Kommunales

Die Atmosphäre zwischen Bertuleit und Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) gilt als eisig. (Foto: BSZ)

17.12.2014

Schweinfurt trennt sich von Chefin des Georg-Schäfer-Museums

Sigrid Bertuleit und die unterfränkische Kommune waren schon länger unterschiedlicher Meinung über das künstlerische Konzept der überregional bedeutsamen Einrichtung.

Die Stadt Schweinfurt und die langjährige Leiterin des Museum Georg Schäfer, Sigrid Bertuleit, trennen sich einvernehmlich. Das Arbeitsverhältnis Bertuleits mit der Stadt endet demnach mit Ablauf des kommenden Jahres. Bis dahin wird Bertuleit vom Dienst freigestellt. Laut einer Pressemitteilung stimmen die Stadt als Trägerin des Museums und Bertuleit darin überein, dass beide unterschiedliche Auffassungen über die künftige finanzielle und personelle Ausstattung des Museums haben. Trotzdem wird die Entlassene in der Behördenmitteilung ausdrücklich ob ihrer Arbeitsleistungen gelobt.
Die gebürtige Lübeckerin ist promovierte Kunsthistorikerin und diplomierte Pädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Das von ihr mit aufgebaute Museum beherbergt eine der umfangreichsten privaten Sammlungen von Gemälden und Grafiken der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts, darunter den weltweit größten Bestand an Spitzweg-Bildern; Bertuleit hat dort weit über 40 Ausstellungen erfolgreich konzipiert.
Fachlich gibt es also nichts auszusetzen an der Ex-Direktorin. Sehr engagiert und konzentriert auf ihre Tätigkeit – persönlich freilich eher zurückhaltend, quasi „verheiratet“ mit ihrem Museum –, leitete sie Vorbesichtigungen und Pressekonferenzen, bildete Museumsführer aus, hielt Kontakt mit auswärtigen Museen, Privatsammlungen und Leihgebern, lieh selber auch aus. Mit drei weiteren Beschäftigten steuerte sie das große Haus.
Dieses aber hat leider eine komplizierte Konstruktion: Das Gebäude gehört dem Freistaat, der Inhalt – also die Sammlung des ehemaligen Schweinfurter Industriellen – gehören der Stiftung Georg Schäfer, und den alltäglichen Betrieb des Museums übernimmt die Stadt Schweinfurt. Wer das Museum leitet, sitzt also gleich zwischen drei Stühlen.
Schon bei der Eröffnung äußerte der Nachkomme des Sammlers, Fritz Schäfer, dass er die Bilder – auf die auch andere Museen begehrliche Blicke warfen – nicht im Museum lasse, falls sich die Stadt nicht um eine angemessene personelle Ausstattung bemühe. Diese Aussage wiederholte er nun angesichts der Vorwürfe, die man der in seinen Augen „sehr kompetenten Museumsleiterin“ seitens der Kommune macht. Dass sie wegen ihrer etwas spröden norddeutschen Art bei den ehe lebensfrohen Unterfranken nicht so ankommt, wusste man eigentlich schon bei ihrer Einstellung. (BSZ)

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