Kommunales

Niederlagen der Lieblingsmannschaft lassen sich in Gemeinschaft besser verkraften. (Foto: DDP)

28.05.2010

Public Viewing in der Krise

Viele bayerische Kommunen bieten auch zur WM 2010 erneut Fanfeste an – doch die Wirtschaftsflaute ist spürbar

Wer erinnert sich nicht gerne an die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zurück? Die Fanmeile in Berlin oder das Fest in München lockten Hunderttausende Menschen an, die Spiele schauten, zur Hymne 54, 74, 90, 2006 von den „Sportfreunden Stiller“ tanzten und ihr Sommermärchen feierten.
Viele bayerische Städte und Kommunen nahmen Public Viewing zwei Jahre später als Service zur Europameisterschaft in ihr Programm, oft mit großem Erfolg. In einer guten Woche beginnt nun die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, doch Bayerns Kommunen sind gespalten. Zwar bieten viele Städte Public Viewing erneut an, doch die meisten überlassen diesmal kommerziellen Anbietern das Feld. Manche Gemeinden lehnen das Massenspektakel heuer sogar ganz ab. Die Landeshauptstadt München richtet kein offizielles Fanfest aus. „In Zeiten, in denen gespart werden muss, tut man sich schwer, für so etwas Geld auszugeben“, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Das kommunale Tochterunternehmen Olympiapark GmbH will aber jeweils bis zu 35 000 Zuschauer vor eine 104 Quadratmeter große Leinwand im Olympiastadion locken, wo alle Spiele der deutschen Mannschaft übertragen werden. Der Eintritt kostet 6 Euro, inklusive ein Getränk. „Die Lizenz hat uns rund 10 000 Euro gekostet, sie hängt aber von der Größe der Zuschauerzahlen ab“, verrät Olympiapark-Sprecher Arno Hartung.
Eine Lizenz für Public Viewing ist nach dem Fifa-Reglement erforderlich, wenn die Veranstaltung kommerziell ist – zum Beispiel wenn, wie im Olympiastadion, Eintritt verlangt wird oder Sponsoren eingebunden sind. Hartung hofft, die Kosten zu decken. Die Edeldisco P1 sowie Kinos, Eventhallen und unzählige Biergärten zeigen die Spiele ebenfalls. Kommt Deutschland ins Halbfinale, gibt es Public Viewing auch auf der Theresienwiese.
In den Jahren 2006 und 2008 gab es in Pfaffenhofen an der Ilm Public Viewing, jedes Mal waren die Veranstaltungen in der oberbayerischen Kreisstadt sehr gut besucht. Doch dieses Jahr, sagt Bürgermeister Thomas Herker (SPD), „hatte es sich bei uns eigentlich zerschlagen“. Dem kommerziellen Anbieter seien die Kosten von 90 000 Euro zu teuer gewesen. Er heißt Philipp Schleef, ist Discobesitzer und betreibt ein Café in Pfaffenhofens Innenstadt. „Wegen der Wirtschaftskrise hat es kaum Sponsorengelder gegeben“, rechtfertigt sich Schleef. Doch nun machte ihm ein Leinwandbetreiber ein neues Angebot, das die Hälfte kostet – auch wenn der Beamer die etwas ältere LCD-Technik verwendet und nicht das modernere LED. Die Stadt stellt Strom, Wasser und den Parkplatz der Sparkasse als Gelände zur Verfügung. Dort werden Bierbänke für 1000 Menschen aufgestellt. Schleef hofft, die Kosten zu decken oder vielleicht sogar einen kleinen Gewinn zu machen. Zwei bis drei Essensstände plant er und eine Cocktailbar.

(Sebastian Winter)

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