Kommunales

Bis zu 110 000 Autos rattern täglich auf dem Mittleren Ring durch den Englischen Garten. (Foto: paul)

12.09.2015

Untertunnelung Englischer Garten: Die Zeit wird knapp

Die Verkehrsbelastung auf dem Mittleren Ring wird immer stärker, ein sechsspuriger Ausbau wird bald unvermeidbar

Die Zeit drängt, wenn das Projekt einer Untertunnelung des Englischen Gartens und des Wieder-Zusammenwachsen noch realisiert werden soll: Weil der Verkehr auf dem Mittleren Ring - der den Stadtpark seit mehr als 50 Jahren auf der Höhe des Kleinhesseloher Sees durchschneidet - immer weiter zunimmt, drängt die Regierung von Oberbayern bei der Stadt München auf eine so genannte "Verflüssigung des Verkehrs". Im Klartext: Der Mittlere Ring, der auf dem Abschnitt Ifflandstraße derzeit noch vierspurig verläuft, müsste sechsspurig ausgebaut werden.
Nach Angagen des Initiators der Initiative "Ein Englischer Garten", Herrmann Grub, stehen 83 Prozent der Münchner Bevölkerung hinter der Untertunnelung beziehungsweise der Wieder-Zusammenführung. Als Kosten werden dafür - betroffen ist ein etwa 380 Meter langes Straßenstück - rund 70 Millionen Euro kalkuliert. Teile der Finanzierung stehen - aber eben noch nicht die komplette Summe. So hat Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) - die seinem Haus unterstehende Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung verwaltet auch den Englischen Garten - etwa sechs Millionen Euro zugesagt. Und aus der Obersten Baubehörde, die dem Innenministerium von Joachim Herrmann (CSU) zugeordnet ist, ist zu vernehmen, dass mit dem höchstmöglichen Förderanteil von 40 Prozent der förderfähigen Kosten gerechnet werden darf.


Pluspunkte für die ökologische Kompensation


Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) wiederum lockt mit vielen Pluspunkten bei den ökologischen Kompensationsflächen, schließlich reduziere eine Wieder-Zusammenführung des Gartens die Kohlendioxidbelastung und fördere die Biodiversität. Kompensationsflächen müssen von Kommunen für sämtliche Bauprojekte geschaffen werden. München, wo in den nächsten Jahren eine Menge gebaut werden muss, kann diese Ausgleichsverrechnungen auf seinem Umweltkonto also gut gebrauchen. Obendrein ließen sich noch mit 150 Millionen Euro gefüllte Fördertöpfe für mehr Stadtgrün beim Bundesbau- und umweltministerium abfassen. Der aus Bayern stammende Staatssekretär Florian Pronold (SPD) hat hier kürzlich seine Unterstützung signalisiert.
Es hängt also alles am Münchner Stadtrat. Doch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat sich noch nicht festgelegt, spekuliert noch auf eine deutlich stärkere Unterstützung durch den Freistaat. Sollte sich das Lokalparlament im Herbst für den Bau entscheiden, folgen nach den Berechnungen Herrmann Grubs etwa 1,5 Jahre für das Planfeststellungsverfahren und anschließend zwei bis drei Jahre Bauzeit. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. Kommt es nicht so, droht Ärger – zumindest nach den Worten von Werner Lederer-Pilaty, dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses für Schwabing-Freimann: „Wenn der Stadtrat nein sagt, gibt es einen Volksaufstand.“ (André Paul)

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