Kultur

Es ranken sich viele Mythen und Legenden um Nürnbergs Traditionswurst. (Foto: BSZ)

12.02.2015

9 cm Nürnberg

Warum Nürnberger Nürnberger und Wiener Frankfurter essen

7 bis 9 Zentimeter ist sie lang und 20 bis 25 Gramm wiegt sie. Größe, Gewicht und Inhalt der Nürnberger Bratwurst sind streng geschützt, und sie darf ausschließlich aus Nürnberg kommen. Wie kein anderes Lebensmittel steht die Nürnberger Bratwurst für die Geschichte der fränkischen Metropole, hat sie hier wohl eine 700-jährige Tradition.

Die Entwicklung der Nürnberger Bratwurst ist eng verbunden mit der Fürsorge, die der reichsstädtische Rat seinen Bürgern angedeihen ließ. Mit der so genannten "Guten Policey" wurde bereits in der Frühen Neuzeit eine Art Lebensmittelaufsicht installiert. Bis heute überwacht diese Inhalt und Zubereitung der "Echten Nürnberger". Seit 2003 stehen sie sogar unter dem Schutz der Europäischen Union.

Überdies ranken sich viele Mythen und Legenden um Nürnbergs Traditionswurst, und sie ist fester Bestandteil des romantisch verklärten Nürnbergbildes des 19. Jahrhunderts. Eine bedeutende Rolle spielte hierbei die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gaststätte Bratwurstglöcklein – der Inbegriff Nürnberger Bratwurst-Kultur.

Die Ausstellung im Nürnberger Stadtmuseum fembohaus erläutert noch bis 29. März Stadtgeschichte aus der "Bratwurstperspektive" und spannt den Bogen von der frühen handwerklichen Produktion bis hin zur modernen industriellen Fertigung. Die Ausstellung des Stadtmuseums Fembohaus entsteht in Kooperation mit dem Schutzverband Nürnberger Rostbratwürste.

Am heutigen Donnerstag um 19 Uhr thematisiert der Bibliothekar des Stadtarchivs Nürnberg, Walter Gebhardt, in seinem Vortrag "Warum Nürnberger Nürnberger und Wiener Frankfurter essen" regionale Essgewohnheiten und deren Entstehung. Denn regionale Produkte tragen zur Identifikation mit den jeweiligen Herkunftsorten bestimmter Erzeugnisse bei.

Dabei geht er auch der Frage nach, inwieweit Globalisierung auch durch den Magen geht: Der internationalen Küche folgte Global Food. Doch die regionalen Küchen verschwinden nicht – im Gegenteil, nie waren sie so wertvoll. Local Food schlägt Fast Food, das Exklusive wächst plötzlich vor der eigenen Haustür. Aber wie bildeten sich lokale Ernährungsgewohnheiten überhaupt heraus und wie sind sie zu dem geworden, als das sie heute gelten: typisch? (BSZ)

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