Kommunales

Keine Scheu vor großer Kunst: Damit der Besuch im E.T.A. Hoffmanntheater noch unkomplizierter möglich ist, fahren städtische Busse das kleine Publikum kostenlos an den Schillerplatz. (Foto: Theater)

22.10.2010

Kulturelle Bildung im Schulalltag verankern

In Bamberg startete das Pilotprojekt „Kultur.Klassen“

Wie abwechslungsreich die nächsten beiden Jahre für zehn Schulen und zwei Kindergärten aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg werden, zeigte sich schon gleich bei der Auftaktveranstaltung zu „Kultur.Klassen“ in der bunten Zusammensetzung der Projektverantwortlichen: Da waren ein Orchestermitglied der Bamberger Symphoniker und ein Hip-Hopper, eine Theaterpädagogin des E.T.A. Hoffmann-Theaters und eine Museumspädagogin des Bauernmuseums Bamberger Land, eine Autorin und ein Archäologe.
Sie repräsentieren das Pilotprojekt „Kultur.Klassen“ (Schirmherr ist Kultusminister Ludwig Spaenle). „So etwas hat es in dieser Form in ganz Bayern noch nicht gegeben. Auch bundesweit findet der Ansatz große Beachtung“, sagte Bambergs Bürgermeister und Kulturreferent Werner Hipelius. Theater spielen, Dichten lernen, Malerei ausprobieren, Musik erleben, sich in die Geschichte vertiefen oder die Natur erkunden: Vielseitigkeit und Vielfältigkeit seien charakteristisch nicht nur für die Kultur, sondern auch für das Projekt, sagte Hipelius. Ziel soll sein, kulturelle Bildung stärker und vor allem dauerhaft an Schulen und Kindergärten zu verankern.

Bausteinprinzip

Für das Motto „Kultur.Klassen“ hatte der Kultur- und Schulservice Bamberg bereits in den zurückliegenden Jahren ein Netz von Bildungseinrichtungen und Kulturschaffenden geknüpft, mit dessen Hilfe kulturelle Bildung in den Erziehungs- und Schulalltag integriert werden soll. Konkret können die beteiligten Kindergärten und Schulen aus Bausteinkatalogen diejenigen Projekte auswählen, die sie am meisten ansprechen. Diese werden dann über das Schuljahr hinweg in den Unterrichtsalltag eingebaut: integrativ in den Regelunterricht, innerhalb eines Ganztagesprogramms, als P-Seminar am Gymnasium, als Fach „Projekt“ an der Wirtschaftsschule oder als freiwilliges Nachmittagsangebot.
Neben den großen kulturellen Institutionen wie den Bamberger Symphonikern oder dem E.T.A. Hoffmann-Theater fänden sich in Bamberg viele kleinere, engagierte Einrichtungen sowie etablierte kulturpädagogische Vereine, die sich durch langjährige erfolgreiche Vermittlungsarbeit auszeichnen, sagte Hipelius. Auch der Pool motivierter und kompetenter Pädagogen innerhalb und außerhalb der Schulen und Kindergärten sei überaus ergiebig. So lasse sich eine abwechslungsreiche und vielseitige Landschaft an „Bausteinen kultureller Bildung“ formulieren, die eine stattliche Auswahl an Kooperationsprojekten zwischen Schulen, Kindergärten und externen Anbietern vorhält.

Große Finanzierungsallianz

Auf diese Art und Weise sollen Kinder und Jugendliche überhaupt erst einmal mit Kultur in Berührung kommen und dadurch längerfristig wichtige Schlüsselqualifikationen wie Kreativität erlangen. Hipelius plädierte für ein Gleichgewicht von wissenschaftlicher und künstlerischer Bildung als Basis für spätere Erfolge. Dies gelte schon für die Erziehungsarbeit in Kinderkrippen und Kindertagesstätten. Kinder, die ins Theater gehen oder selbst Theater spielen, seien für Mathematik und Deutsch wesentlich aufgeschlossener.
Finanziert wird das Projekt „Kultur.Klassen“ neben Mitteln der Stadt und des Landkreises Bamberg von der Oberfrankenstiftung, dem Kulturfonds Bayern, der Robert Bosch Stiftung, der PWC-Stiftung, dem Genossenschaftsverband Bayern und den Stadtwerken Bamberg. Letztere tragen beispielsweise dazu bei, indem die städtischen Busse die teilnehmenden Schulklassen kostenlos ins Theater und wieder zurück in die Schule fahren. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Pädagogik an der Philosophischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. (Stephan Herbert Fuchs)

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