen – egal. Am Alleingang der Haidmühler änderte das nichts. „Der Schlagbaum ist nicht für die Ewigkeit“, verteidigt sich der resolute Bürgermeister. Aber erst müsse wieder „Ruhe einkehren“.

Idee entstand am Stammtisch


Die tschechischen Vertreter, voran Pavel Kosmata von der südböhmischen Eisenbahngesellschaft, reagierten verärgert. Kosmata schrieb dem Haidmühler Bürgermeister einen satirischen Brief, welchen er den Lokalzeitungen beiderseits der Grenze zuspielte. Die Schranke solle ruhig bleiben, sie verschone die Tschechen vor „temperamentvollen Jugendlichen und tugendhaften Bürgern, die nur zum Alkohol und Zigaretten kaufen kommen“.
Die Idee, den Schlagbaum wieder aufzustellen, wurde – wie es sich für eine bayerische Gemeinde gehört – am Wirtshausstammtisch geboren. Der Bürgermeister behauptet allerdings, es habe dazu eine „kleine Bürgerversammlung“ gegeben. An deren Termin kann er sich allerdings nicht mehr erinnern. Vergesslichkeit ist offenbar seine Schwäche. Seinen tschechischen Kollegen, den Bürgermeister im sechs Kilometer entfernten Tusset, hat er über den geplanten Eingriff an der Grenze zunächst auch nicht informiert. Das böhmische Grenzdorf war einfach vor vollendeten Tatsachen gestellt worden... (Hubert Denk)

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 18. Oktober 2013.

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Kommentare (2)

  1. Alexander am 16.10.2013
    Kommunalrecht bricht Europarecht?
  2. Brömmelmann am 16.10.2013
    Die Grenze würde ich völlig dicht machen. Hoffentlich hat der EU-Wahnsinn bald ein Ende!

    Bravo!

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