Kommunales

09.07.2010

Nachfolger der verschwindenden Dorfläden

Beim bayerischen Nahversorgungstag werden alternative Projekte für den Lebensmittelhandel vorgestellt

Es geht nur gemeinsam, lautete die Hauptbotschaft des bayerischen Nahversorgungstages in Würzburg. Weder Politik noch Einzelhandel alleine werden dafür sorgen, dass sich wieder mehr Menschen im Freistaat zu Fuß das besorgen können, was sie täglich benötigen. Es braucht unbedingt lokale Akteure, die sich für dörfliche Tante-Emma- und Nachbarschaftsläden einsetzen.
Hintergrund: Die Zahl der Lebensmittelmärkte in Bayerns Dörfern und Stadtteilen schrumpft. Inzwischen gibt es von ihnen nur noch deutlich weniger als 10 000. Immer mehr Dörfler tun sich deshalb zusammen, um ein lokales Lebensmittelgeschäft zu gründen. Die Bandbreite der Projekte ist groß. Sie erstreckt sich vom Dorfladen über das Integrationsprojekt eines karitativen Trägers bis hin zum rollenden Supermarkt und dem Genossenschaftsladen.
Risikolos sind diese Initiativen nicht. Laut Michael Krines, Präsident des Handelsverbandes Bayern (HBE), haben kleine Dorf- und Genossenschaftsläden mit engagierten Akteuren allerdings „unter bestimmten Voraussetzungen“ sehr gute Chancen, sich zu behaupten.
Unternehmensberater Wolfgang Gröll verdient seit Jahren sein Geld damit, Bürger, die einen Dorfladen gründen wollen, mit diesen Voraussetzungen vertraut zu machen. Für Gröll sind Nachbarschaftsläden dann attraktiv, wenn sie inmitten eines Überangebots an baulicher und geschmacklicher Monokultur auf regionale Produkte, individuellen Service und kreative Gestaltung setzen. Die von Gröll begleiteten Dorfläden werden von den Bürgern selbst „gestylt, bekommen ein unverwechselbares Gesicht: „Manche sind komplett verrückt eingerichtet, jeder Fachmann schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Aber sie laufen.“
Werden ein nettes Café oder eine Postagentur in den Laden integriert, wächst die Attraktivität. Schließlich haben Dorfläden auch eine soziale Funktion. Pluspunkte sammeln sie außerdem mit „normfreien“ Mitarbeiterinnen, die – anders als in Discountern –, ihre „unverwechselbare Persönlichkeit“ in den Kundenkontakt einbringen. Gröll: „Wir verkaufen in den Dorfläden immer auch ein Stück Menschlichkeit.“ PAT CHRIST

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