Kommunales

Besonders in der Münchner Maximiliansstraße ist Parken ein teures Vergnügen. (Foto: DAPD)

05.01.2012

Weiß-blaue Abzocke beim Parken

In bayerischen Städten sind die Stellplätze im bundesweiten Vergleich am teuersten

Wer derzeit in Bayerns Innenstädten einen Parkplatz sucht, stößt oft auf Probleme. Denn dort stehen nicht nur besonders wenige Stellplätze bereit, sie sind auch besonders teuer. Teurer zumindest als in den Randgebieten der Städte. Parken in München kostet bayernweit am meisten, der Zeitschrift Auto, Motor und Sport zufolge sogar bundesweit. Mit einem Durchschnitt von 1,64 Euro stündlich in Parkhäusern liegt Bayern fast 20 Cent über dem Bundesdurchschnitt. Wer weiß, wo es welche Parkmöglichkeiten gibt, kann dennoch oft ein Schnäppchen machen.
In den meisten Städten teilen sich private Anbieter und die Stadt die Parkflächen, wobei die Stadt meist Parkplätze anbietet, während die Privaten in Parkhäuser investieren. Manche Städte wie Nürnberg oder Würzburg geben einen Teil ihrer Parkflächen auch unter die Obhut einer eigens gegründeten Servicegesellschaft. Der Hauptunterschied zwischenöffentlichen und privaten Parkplätzen: Die Preise für öffentlichen Parkraum sind gesetzlich gedeckelt. Kommunen in Bayern dürfen nicht mehr als 2,60 Euro pro Stunde fordern.


Spitzenreiter ist München


München kratzt an diesem Höchstpreis. Hier kostet Parken in der Innenstadt und im Bereich um den Bahnhof 2,50 Euro die Stunde. In den privaten Parkhäusern werden bis zu vier Euro verlangt, das Luxushotel Kempinski fordert sogar sechs Euro. Doch auch in München können Autofahrer günstig parken: Außerhalb des Inneren Rings, der die Altstadt umschließt, kosten Parkplätze nur 1 Euro pro Stunde. Und nach 19 Uhr sind auch die zentralen Parkplätze auf 1 Euro stündlich reduziert.
In Ingolstadt können Autofahrer besonders viel sparen, wenn sie nicht im Zentrum parken. Kosten Parkplätze dort im Schnitt 1,50 Euro pro Stunde, verlangt die Stadt für den Parkplatz Festplatz nur 1,50 Euro für einen ganzen Tag. Wer die kurze Strecke in die City nicht zu Fuß zurücklegen möchte, kann mit seinem Parkticket zudem gratis den Bus nehmen. Eine Stadt-Sprecherin betont zudem die Möglichkeiten für Kurzparker: Wer sein Auto für weniger als 30 Minuten abstellen will, muss im gesamten Stadtgebiet gar nichts zahlen.
In Augsburg verlangt die Stadt zwischen 1,50 Euro und zwei Euro stündlich für ihre Parkflächen, ebenso die privaten Parkhäuser. Eine günstige Ausnahme ist das Parkhaus der City-Galerie im Osten der Stadt, wo nur 60 Cent pro Stunde anfallen.
Würzburg ist eine der wenigen bayerischen Großstädte, wo die Preise in den vergangenen Jahren richtig angezogen haben – zumindest bei den privaten Anbietern. So kosteten die Parkhäuser 2002 im Schnitt noch etwa 1,20 Euro, die Stunde, heute sind es gut 1,60 Euro. Die Preise der städtischen Parkplätze sind ähnlich. Viele kosten 1,50 Euro pro Stunde, aber manche sind günstiger und zudem nach Tageszeit gestaffelt, so etwa der Congressparkplatz und der Parkplatz am Alten Hafen. Dort zahlen Parkende vormittags nur 50 Cent stündlich und nachmittags dann 1 Euro.
Eine Ausnahme von den konstanten, tendenziell mit der Zeit leicht gestiegenen Preisen ist Nürnberg. Dort haben sich die Parkpreise seit Anfang der 1990er-Jahre fast halbiert. In der Altstadt kosten Parkplätze heute 1,50 Euro pro Stunde, in der übrigen Stadt 1 Euro. 1992 hingegen setzte die Stadt die Parkpreise auf 5 Mark stündlich fest – dem damaligen vom Freistaat erlaubten Höchstsatz. Als 1996 ein neuer OB ins Amt gewählt wurde, senkte er die Gebühren wieder. „Vielleicht hat er um die Kaufkraft in der Innenstadt gefürchtet“, vermutet ein Sprecher.
Im teuren München ist nicht zu erwarten, dass es wegen der hohen Parkpreise weniger Kaufwillige in die Innenstadt zieht. Der Einzelhandel verdiente hier im Jahr 2011 pro Einwohner mehr als eineinhalbmal so viel wie der Bundesdurchschnitt. (K. Antonia Schäfer)

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