Kommunales

Die Zentrale der Behörde in Bayreuth. (Foto: Fuchs)

27.01.2012

Reich, wichtig - aber kaum bekannt

Die 2005 gegründete Behörde „Zentrum Bayern Familie Soziales“ in Bayreuth hat einen Etat von zwei Milliarden Euro

Kaum jemand weiß, was sich hinter der so genannten „Mehrgenerationenbehörde“ mit dem sperrigen Namen Zentrum Bayern Familie Soziales (ZBFS) verbirgt und doch steht jeder siebte Bürger im Freistaat aktuell mit ihr in Kontakt. Die zentrale Landesbehörde, die 2005 gegründet wurde, hat ihren Sitz in Bayreuth. Präsident ist seit einem Jahr Norbert Kollmer. Hervorgegangen war die Einrichtung damals aus dem Landesamt für Versorgung und Familienförderung, dem Landesjugendamt, acht Versorgungsämtern in allen Regierungsbezirken, den Integrationsämtern und den Hauptfürsorgestellen.
Die Verlagerung nach Bayreuth bezeichnet der Präsident als verwaltungspolitische Entscheidung zugunsten der Region Nordostbayern. Mittlerweile sei sein Haus in der Region zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Zuständig ist es unter anderem für die Bewilligung und Auszahlung des Elterngeldes, des Landeserziehungsgeldes, verschiedenster Landesmittelförderungen und Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds sowie die Kriegsopferfürsorge und die Entschädigung von Opfern aus Gewalttaten. Aufgabe des ZBFS ist auch die Integration schwerbehinderter Menschen ins Arbeitsleben sowie die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft und Ausstellung der Ausweise. Insgesamt reicht das ZBFS jährlich Leistungen in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro aus, wobei der Löwenanteil mit rund 790 Millionen Euro auf das Elterngeld entfällt. Publikumsverkehr im klassischen Sinne gibt es in der ZBFS-Zentrale am Kreuz in Bayreuth nicht. Als Anlaufstelle für den Bürger gibt es in jeder bayerischen Bezirkshauptstadt beziehungsweise in Nürnberg eine Regionalstelle.
Die historischen Wurzeln der Behörde liegen damit in der klassischen Versorgungsverwaltung, wie sie nach den beiden Weltkriegen zur Versorgung „Leidtragender“ aufgebaut wurde. Wenn die klassische Kriegsopferfürsorge auch immer mehr abnimmt, so gebe es dennoch bayernweit rund 42 000 Berechtigte mit Kriegsopferrenten, die jährlich immer noch rund 250 Millionen Euro ausmachen. Neu dazugekommen zum breiten Aufgabenspektrum der Behörde ist die Entschädigung für Opfer von Gewaltverbrechen. „Wer zum Opfer wurde, weil es der Staat nicht verhindern konnte, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Zahlungen vom Staat“, so Kollmer. Dies gelte insbesondere auch dann, wenn der Täter zwar ermittelt wurde, aber aufgrund einer Haftstrafe oder fehlender finanzieller Mittel nicht in Regress genommen werden kann.
Einen großen Teil der Arbeit im ZBFS macht der Bereich Schwerbehindertenrecht aus. Hier geht es um Feststellungen der Schwerbehinderung genauso wie um die Wiedereingliederung schwerbehinderter Menschen in das Berufsleben. „Als schwerbehindert gilt jede Person, bei der ein Grad der Behinderung von mindestens 50 festgestellt wurde“, sagt Kollmer. Das seien immerhin neun Prozent der bayerischen Bevölkerung, also rund 1,1 Millionen Menschen. Dieser Personenkreis habe zum Beispiel Anspruch auf höhere Steuerfreibeträge, auf verbesserten Kündigungsschutz auf Sonderurlaub und unter bestimmten Voraussetzungen auf einen früheren, gegebenenfalls abschlagsfreien Renteneintritt.
Das Zentrum beschäftigt bayernweit über 1900 Mitarbeiter auf rund 1600 Planstellen. Eine große Rolle spielt die Ausbildung mit derzeit bayernweit 90 Azubis zum Verwaltungsfachwirt für den gehobenen Dienst.
(Stephan Herbert Fuchs)

