Kommunales

Nachbildung eines Säumers aus dem Mittelalter im Museum von Prachatitz. (Foto: Paul)

04.07.2014

Renaissance des Goldenen Steigs

Der Tourismusverband Ostbayern will gemeinsam mit seinem südböhmischen Partnerunternehmen die traditionelle Salzhandelsroute durch den Bayerwald wieder populär machen.

Die Europaregion Donau-Moldau ist keine Erfindung unserer Tage. Vielmehr knüpft der Landstrich zwischen Ostbayern, Süd- böhmen und Oberösterreich an eine jahrhundertealte Tradition der kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit an – auch wenn es dazu früher keine politischen Gremien und Ausschüsse brauchte.
Der Goldene Steig etwa kann auf eine gut 1000 Jahre zählende Geschichte als Handelsroute verweisen. Geprägt wurde er durch den Salztransport. Ihn nun auch touristisch populär zu machen, die Naturschönheiten und historischen Sehenswürdigkeiten entlang des Wegs dem Erlebnisreisenden unserer Tage zu erschließen: Das haben sich in einem gemeinsamen Projekt die Tourismusverbände Ostbayern und Südböhmen zum Ziel gesetzt.
Das so genannte Weiße Gold – sein Wert stand damals aufgrund des teuren Erwerbs jenem des Edelmetalls nicht nach – kam aus dem Salzkammergut auf der Donau bis Passau, wurde von dort auf verschlungenen, mühsamen Wegen durch den Bayerischen und Böhmerwald bis Prag transportiert. Das wiederum war die Aufgabe der Säumer, die sich mit ihren schwer beladenen Pferden, häufig bedroht von Unwetter und Räubern, auf den Weg machten.

90 Kilometer in drei Tagesmärschen


Ihre erste Station nach einer rund 90 Kilometer und drei Tagesmärsche zählenden Reise war Prachatitz, ein heute rund 11 000 Einwohner zählendes, idyllisch in einem von dicht bewaldeten Bergen umgebenen Tal liegenden Örtchen mit noch gut erhaltenem spätbarockem Stadtkern. Optisch beeindruckend ist vor allem das Sgraffito an den repräsentativen Häusern rund um den Marktplatz. Dort hält man die Tradition hoch, an jedem letzten Wochenende im Juni feiern die Einwohner ihre ruhmreiche und wohlhabende Vergangenheit mit einem ausgiebigen „Salzfest“, die sie vor allem den Privilegien als freie böhmische Königsstadt verdankt. Zu erleben gibt es dabei neben allerlei Umzügen von historisch gewandeten Einwohnern vor allem einen Schmankerlmarkt mit typischen südböhmischen Spezialitäten. Ein kleines Museum am Ort bietet – auch gut für jüngere Besucher geeignet – anschauliche Informationen rund um den Goldenen Steig. In näherer Umgebung locken vor allem die ausgedehnten Wanderwege durch den Böhmerwald, die sich zur Winterzeit auch gut auf Langlaufski erkunden lassen. Eine weitere Attraktion ist der früher vom tschechischen Geheimdienst genutzte Aussichtsturm auf dem 1096 Meter hohen Berg Libín. (André Paul)

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