Kommunales

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (rechts) dankt Hölzlein für die geleistete Arbeit. Foto schweinfurth

29.11.2013

Manfred Hölzlein in den Ruhestand verabschiedet

Der scheidende Präsident des Verbands des Bayerischen Bezirketags erhält viel Lob von Landes- und Kommunalpolitikern aus ganz Bayern

„Wenn einen die Rechtsaufsicht lobt, dann meist nur bei der Verabschiedung“, meinte Manfred Hölzlein, der scheidende Präsident des Bayerischen Bezirketags (bis Ende September dieses Jahres noch „Verband der bayerischen Bezirke“), launig anlässlich des Festakts zu seinem Ausscheiden nach über 40 Jahren in der bayerischen Kommunalpolitik. Der gebürtige Passauer und Oberstaatsanwalt a. D. genoss es sichtlich, in seiner Wahlheimat Landshut von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) für seine vielen Verdienste geehrt zu werden. Selbstironisch stellte Hölzlein fest: „A bisserl zwieder is mia des scho, so viel Lob. Aber wenn zwei Staatsminister, so viele Präsidenten und ein Prälat da sind, dann wird’s schon stimmen.“
Denn neben Herrmann kamen auch Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der 1. Vizepräsident des Bayerischen Bezirketags, Günther Denzler, Finanzstaatssekretär Albert Füracker, Kultusstaatssekretär Bernd Sibler, Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (alle CSU), Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl sowie viele Landtagsabgeordnete, Spitzenvertreter der kommunalen Familie und diverse Regierungspräsidenten.
Mit Manfred Hölzlein (71) geht ein durchsetzungsstarker Politiker und warmherziger Mensch in den Ruhestand, der sicherlich eine große Lücke in Bayerns kommunaler Familie hinterlassen wird. Neben der Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in ein möglichst selbstbestimmtes Leben, der Reform der Zuständigkeiten der bayerischen Bezirke (seit 1. Januar 2008 sind sie auch verantwortlich für alle ambulanten Leistungen der Eingliederungshilfe), dem zügigen Ausbau teilstationärer und ambulanter Struktruren für psychisch Kranke, dem Verbleib der forensischen Einrichtungen unter dem Dach der Bezirke, geht auch eine wesentlich verbesserte Finanzausstattung für die Bezirke auf Hölzleins Konto. Er setzte sich aber auch für die regionale Kulturarbeit und die Heimatpflege ein. In seiner Heimatregion Niederbayern sorgte er als Präsident des Bezirks Niederbayern für die Einführung des Kulturmobils, das kulturelle Veranstaltungen auch außerhalb der Städte Deggendorf, Landshut, Passau und Straubing ermöglichte.
„Du hast grundsätzliche Reformen angestoßen und damit erheblich dazu beigetragen, dass sich die Position der bayerischen Bezirke deutlich verbessert“, lobte Innenminister Herrmann die Verdienste Hölzleins. „Mit Dir verabschieden wir heute einen der dienstältesten und anerkanntesten Kommunalpolitiker Bayerns“, so Herrmann.
Doch Hölzleins Verhältnis zu bayerischen Innenministern, war nicht immer so rosig wie heute. So erzählte er eine amüsante Anekdote aus seinem Leben mit einem Amtsvorgänger Herrmanns. „Jeder weiß, dass ich kein Handy mag.“ Als es einmal wieder ein Problem mit einem Ausbrecher aus einer Bezirksklinik gab und Hölzlein nicht zu erreichen war, verdonnerte ihn der damalige Innenminister zu einem Diensthandy. Hölzleins Skepsis gegenüber diesem technischen Gerät erhielt sofort Nahrung. „Als ich in Saalbach beim Schwammerlsuchen war und gerade einen schönen Steinpilz abschneiden wollte, klingelte das Handy und der Innenminister wäscht mir wegen eines Problems den Kopf. Da war die ganze Freude über den schönen Pilz verdorben.“
Und weil die Anekdoten so schön sind, lobte und dankte Hölzlein neben seinen Büromitarbeitern auch seinen Fahrer. Bei den über 500.000 Kilometern, die er mit ihm zurückgelegt hat, habe er 20 Kilo zugelegt. Aber das habe den Fahrer nicht sonderlich gestört, erläuterte Hölzlein: „Denn er sagte, dass das Auto richtig auf der Straße liegen muss.“ Jetzt ist es an Olaf Heinrich (CSU), dem neuen Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern, der ebenfalls Hölzleins Verdienste würdigte, in die großen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Auf gesamtbayerischer Ebene wird der Nachfolger des Landshuters am 5. Dezember in Ingolstadt gekürt.
(Ralph Schweinfurth)

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