Kommunales

Seinen wachsamen Augen entgeht nichts: Gerd Blaimberger an der S-Bahnstation Hohenbrunn. (Foto: Paul)

05.02.2010

Probleme zügig melden

Auf Bayerns Bahnhöfen sollen ehrenamtliche Paten wie Gerd Blaimberger aus Hohenbrunn künftig nach dem Rechten schauen

Gerd Blaimberger schaut missbilligend auf die Treppen, die vom Bahnsteig des Hohenbrunner S-Bahnhofs hinabgehen zur Unterführung. Aus tauendem Schnee und Streumittel hat sich eine schlierige, rutschige Masse gebildet. Selbst als junger Mensch ist man gut beraten, sich am Geländer festzuhalten. „Darauf muss ich die Damen und Herren bei der Bahn mal aufmerksam machen“, meint er entschieden.
Das wird sich so mancher andere Fahrgast wohl auch gedacht haben – doch Gerd Blaimberger hat den Vorteil, dass man seine Anrufe beim Staatskonzern nicht nur mit mühsam unterdrückter Genervt-heit höflich zur Kenntnis nimmt und routiniert verspricht, „Abhilfe zu schaffen“, nein, am anderen Ende der Leitung wartet ein Mitarbeiter der Servicestelle sogar gezielt darauf, dass sich der rüstige Rentner aus dem Münchner Vorort meldet. Denn Gerd Blaimberger ist ein so genannter Bahnhofspate, einer der ersten in Bayern. Bisher sind sie nur im Münchner Speckgürtel aktiv, doch nach den Vorstellungen der Bahn sollen Bahnhofspaten bald im ganzen Freistaat wirken.
Gerd Blaimberger ist für seine Aufgabe wie geschaffen, das sieht man ihm schon äußerlich an. Ein Mann, der sich trotz seiner 66 Jahre kerzengerade hält, das silbergraue Haar sorgfältig zurückgekämmt, erläutert er seine Tätigkeit in wohlgesetzten, überlegten Worten. Es kommt ihm wohl zu Hilfe, dass er ein Berufsleben bei der Bundeswehr verbracht hat, kein Arbeitgeber mit laxen Sitten, und zuletzt wirkte der Hohenbrunner als leitender ziviler Angestellter in der Finanzverwaltung beim Barras.
Viele Jahre fuhr Blaimberger selbst täglich mit der S-Bahn zur Arbeit, ärgerte sich wohl auch so manches Mal über die Unzulänglichkeiten, denen selbst treue Passagiere ausgesetzt sind. Doch erst vor einigen Monaten fand er den Mut, an die Bahn zu schreiben, beanstandete unter anderem, dass das neue Wartehäuschen zu klein ist und bei schlechtem Wetter kaum ausreichend Unterschlupf bietet, außerdem befände sich der Fahrkartenautomat fast am Ende des Bahnsteigs.

(André Paul)

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