Kultur

Volles Haus: Gut 800 Gäste kamen zu der Benefiz-Auktion in der Rotunde der Pinkothek. (Foto: Daniel Grund)

23.11.2015

Benefiz-Auktion

Eine Million extra für die vier Museen in der Pinakothek der Moderne

Warmer Geldregen: Eine Million Euro extra für die vier Museen, die unter dem Dach der Pinakothek versammelt sind. Die Summe kam zusammen aus einer Auktion von 56 Kunstwerken in der Rotunde der Pinakothek der Moderne am vergangenen Wochenende und aus Spenden von Freunden und Förderern.

Katharina von Perfall, Vorsitzende des Freundeskreises der Pinakothek der Moderne (PIN.), und Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, freuen sich über dieses sensationelle Ergebnis: „Das großartige Spendenaufkommen des Fests sichert nicht nur die Finanzierung von in Arbeit befindlichen Projekten, sondern schafft weiteren Spielraum für die Vorhaben der vier Sammlungen im kommenden Jahr. In Zeiten von dramatisch sinkenden staatlichen Kulturetats bietet dies dem Museum eine unverzichtbare Planungssicherheit; daraus wiederum erwächst eine enorme Motivation für die an den jeweiligen Vorhaben beteiligten Mitarbeiter.“

800 Gäste kamen

Galerien, Sammler und international renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Wolfgang Laib, Amelie von Wulffen, Tomás Saraceno, Dieter Blum, Georg Baselitz, Keith Sonnier und Cosima von Bonin reichten anlässlich der 13. PIN-Party ihre Werke ein.  Der Einladung des Fördervereins PIN, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, folgten rund 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Medien zur exklusiven Versteigerung. Bieter aus aller Welt hatten zudem die Möglichkeit, über ein online Auktionshaus im Voraus Gebote auf die zu versteigernden Werke zu hinterlegen.

Als Sonderlos wurde ein Fahrrad der Münchner Marke „urbike“ zugunsten eines integrativen Flüchtlingsprojekts an der Pinakothek der Moderne versteigert. Es kam für 20.000 Euro unter den Hammer. Kultusminister Ludwig Spaenle ergänzte die Summe um 1000 Euro. „Dank des guten Ergebnisses, welches das von Stefan Szczesny ornamental bemalte Fahrrad einbrachte, kann das geplante Vermittlungsprojekt nun realisiert werden“, betont Bernhard Maaz. Die Pinakothek der Moderne will mit der Initiative, die mit Hilfe von Kunst, Architektur und Design eine Brücke der Verständigung zwischen geflüchteten Menschen und Münchnern schlagen will, ein Zeichen für die Bedeutung der Kunst als Ausdruck menschlicher Kreativität, Toleranz und Offenheit jenseits sprachlicher und kultureller Barrieren setzen.

Hohe Zuschläge

Mit 110.000 Euro bekam das Werk „Untitled“ (2015) des britischen Künstlers Adam McEwen den höchsten Zuschlag des Abends. Spitzenergebnisse erzielte auch die Arbeit „Low Clearance“ des Fotografen Dieter Blum (100.000 Euro) und eine große Wandskulptur aus Aluminium und Stahlplatten von Jim Lambie (80.000 Euro).

Weit über den Erwartungen wechselte eine der letzten Arbeiten von Otto Piene „Barbeque“ (2014)  für 75.000 Euro den Besitzer. Eine LED-Skulptur von Cosima von Bonin verdreifachte ihren Schätzpreis auf 31.000 Euro. Der Münchner Künstler Florian Süssmayr erzielte mit der Arbeit „Damen und Herren (2013) ein Ergebnis von 28.000 Euro (Galeriepreis 11.300 Euro). Ein Stillleben von Vera Mercer wurde bei 17.000 Euro zugeschlagen.

Beachtliche Erlöse mit "junger Kunst"

Auch Werke der jungen Künstlergeneration erzielten beachtliche Ergebnisse: Die Arbeit „Beautyful Hole“ der 1978 geborenen Künstlerin Anne Imhof, die in diesem Jahr mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet wurde, wurde für 3.000 Euro zugeschlagen. Die großformatige Arbeit „DIAD“ des jungen amerikanischen Künstlers Will Boone erreichte einen Zuschlagspreis von 21.000 Euro. Eine farbintensive Videoarbeit der Künstlerin Maria Taniguchi erzielte 7.400 Euro. Eine poetische Batikarbeit von Fiona Mackay wurde für 5.000 Euro zugeschlagen. Eine Fotografie von Johanna Diehl, die zur Zeit mit einer Ausstellung in der Pinakothek der Moderne vertreten ist, erreichte 8.400 Euro.

PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. trägt seit 50 Jahren mit bisher über 1.100 Ankäufen und der Förderung von zahlreichen Ausstellungen und Vermittlungsprojekten dazu bei, dass die Museen in der Pinakothek der Moderne beständig an Größe, Profil und Ausstrahlung gewinnen. Für seine über 800 Mitglieder organisiert PIN. ein umfangreiches Programm aus Führungen in privaten und öffentlichen Sammlungen, Künstlergesprächen, Atelierbesuchen, Vorträgen und Reisen. (BSZ)

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