Kultur

Marie-Gabrielle Capet, Atelierszene, 1808. (Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek / Pinakotheks-Verein)

12.02.2015

Breites Panorama von Selbstinszenierungen

Ausstellung "KünstlerBilder" in der Neuen Pinakothek in München

Die Ausstellung „KünstlerBilder“ (26. Februar bis 8. Juni 2015) in der Neuen Pinakothek in München bietet ein breites Panorama künstlerischer Selbstinszenierung im 19. Jahrhundert und spürt den Wurzeln jener Motive nach, die noch heute unser Bild vom Künstler maßgeblich prägen. Gerade im Zeitalter des Selfies, in dem die Modellierung des eigenen Images in den digitalen Medien und sozialen Netzwerken ein vieldiskutiertes Phänomen ist, erscheint die Frage nach dem Self-Fashioning des Künstlers sowie den damit verbundenen visuellen und erzählerischen Strategien aktueller denn je. Was ist ein Künstler? Immer wieder haben Maler und Bildhauer in ihren Werken nach einer Antwort auf diese Frage gesucht. Das Selbstbildnis ist zweifellos die Bildgattung, in der sich dieser Vorgang am besten nachvollziehen lässt. Doch Künstlertum wird nicht allein in (Selbst-)Porträts thematisiert, sondern auch in Historienszenen oder Atelieransichten. Mit Darstellungen von Künstlern im München Ludwigs I. bis zu Künstlerbildern im Paris des Impressionismus – von Wilhelm von Kaulbachs Freskenentwürfen mit Künstlerporträts der Neuen Pinakothek bis Édouard Manets Bildnis von Claude Monet bei der Arbeit auf seinem Atelierboot beleuchtet die Ausstellung Motive und Anregungen der Künstlerinszenierung im 19. Jahrhundert.
Die Ausstellung umfasst rund 50 Exponate, in der Mehrzahl Werke der Malerei, aber auch der Skulptur und Druckgraphik. Neben bekannten Meisterwerken aus der Galerie werden Schätze aus dem Depot präsentiert – einige davon zum ersten Mal seit über 50 Jahren. So erinnern beispielsweise die Skulpturen der Bildhauer Johann von Halbig und Johann Baptist Stiglmaier an den einstigen Büstensaal Ludwigs I. in der Neuen Pinakothek, in dem eine Reihe zeitgenössischer Künstlerporträts versammelt war. Léon Brunins Bildhauer wurde eigens für die Ausstellung restauriert, ebenso die vor 1712 entstandene Kopie nach einem Selbstbildnis Rembrandts, das bis weit ins 19. Jahrhundert als authentisches Gemälde des Meisters galt und als Referenzpunkt künstlerischer Selbstdarstellung diente (noch Gustave Courbet trat mit diesem Werk in Wettstreit). (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 42 (2017)

Sollen Arbeitnehmer das Recht haben, auf eine 28-Stunden-Woche zu reduzieren?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 20. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter IG-Metall Bayern

(JA)

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.