Kommunales

Die globale Erwärmung nimmt kontinuierlich zu. (Foto: DDP)

19.02.2010

Klimaschutz richtig kommunizieren

Bayerische Kommunen stellen ihre innovativen Projekte oft nicht überzeugend vor

Weil der Winter scheinbar gar nicht mehr aufhören mag, verliert das Thema Klimaschutz auch in den Kommunen momentan ein wenig an öffentlicher Aufmerksamkeit. Doch der nächste Hitzesommer mit neuen Rekordtemperaturen, da sind sich die Meteorologen im Freistaat weitgehend einig, kommt bestimmt. Spätestens dann werden sich die Menschen auch fragen, was gegen die globale Erwärmung konkret in ihrer Heimatgemeinde getan wird, denn Klimaschutz ist nur scheinbar zuerst eine Angelegenheit des Umweltministers, er beginnt in den Kommunen. Denn einerseits sind Projekte vor Ort konkreter und für die Bürger anschaulicher als etwa der Emissionsrechte-Handel oder Kompensationszahlungen zwischen Staaten, worüber zuletzt in Kopenhagen so mühsam verhandelt und gefeilscht wurde. Andererseits tun sich manche Kommunen mit dem komplizierten Thema durchaus schwer, der Sachverhalt wird qualitativ sehr unterschiedlich kommuniziert. Das ergab eine Umfrage der Staatszeitung in fünf bayerischen Stadtverwaltungen.
Sehr offensiv geht die mittelfränkische Residenzstadt Ansbach mit dem Klimaschutz um. Schon auf der städtischen Homepage ist dazu einiges zu finden, es gibt sogar eine eigene Seite im Intenet unter der Adresse www.klimaschutz.ansbach.de. Und Umweltamts-Leiter Martin Stümpfig ist ein Mann, der gern Auskunft gibt. Seit April vergangenen Jahres werde schon an einem Konzept gearbeitet, das vom Bundesumweltministerium gefördert werde. 70 städtische Mitarbeiter hätten sich dafür zusammengesetzt. Zur Realisierung solle eine zusätzliche Fachkraft eingestellt werden. Unter anderem wolle man für die energetische Sanierung von 49 eigenen Liegenschaften eine Prioritätenliste erstellen. Und in der Solar-Bundesliga werde sich Ansbach wohl auf Platz 4 vorarbeiten.
Es geht aber auch anders. Auf der Homepage von Passau ist dagegen so gut wie nichts zum Thema Klimaschutz zu finden. Man stelle „da aber eben nicht alles rein“, entgegnet auf Nachfrage Karin Schmeller, Mitarbeiterin im Büro von Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD). Doch das bedeute keineswegs, dass in der Dreiflüssestadt nichts passiere. Wer nun aber wissen will, was denn da genau passiert, der hat Pech, ein Gespräch mit einem für Umweltschutzfragen Verantwortlichen in der Stadtverwaltung kommt nicht zustande. Karin Schmeller sendet lediglich eine lange Liste umgesetzter und geplanter „hoch investiver“ und „gering investiver“ Maßnahmen zu, darunter Informationen zur Aktion „KlimaTischSchulen“, in dessen Rahmen schon seit 1998 an Energieeinsparungen gearbeitet werde, oder über die jüngst beschlossene Erhöhung des Anteils regenerativer Energien bei den Stadtwerken.

(Andreas Alt)

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