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Kommentare (3)

  1. Achstaller Erhard am 11.08.2015
    Das BFZ Bayreuth ist eine Behörde wo Missbrauchsopfer oder Gewaltopfer nicht geholfen wird. Wer mehr erfahren will soll meine Blogs im Internet lesen unter BFZ Bayreth Erhard Achstaller. Das ZBFS Bayreuth lehnt jeden Antrag auf Opferentschädigung ab. Wir Missbrauchsopfer müssen unser Recht vor den Sozialgericht einklagen,weil diese Behörden nur eins kennt, Antrag abgelehnt. Ich habe mich auch schon an den Bayerischen Peitisionsauschuss gewand wegen dieser Behörde. Wenn du als Missbrauchsopfer dich an diese Behörde wendest so hast du keine guten Karten. Ich habe noch nicht einmal gelesen das sich diese Behörde sich für Missbrauchsopfer von ehemaligen Heimkinder ihre Hilfe angeboten hätte. Man muss bei dieser Behörde beim ersten Besuch das ganze Missbrauchserlebniss nochmals genau erzählen, und dann wird man zu einem Gutachter nach Sonthofen geschickt der deine Glaubwürdigkeit überprüft. Dann nach einpaar Wochen bekommst du von dieser Behörde einen Brief wo dann geschrieben wird Antrag abgelehnt. Wie es dir dabei geht ist dieser Behörde egal. Opferentschädigung für Menschen die Hilfe brauchen ist eine gute Sache,doch beimZBFS Bayreuth wirst du nicht als Misbrauchsopfer anerkannt ,sondern als einen Menschen der nur ihr Geld möchte. Beim ZBFS Bayreuth hat man viel Zeit um nicht zahlen zu müssen,den eines Tages gibt jedes Missbrauchsopfer oder Gewaltopfer auf. Ich bin jetzt 63 Jahre alt und die paar Jahre die ich noch zu leben habe wird das ZBFS Bayreuth ausitzen. Lieber Staat danke für das Opferentschädigungs gesetz mir hat es nichts gebracht und andere Missbrauchsopfer oder Gewaltopferer auch nicht, dank der Behörde die sich BFZ Bayreuth nennt.
  2. Achstaller Erhard am 11.08.2015
    Warum muss man sich als Missbrauchsopfer immer rechtfertigen,obwohl man so viel Leid ertragen

    musste.

    Vielleicht kann der Satz den ich selber gedichtet habe . dem ZBFS Bayreuth wieter helfen.

    Die Art wie dich eine Behörde behandelt,sagt aus was für eine Behörde sie ist, und nicht was

    für ein Mensch du bist.
  3. Achstaller Erhard am 11.08.2015
    Ich möchte noch was richtig stellen was dieses Behörde anbelangt. Es geht mir nicht darum dieses
    Behörde schlecht zu machen denn ich glaube sie wird ihren anderen Aufgaben gerecht. Doch was uns Ehemalige Heimkinder anbelangt was den Missbrauch anbelangt so tut sich diese Behörde schwer,oder besser gesagt nicht die Behörde sondern einige Mitarbeiter und da meine ich nicht Frau Commichau oder
    Frau Türpe denn diese beiden Frauen waren sehr viel einfühlsam als ich bei ihnen im ZBFS Bayreuth war wegen meines Antrag auf Opferentschädigung. Ich hoffe der Präsident vom ZBFS Bayreuth Norbert
    Kollmer steht zu seinem Wort das er einmal in einer Pressemiteilung gesagt hat. Zittat Wir möchten näher am Menschen sein. Was meine Fehler anbelangt so bitte ich dieses zu entschuldigen,denn ich war in meiner Schulzeit mehr in der Landwirtschaft beschäftigt als wie in der Schule.

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