Kommunales

Gedenkveranstaltung am Grab Ganghofers auf dem Friedhof von Rottach-Egern. (Foto Stadt: Kaufbeuren)

15.01.2010

Heimatdichter wird web-kompatibel

Vor 90 Jahren starb Ludwig Ganghofer: 21 Gemeinden präsentieren nun einen virtuellen Rundgang durch sein Leben

Schon 21 Städte und Dörfer säumen die virtuelle Ganghoferstraße, die Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) am 14. Januar im Historischen Rathaussaal der einstigen Freien Reichsstadt vorgestellt hat. Angeregt und in Abstimmung mit den Partnergemeinden realisiert hat das ungewöhnliche grenzüberschreitende Kulturprojekt der Präsident der Deutschen Ganghofer-Gesellschaft, der ehemalige Kaufbeurener parteifreie Stadtrat Karl Ilgenfritz. Dieses Internet-Projekt soll ein Ausgangspunkt sein für literarische Recherchen und für touristische Programme. Außerdem möchten die Träger den immer noch als beschaulichen Heimatdichter verkannten Schriftsteller in einem neuen literarischen Licht präsentieren – was im Jubiläumsjahr 2005 nicht recht gelungen war. Das schließt auch Ganghofers kaum bekannte politisch-soziale Visionen ein.
Das hellgrün getünchte Geburtshaus am Kirchplatz 5 in Kaufbeuren besitzt längst wieder eine Bronzetafel und sogar ein Ganghofer-Café – was allein noch nicht viel ist. Ein literarischer Spazierweg – auch das ist erst Stückwerk – führt durch die repräsentative Kaiser-Max-Straße bis zu deren Westende, wo das „Lausbübli“ Ludwig von der Wirtin im Hirschen öfter mal ein Stück Kuchen „oder sonst was Gutes zwischen die ausgestreckten Hände“ bekommen hat, während sein Vater, ein angesehener Revierförster, mit anderen Honoratioren vor dem großen Kachelofen einen Tarock geklopft hat.
Zum Gedenken an den Vater, der die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft im Königreich Bayern begründete, haben die Kaufbeurer einen eigenen Wanderweg bis zur Mooshütte markiert. Das Stadtmuseum, das seit Längerem schon aus Geldmangel geschlossen ist, hätte weitere Objekte zur Erinnerung an Vater und Sohn parat: Erstausgaben seiner über einhundert Romane beispielsweise, die weltweit rund 40 Millionen Mal verkauft wurden, die Skier des begeisterten Sportlers und ein vergilbtes Foto, das den Schriftsteller als eines der ersten Mitglieder der Allgemeinen Radfahrer-Union zeigt.

(Karl Stankiewitz)

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