Kommunales

Das Klinikum Schwabing in München. (Foto: dpa)

29.07.2015

Letzte Chance für Münchner Kliniken

Seit Jahren schleppen sich die städtischen Kliniken knapp an der Pleite entlang. Jetzt hat der Stadtrat die Umsetzung einer umfassenden Sanierung beschlossen

Die angeschlagenen Münchner Kliniken können mit ihrer Sanierung und Neuausrichtung beginnen. Der Stadtrat beschloss heute die Umsetzung des Sanierungskonzepts. Damit soll der Verbund der städtischen Kliniken in den nächsten sieben Jahren medizinisch wie wirtschaftlich zukunftsfähig werden: Bis 2022 sollen die Kliniken in den schwarzen Zahlen sein. Seit mehreren Jahren sind die städtischen Kliniken von der Insolvenz bedroht. "Wir freuen uns, dass der Stadtrat unseren Vorschlägen für ein neues Städtisches Klinikum zugestimmt hat", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Axel Fischer. 

Das Sanierungskonzept hatte die Geschäftsführung mit einer Unternehmensberatung erstellt. Es sieht eine Bündelung medizinischer Leistungen vor. Damit sollen Kapazitäten und Know-how zusammengefasst werden. Eine Notfallversorgung bleibt aber an vier Standorten erhalten. Der fünfte Standort Thalkirchen mit der Dermatologie soll geschlossen und nach Schwabing verlagert werden. 

1600 Stellen sollen binnen sieben Jahren abgebaut werden

Personal und Betten werden abgebaut. Rund 1600 Stellen sollen binnen sieben Jahren abgebaut werden, das ist etwa jede vierte Stelle. Von rund 3250 Betten sollen nur gut 2500 bleiben. Nach Einschätzung von Experten hat die Uni-Stadt München ein Überangebot an Krankenhausbetten. 

Der defizitärer Blutspendedienst soll verkauft werden. Die Essensversorgung wird extern vergeben und die Verwaltung verschlankt. "Das heute beschlossene Konzept ist die letzte Chance für das Städtische Klinikum", sagte SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. Das Konzept sei notwendig, um die Kliniken auf gesunde Beine zu stellen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion, Hans Theiss. 

Die geplanten Kosten der Sanierung sind inzwischen auf gut eine Milliarde Euro gestiegen. Davon finanziert die Landeshauptstadt rund 400 Millionen Euro. Der Rest soll im Wesentlichen durch Fördermittel des Landes in Höhe von knapp 470 Millionen Euro abgedeckt werden, einen kleinen Teil sollen die Kliniken selbst erwirtschaften. Allein für Neubauten, Erweiterungsbauten und Sanierungen sind rund 770 Millionen Euro veranschlagt. Viele Klinikteile gelten als veraltet. (dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 42 (2017)

Sollen Arbeitnehmer das Recht haben, auf eine 28-Stunden-Woche zu reduzieren?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter IG-Metall Bayern

(JA)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.