Kommunales

Ein Boot der Passauer Wasserwacht bringt Anwohner über einen überfluteten Platz in der Innenstadt. (Foto: DDP)

25.06.2010

Neue Wege beim Hochwasserschutz

Mit klassischen Methoden ist Passau in den nächsten Jahren nicht mehr sicher

Zu teuer, zu aufwändig, nahezu unlösbar: So stellt sich klassischer Hochwasserschutz mit Mauern und Wänden für die Dreiflüssestadt dar. Experten des Wasserwirtschaftsamtes kamen jetzt in einer umfangreichen Untersuchung zu dieser realistischen Einschätzung, welche Denkmalpfleger und Liebhaber des historischen Stadtbildes beruhigen wird. Lediglich in zwei Stadtteilen außerhalb des Zentrums, in Hacklberg und Hals, ließen sich Schutzwände und mobile Dämme praktikabel einsetzen. Kostenpunkt: knapp 8 Millionen Euro. Die Maßnahme würde eventuell mit zwei Dritteln vom Freistaat Bayern finanziert.
Weil der historische Stadtkern, vor allem aus denkmalpflegerischer Sicht, nicht mit hohen Mauern nach allen Seiten umbaut werden kann, bleibt als Lösung an vielen Stellen nur ein meterhoher Sockel mit mobilen Stützen und Wänden, die bei Bedarf eingesetzt werden. Diese Technik hat allerdings Grenzen. Beispiel Donaulände: Der künstliche Damm, ausgelegt am Jahrhunderthochwasser, müsste 5,25 Meter hoch werden. Doch das ist nicht machbar, bei 3,30 Metern ist wegen des hohen Wasserdrucks Schluss. Es scheitert auch an der praktischen Umsetzung. Um den Wettlauf mit der Zeit gegen die steigenden Flüsse zu bestehen, müssten in Passau 1000 Hilfskräfte für diesen mobilen Dammbau rekrutiert werden.

(HUBERT DENK)

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