Kommunales

Der Landkreis Straubing-Bogen setzt auf umweltfreundliche Mobilität: Landrat Alfred Reisinger mit seinem Bioethanol-Fahrzeug. (Foto: Bäumel)

30.09.2011

In Ostbayern setzen immer mehr Kommunen auf Autos mit alternativem Antrieb

Ökologisch korrekte Dienstfahrten

Kommunen haben auch im Umweltschutz Vorbildfunktion. Deshalb gibt es in Ostbayern immer mehr Gemeinden und Landkreise, die als Dienstwagen entweder ein Bio-Ethanol-Fahrzeug oder ein Elektroauto angeschafft haben. Die Pionierrolle in Sachen Bio-Ethanol hat der Landkreis Straubing-Bogen vor knapp vier Jahren übernommen. Auch im Landkreis Cham tut sich derzeit eine Menge in Sachen Elektroautos.
„Bio-Ethanol“ steht in frischen Grüntönen auf dem silberfarbenen Ford C-Max des Landkreises Straubing-Bogen. Der auffällige Aufkleber war Landrat Alfred Reisinger (CSU) und seinen Mitarbeitern wichtig: „Die Bürger sollen auf unser umweltfreundliches Fahrzeug hingewiesen werden, um sie anzuregen, es uns gleichzutun“, erklärt Behördensprecher Markus Mühlbauer.


Geräumiges Inneres


Der Landrat erinnert sich noch heute schmunzelnd an den heißen Wettstreit zwischen Landkreis Straubing-Bogen und Stadt Straubing, der vor vier Jahren entbrannt war: Wer hat das erste Fahrzeug? Der Landkreis gewann.
Die Daten des Autos, das laut Mühlbauer wegen seines geräumigen Inneren und seiner Fahrfreundlichkeit gerne von den Landratsamts-Mitarbeitern genutzt wird: 1,8 Liter, 92 kw, Fünf-Gang-Schaltgetriebe und diverse Extras. Dem Landkreis war es wichtig, ein solches Fahrzeug anzuschaffen. „Gerade die Suche nach bezahlbaren Kraftstoffen ist im Hinblick auf die Sicherung der Mobilität von morgen für unseren Flächenlandkreis von besonderer Bedeutung“, meint der Landrat. Hier biete der Einsatz des Kraftstoffes E 85 eine echte Alternative. Reisinger liebäugelt aber auch für die Zukunft mit einem Elektroauto: „Demnächst werden wir wahrscheinlich eines anschaffen.“
Die Gemeinde Ruhstorf an der Rott ist bereits im Besitz eines solchen Elektroautos, wenn auch erst seit kurzer Zeit. „Es ist sehr wichtig, dass wir hier als Kommune Vorbild sind“, betont Manfred Weber vom Hochbauamt, Energiemanager der Marktgemeinde. Der Marktgemeinderat streckte schon länger seine Fühler nach so einem Fahrzeug aus, jedoch fehlten bislang die notwendigen Finanzen. Im Zuge der kürzlichen Ausstellung „Ausblick 11“ mit dem Hauptthema Elektromobilität ging jedoch der lang gehegte Wunsch in Erfüllung: Ein Aussteller erklärte sich bereit, der Kommune ein entsprechendes Auto zur Verfügung zu stellen, und nach einer Sponsoringaktion konnten so viele Werbeflächen auf dem Fahrzeug verkauft werden, dass Ruhstorf an der Rott für ein Jahr die Leasinggebühren finanzieren kann. Gleich nach der Messe wurde der Tazzari Zero an die Gemeinde übergeben. Sein „Steckbrief“: 15 KW-Motor, Lithium-Eisenphosphat-Batterien mit 72 V/160 Ah, Höchstgeschwindigkeit 100 km pro Stunde, Reichweite bis 140 km, Ladezeit Standard neun Stunden. Die Freude in der Gemeinde ist groß: „Für Kurzstrecken ist dieses Dienstauto optimal“, begeistert sich Energiemanager Weber.
Auch im Landkreis Cham, einer der fünf Kreise des Modellprojektes E-Wald für die Elektromobilität, tut sich derzeit so einiges in Sachen Elektroautos. Bei Projektleiter Franz Reimer haben bereits mehrere Kommunen konkretes Interesse an so einem Fahrzeug als Dienstwagen angemeldet. Landrat Franz Löffler (CSU) hat versichert, dass er eines der insgesamt 15 Fahrzeuge aus seinem Fuhrpark in Kürze durch ein Elektroauto ersetzen wird, sobald die erste Ladesäule in Betrieb ist.
Die ersten Ladesäulen im halböffentlichen Bereich sind in Betrieb. „Wir bekommen 30 Stück aus dem Projekt E-Wald für den öffentlichen Raum. Außerdem konnten wir weitere 40 Partner, Unternehmen, Hotels, Gaststätten und Einkaufsmärkte beispielsweise, dafür gewinnen, dass diese ihren Kunden ebenfalls eine Ladesäule zur Verfügung stellen“, bilanziert der Projektleiter. Hier übernehme der Kreis Cham Pionierarbeit: „Wir sind schon weiter als die übrigen Landkreise.“ (Melanie Bäumel)

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