Kommunales

Mit der Freiwilligen Feuerwehr muss sich jeder OB gut stellen: Das haben Amtsinhaber Ivo Holzinger (Dritter von rechts) und seine Gegenkandidatin Claudia Knoll verstanden. (Foto: Dany)

02.07.2010

Memmingen am Scheideweg

Bayerns dienstältester Oberbürgermeister Ivo Holzinger (SPD) strebt eine sechste Amtsperiode an

Am Sonntag wählen die Memminger ihr Stadtoberhaupt, alles läuft auf ein Duell zwischen Amtsinhaber Ivo Holzinger (SPD) und und der CSU-Bewerberin Claudia Knoll hinaus. Da haben die beiden Kandidaten noch mal kräftig die Werbetrommel gerührt und ihre Infostände aufgebaut. Memmingen steht am Scheideweg: Soll die sozialdemokratische Regentschaft im Rathaus noch in eine vierte Dekade hineinreichen oder wagt die Allgäuer Kommune den Wechsel? Zwar bewerben sich noch vier weitere Kandidaten: Annette Neulist (Grüne), Dieter Buchberger (ÖDP), Albert Schweiger (FDP) und der parteilose Dieter Stütz, doch ihnen werden kaum Chancen auf den Rathaus-Chefsessel eingeräumt. Favorit ist der Amtsinhaber , Bayerns dienstältester OB. Klappt es mit der Wiederwahl, kann er dann im November sein 30-jähriges Dienstjubiläum feiern.
Im Jahr 1980 ist der im baden-württembergischen Aalen geborene Holzinger als damals 32-jähriger und jüngster OB einer kreisfreien Stadt in Deutschland nach Memmingen gekommen. Der promovierte Jurist hatte gerade einige Monate beim Bundesfinanzministerium in Bonn gearbeitet, als er dem Ruf folgte: „Schwaben wollen keine Vetterleswirtschaft“, meint Holzinger heute rückblickend auf seinen Wahlsieg als Auswärtiger. Doch SPD-Bürgermeister haben in der 41 000 Einwohner zählenden Stadt auch eine große Tradition: Seit 1966 ist das Rathaus der früheren freien Reichsstadt fest in roter Hand.
Für den 62-jährigen Katholiken gilt es also, eine Bastion zu verteidigen. Innerhalb seiner Partei ist er auch nicht irgendwer, seit Jahren steht Holzinger dem Arbeitskreis sozialdemokratischer Kommunalpolitiker in Bayern vor. Seine Niederlage wäre ein Schlag für die gesamte Partei.
Holzinger verweist auf seine Bilanz: Während seiner Amtszeit habe sich die Stadt zu einer der drei wirtschaftsstärksten unter den 25 kreisfreien Städten Bayerns entwickelt, und Memmingen hat mit dem Industriegebiet Nord das zweitgrößte zusammenhängende Industriegebiet im Regierungsbezirk Schwaben. „Ich bin von vielen Seiten angesprochen worden, weiterzumachen“, rechtfertigt Holzinger die erneute Kandidatur, die angesichts seines Alters und der langen Amtszeit nicht nur in seiner Partei für Überraschung sorgte, „im Februar hab ich mich dann dafür entschieden“. Grund: Neben der Gefährdung der Industriearbeitsplätze durch die Wirtschaftskrise sehe er vor allem die weitere Stadtentwicklung als Herausforderung. In den kommenden Jahren solle ein Schwerpunkt auf den Bahnhofsbereich und die südliche Altstadt gelegt werden. (Christian Dany)

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