Kultur

In Amberg erinnern sich Studenten in einem "Wendland-Klassentreffen" an ihren Lehrer Gerhard Wendland. (Foto: Gerd Dollhopf)

19.10.2015

Bilder und Erinnerungen beim "Klassentreffen"

Studenten erinnern sich an ihren Lehrer und Expressionisten Gerhard Wendland

Als man vor fünf Jahren seinen 100. Geburtstag mit einer Ausstellung an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste gefeiert hat, stand schon fest: „Professor Gerhard Wendland war einer der wichtigsten Vertreter des abstrakten Expressionismus des letzten Jahrhunderts.“ Jetzt erinnern sich in Amberg seine Studenten an ihn: an seinen Unterricht, seine menschliche Zuwendung, an die Farbigkeit seiner Bilder, „die einen umgehauen hat“. So sieht das jedenfalls Achim Hüttner als Kunsterzieher an einem Amberger Gymnasium. Er hatte schon immer Ausstellungen für den Amberger Kunstverein organisiert, in denen Akademieklassen aus Nürnberg oder München ihre Arbeiten zeigen konnten. Jetzt hat er aus dieser Idee ein „Wendland-Klassentreffen“ gemacht: der Jahrgänge 1970/71, auch von früher, zu denen er selber gehört hat. Immerhin haben 13 Mitstudenten geantwortet und kamen zur Vernissage in die Galerie am Neustift, noch viel mehr aus der ganzen Metropolregion mit ihren Erinnerungen von früher oder später.
An den Wänden ist eine Ausstellung daraus geworden: mit Teilnehmern an der Kasseler documenta, mit Wendland-Schülern, die selbst Professoren geworden sind. Am prominentesten, aber krankheitshalber leider nicht dabei, Herbert Achternbusch mit seiner 6-Bilder-Serie „Die kleine Familie“, die er für 100.000 Euro aber nur geschlossen abgeben würde. Daneben aber auch die dörflichen Plein-air-Idyllen von Peter Angermann, das weite Raumgefühl einer Plastik von Alf Schuler. Aber die Farbigkeit von Gerhard Wendland, die spürt man am nachdrücklichsten bei Achim Hüttner, einer interessanten Kombination von Amberger Ansichten oder an seinen gemalten Erinnerungen an einen Wiener Theaterabend. Oder bei Wendlands Frau Gerlinde, die immer noch im gemeinsamen Haus am Moritzberg östlich von Nürnberg künstlerisch arbeitet und florale Kompositionen in leuchtender Farbigkeit malt.
Andere haben Wege eingeschlagen, die von Wendland fortführen: Happy Schuller, der mit „amberg progressiv“ die örtliche Kunstszene aufgemischt hat, Rainer Zitta, der aus jedem Stück Pappe Kunst machen kann und seine Erinnerungen an Wendland in einer großen Holzkiste und in Blechbüchsen konserviert hat. Was für Hüttner fast wichtiger war als die Bilder: die vielen Menschen, die zur Vernissage gekommen sind. Mit sehr persönlichen Erinnerungen an Wendland, mit vergleichenden Blicken über all das, was Wendland bei seinen Studenten angeregt hat. Bernhard Beve Vetter malt jeden Abend, bevor er ins Bett geht, einen „Klang“ in Erinnerung an Gerhard Wendland. Er hat inzwischen tausende davon und verkauft sie für 80 Euro als Souvenir vom Klassentreffen der Kunst-Oldies. (Uwe Mitsching)

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