Kommunales

Heinrich (rechts) besucht Haus Rabenstein in Zwiesel, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. (Foto: Bäter)

16.01.2015

"Inklusion dauert eine Generation"

Niederbayerns Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich sieht die Umsetzung der Richtlinie als langwieriges Projekt

"Über die außerordentliche Kollegialität, mit der ich auf der Ebene des Verbandes und im Kreise der Bezirketagspräsidenten aufgenommen wurde, bin ich sehr erfreut. Das hilft mir in meinem neuen Amt als Bezirkstagspräsident von Niederbayern auch für den Bezirketag Akzente zu setzen und die Handschrift Niederbayerns dort einzubringen“, betont Olaf Heinrich, der seit nunmehr gut einem Jahr als Nachfolger von Manfred Hölzlein an der Spitze des Bezirkstags von Niederbayern steht. Manfred Hölzlein habe den Bezirk in den 15 Jahren als Bezirkstagspräsident mit großem Geschick und politischer Weitsicht geführt. Daran knüpft Olaf Heinrich nun an. Und die ersten Erfolge, die er dabei vorzuweisen hat, machen deutlich, dass der Bezirk weiterhin auf einem guten Weg ist.
Allerdings versteht sich Heinrich auch als Mahner, wenn er die Herausforderungen bewertet, vor denen die dritte kommunale Ebene steht. So sei die Inklusion in all ihren Facetten kein Selbstläufer. Inklusion, so macht er deutlich, koste viel Geld – und gerade das müssten die Bezirke in Offenheit und Ehrlichkeit auch nach Außen hin vertreten. „Die Frage ist daher, was können wir uns leisten? Können wir die Geschwindigkeit, mit der wir im Augenblick an die inklusiven Aufgaben herangehen, wirklich durchhalten? Das muss diskutiert werden“, so der 34-jährige Bezirkstagspräsident.

 

Mentale Herausforderung


Für Olaf Heinrich ist die Inklusion ein Marathonlauf. Sie sei zudem eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für deren Umsetzung keinesfalls die Bezirke allein Verantwortung tragen. In diesem Zusammenhang stellt er die Frage, ob beispielsweise die Debatte über die jeweiligen Standards in Heimen und Einrichtungen nicht noch transparenter als bisher geführt werden müsse. „Ist hier die Option, mehr als die Mindeststandards vorzuhalten, für die Bezirke auf Dauer zu leisten? Die Überalterung der Gesellschaft und die knapper werdenden Finanzen werden uns alle dazu zwingen auch darüber neu nachzudenken“, erklärt Heinrich.
Inklusion ist für den niederbayerischen Bezirkstagspräsidenten darüber hinaus eine mentale Herausforderung. Diese im Bewusstsein der Menschen als notwendig zu verankern, werde „mindestens eine Generation dauern“. Auch das müssten die Bezirke, die sich der Inklusion besonders annehmen, in aller Offenheit zugeben. Die Erwartung, der Staat solle und müsse auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten alles regeln, sei zu hinterfragen. Vielmehr brauche man eine Verantwortungskultur, die sagt, was geht und was nicht geht. Insgesamt sieht Olaf Heinrich Verband und Bezirke aber auf einem stabilen Fundament.
Gerade die Tatsache, dass jeder Bezirk autark sei, trage dazu bei, auch den Bezirketag insgesamt in seinen Aufgaben zu stärken. „Bezirketagspräsident Josef Mederer spricht dabei in seiner Funktion für alle Bezirke – und er macht dies mit Umsicht und Erfolg“, hebt Heinrich hervor. Für die nähere Zukunft sieht er die Bezirke deshalb gut aufgestellt, wenngleich auf den Feldern der Gesundheits- und Sozialpolitik die Aufgaben wachsen und damit auch die zu lösenden Probleme zunehmen werden. Niederbayern werde dazu seinen Beitrag leisten, als starker Bezirk in einem starken Verband, verspricht Heinrich. (Ulrich Lechleitner)

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