Kommunales

09.07.2010

Keine Chance dem Gammelfleisch

In Kulmbach eröffnet eine neue Forschungseinrichtung für Nahrungsmittelqualität als Außenstelle der Universität Bayreuth

Frische und Haltbarkeit von Fleisch- und Wurstwaren, die Effizienz von Getreide oder die Qualität von Ölsaaten: An der neuen Forschungseinrichtung für Nahrungsmittelqualität (ForN) im oberfränkischen Kulmbach sollen in Zukunft zahlreiche Fragen rund um Lebensmittel und deren Produktion im Mittelpunkt stehen. Mit der neuen Einrichtung, einer Außenstelle der Universität Bayreuth, gilt die Bierstadt Kulmbach erstmals offiziell auch als Universitätsstandort, denn in den Räumen des Max-Rubner-Instituts soll nicht nur geforscht, sondern auch gelehrt werden.

„Zum Wintersemester 2010/2011 werden erstmals Studenten hier einziehen“, verspricht Professor Ortwin Meyer, Direktor der neuen Forschungsstelle, bei der Eröffnung. Geplant ist ein Bachelorstudiengang Biologie mit dem Schwerpunkt Lebensmittelwissenschaften, gerechnet wird vorerst mit etwa 25 Studenten pro Jahr. Langfristiges Ziel ist es nach den Worten des Direktors, einen eigenständigen Bachelorstudiengang Lebensmittelwissenschaften zu etablieren. Die Kosten der Einrichtung bezifferte Meyer auf knapp 1,9 Millionen Euro, die Hälfte davon stammt aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), ein Viertel musste die Universität stemmen, ein weiteres Viertel haben mehrere Betriebe der Kulmbacher Lebensmittelbranche aufgebracht.
Für das Geld wurden nicht nur die Räume im ersten Stock des Max-Rubner-Instituts (früher Bundesanstalt für Fleischforschung) angemietet, sondern auch Laborräume und Büros ausgestattet. Geforscht wird vorerst in zwei Arbeitsgruppen mit jeweils sechs Beschäftigten speziell im Bereich der „nichtinvasiven“, also berührungslosen Analytik von Fleisch.

Unter Leitung von Heinar Schmidt soll beispielsweise eine „Laserpistole“ entwickelt werden, die durch Verpackungen hindurch Daten über die Qualität liefern wird. Ohne ein Öffnen der Verpackung und sogar ohne Berühren soll es dann möglich sein, Gammelfleisch von frischem Fleisch zu unterscheiden.
Die zweite Gruppe widmet sich der Analytik von Ölsamen. Auch der Frage, warum auf Bauernhöfen aufwachsende Kinder weniger anfällig für Allergien sind als Stadtkinder, wird auf Anregung des aus dem Nachbarlandkreis Bayreuth stammenden früheren bayerischen Landwirtschaftsministers Simon Nüssel (CSU) wissenschaftlich nachgegangen. Ziel ist es, das Forschungsteam von jetzt sechs auf künftig 20 Mitarbeiter in Kulmbach aufzustocken. Professor Meyer sprach bereits bei der Eröffnung von einem „wichtigen Baustein einer künftigen Gesamtkonzeption für den Bereich der Lebensmittelwissenschaften an der Universität Bayreuth“. Als weiteren wichtigen Aspekt bezeichnete er die neue Stiftungsprofessur für Verbraucherrecht, die künftig in Bayreuth ihren Sitz haben wird. STEPHAN HERBERT FUCHS

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